Get the FLASH PLAYER to view this magazine:
- or -
View as HTML version
Wirtschaftszeit
P.L.E.A.S.E.: Pflaster statt Spritze
Pantec Biosolutions geht neue Wege
Mehrere Spritzen am Tag sind für
Hilfsbedürftige neben ihrem Leiden
sicher kein Zusatzvergnügen. Deshalb
hat die Firma Pantec Biosolutions
einen Weg gefunden, Wirkstoffe
transdermal, also über die Haut, in
den Körper zu bringen.
Erstes Ziel des Unternehmens mit Sitz in
Ruggell, Liechtenstein, ist die Behandlung
von Frauen, deren Kinderwunsch bis dato
unerfüllt geblieben ist. Einer der Gründer,
Prof. Dr. Herbert Zech, betreibt seit
Jahren erfolgreich IVF-Zentren (In-vitro-
Fertilisation) in Österreich, der Schweiz,
Liechtenstein, Italien und Tschechien.
Eines seiner Zentren befindet sich in
Bregenz. Zwar kann Zech auf eine hohe
Erfolgsquote bei der künstlichen Befruchtung
verweisen, doch die Behandlung
erfolgt zur Zeit noch über Spritzen,
die sich die Patientin selbst verabreichen
muss. Das sind über 40 Einstiche, die in
einem Zeitraum von 30 Tagen den Körper
belasten.
Pflaster statt Spritze: P.L.E.A.S.E.
Um diese schmerzvolle Behandlung angenehmer
zu machen, geht die Firma
Pantec Biosolutions seit über sechs Jahren
neue Wege. CEO Dr. Christof Böhler
meint dazu im Gespräch:
CEO Dr. Christof
Böhler
8
„Der unerfüllte
Kinderwunsch von
Menschen ist ohnehin
schon eine
große Belastung.
Dazu kommen
Stress und Druck,
ob bei IVF auch alles
klappt. Deshalb
wollen wir wenigstens
die eine
Komponente, den
Schmerz der Spritzenbehandlung, ausschalten,
um so auch etwas vom Druck
der Behandlung wegzunehmen. Außerdem
gibt es Länder wie Japan, in denen
Selbstinjektion verboten ist. Damit ist für
diese Frauen der Weg zu einer erfolgreichen
Schwangerschaft ungleich schwe-
rer, wenn sie für jede Behandlung den
Arzt aufsuchen müssen.“
Daher der Ansatz von Pantec Biosolutions:
Die IVF Hormone werden nicht
mehr über eine Spritze injiziert, sondern
Laser P.L.E.A.S.E. Home mit Batterien
zuerst maschinell auf ein Pflaster aufgebracht
und dann über die Haut in den Körper
gebracht. Klingt einfach, ist es aber
nicht ganz. Denn um den Wirkstoff durch
die Haut zu bringen, muss diese durch
Mikroporen geöffnet werden.
Und hier setzt der zweite Teil der Entwicklung
von Pantec Biosolutions ein:
P.L.E.A.S.E.: Das Akronym P.L.E.A.S.E.
steht für Precise Laser Epidermal System,
es ist also eine einfache und schmerzlose
Behandlung. Das Gerät wird ab nächstem
Jahr in der ärztlichen Praxis insbesondere
zur ästhetischen und konventionellen
Hautbehandlung und zur Immuntherapie
eingesetzt sowie zur Verabreichung von
Hormonen in der Kinderwunschtherapie.
Normalerweise sind Laser relativ groß,
etwa zu vergleichen mit der Größe von
Kühlschränken. Pantec Biosolutions haben
es geschafft, den Laser klein und
kompakt zu machen und ihn auf die Größe
einer Fernbedienung zu schrumpfen.
Damit wird er portabel und kann von den
Patienten in der Klinik oder vom Arzt für
die Therapie zu Hause ausgeliehen werden.
Was ist neu?
Die transdermale Verabreichung von
Wirkstoffen ist grundsätzlich keine
gänzlich neue Erfindung von Pantec
Biosolutions. Man denke an das Nikotin-,
Hormonersatztherapie- und diverse
Schmerzpflaster. Das wirklich Neue ist die
Kombination mit P.L.E.A.S.E. Der Laser, im
Hause Pantec Biosolutions entwickelt, ist
in der Lage, kleine Öffnungen in der Haut
zu schaffen, um so die Wirkstoffe direkt
an die gewünschte Stelle zu bringen. So
können später auch andere Medikamente
mittels dieser Methode transportiert
werden. Der Vorteil der transdermalen
Verabreichung: Die Stoffe kommen auf
schnellstem Weg zum Ort, wo sie gebraucht
werden. Bei oraler Einnahme beispielsweise
muss die Dosis wesentlich
höher sein, da unterwegs Teile durch chemische
Reaktionen in anderen Körperteilen
wie dem Mund, der Speiseröhre oder
dem Verdauungstrakt „verloren“ gehen.
Die Problematik mit der Verabreichung
durch Spritzen kennt wohl jeder von uns
aus eigener leidvoller Erfahrung.
Großer Zukunftsmarkt
Was hier für den Patienten so verlockend
klingt, ist auch wirtschaftlich ein großer
Zukunftsmarkt. Böhler spricht beim IVF-
Segment von einem Potenzial von 1,5 - 2
Firmengebäude Pantec
November 2010 | wirtschaftszeit