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Fachbeitrag
Marketing – Was geht ab?
In regelmäßigen Abständen prognostizieren
so genannte „Heilsprediger der
Materie“ die zu erwartenden „Marketingtrends“
für die kommenden fünf Jahre.
Auffallend bei all diesen Pamphleten
(ursprünglich als politische Streitschrift,
später aber auch als Schmähschrift definiert)
ist die Tatsache, dass populärwissenschaftliche
Thesen und Leitsätze
herangezogen, im Anschluss als Maxime
postuliert und dann im luftleeren Raum
einfach stehen gelassen werden. Valide
Aussagen darüber, welche Auswirkungen
folgen und welche Marketinginstrumente
für die zukünftige Marktbearbeitung
hilfreich wären, bleiben leider in den
unendlichen Weiten der „Trendgalaxien“
verborgen. Dem soll mit den nachfolgenden
Ausführungen entgegengewirkt
werden.
Mehr denn je rückt der Kunde noch mehr
in den Mittelpunkt des Geschehens (ist
nicht neu und auch keine Floskel, sondern
Tatsache!). Dem mündigen Kunden
muss vermehrt und noch intensiver zugehört
werden. Zusätzlich ist eine stärkere
Orientierung an den Bedürfnissen und
Wünschen der Zielgruppen vonnöten –
ganz nach dem Motto „Zuhören und nicht
Zutexten“!
Das Marketing muss auf Augenhöhe mit
dem meist besser als die eigenen Verkäufer
informierten Kunden stattfinden.
Der Kunde sollte noch stärker in den Leistungserstellungsprozess
und ins Marketing
mit eingebunden werden, damit er
zum positiven „Markenbotschafter“ nach
außen wird. Der Kunde gewinnt ganz klar
an Marktmacht.
Weiters wird das gesamte Marketing
technischer werden, somit werden auch
eine bessere Messbarkeit und Zielgruppenaffinität
gegeben sein. Zusätzlich
werden aussagekräftige Wirkungsnachweise
durch passende Marktforschungsinstrumente
und eine entsprechende
Datenanalyse im Fokus stehen. Im Endeffekt
profitieren dadurch Unternehmen
wie Verbraucher von besserer und re-
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levanterer Interaktion bei niedrigeren
Kosten. Empirische Datenerhebung und
-analysen werden somit zu einem der
wichtigsten Bestandteile der Marketingtätigkeit.
Bauchgefühle alleine reichen
nicht mehr aus.
Dr. Wolfram Auer
Unternehmen werden sich Social Media
Marketing-Leitlinien erarbeiten müssen,
damit diese Kommunikation geplant,
gesteuert und überprüft werden kann.
Ein Social Media Marketing Prozess ist
zu implementieren. Dieser Wechsel, Social
Media als zentrales Marketing-Tool
einzusetzen sowie dieses schnell und
erfolgreich durchzuführen, ist bereits zu
einem der kritischen Erfolgsfaktoren für
viele geworden (siehe Starbucks auf Facebook).
Die Integration von Plattformen
und Prozessen wird zum Kittelbrennfaktor,
um passende Botschaften an möglichst
fein segmentierte Kundenkreise
kommunizieren zu können. Während früher
die Mund-zu-Mund-Propaganda im
wesentlichen auf den Familien-, Freundes-
und Kollegenkreis beschränkt war,
erreicht ein Individuum heute über die
einschlägigen Portale Millionen anderer
Verbraucher. Der Einfluss von Verbrauchern
auf Marken steigt (siehe Heineken-
Werbe-Spots auf youtube).
E-Commerce wird auch 2010 weiter
stark wachsen. Beispiel: 54% der über
Vierzehnjährigen in Österreich haben
bereits online eingekauft. Dabei ist der
B2B-Markt noch nahezu unberührt,
hier werden erst 13 % der Umsätze per
Online-Handel getätigt. Smart-Phones
bringen zukünftig noch optimalere Verknüpfungen
von Nutzen, Unterhaltung,
Erreichbarkeit und Mehrwert für die Alltagsgewohnheiten
der Anwender (siehe
Red Bull).
Die klassischen Marketinginstrumente
kommen immer öfter in Kombination
mit Guerilla-Marketing-Tools (Ambush,
Ambient) oder „Below-the-Line-Tools“
(Event, Product Placement) zur Anwendung,
um insgesamt mehr Emotionen
und Erlebnisse beim Konsumenten zu
wecken. Gesättigte Märkte bedeuten:
Das Erlebnis steht über der Bedarfsabdeckung!
Authentische, ehrliche und offene
Markenpolitik wird gewinnen. Dem Aufbau
einer glaubwürdigen Markenidentität
sollte besonderes Augenmerk geschenkt
werden, insbesondere in Hinblick auf den
Miteinbezug der Kunden. Neuromarketingansätze
werden hier neue Maßstäbe
setzen.
Fazit
Sicherlich sind nicht alle Trends für
jedes Unternehmen umsetzungsrelevant,
gerade auch in Hinblick auf die
eigenen Budgets und Kundengruppen.
Deshalb sollte man sich grundsätzlich
fragen, welche der Entwicklungen und
Innovationen für die eigenen Produkte
und Dienstleistungen sowie auch für
die Kommunikation mit dem Kunden,
die bestehenden Marketingaktivitäten
am effektivsten und effizientesten unterstützen
könnten.
Kontakt
Dr. Wolfram Auer
Millennium Park 4
6890 Lustenau
T + (0) 43 5577 62 101
w.auer@auer-imm.at
www.auer-imm.at
Juni 2010 | wirtschaftszeit