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Nach dem Tode ihres Mannes im Kampf mit den Ungarn auf den Feldern vor Buchau (Plankental – „Tal der Tränen“) wurde sie ab etwa 900 Äbtissin. Die älteste Nachricht zu Puachava (Buchau) findet sich in einer im Kloster Reichenau aufbewahrten Urkunde König Ludwigs des Deutschen vom 28. April 857, bei der es sich allerdings um eine gegen die Ansprüche des Vogtes gerichtete Fälschung des 12. Jahrhunderts im Auftrag des Stifts handelt. Die Urkunde enthält aber vermutlich einen wahren Kern. Aus ihr geht hervor, dass Ludwig das Kloster Buchau seiner Tochter Irmengard übergeben hat. Die Frauen des Klosters lebten bis zum Jahre 1209 nach der Regel des Hl. Benedikt. Danach war das Stift verweltlicht und die Vorsteherin selbständige Landesherrin und Fürstin. Aus dem Kloster wurde damit ein kaiserliches, gefürstetes und freiweltliches Damenstift. Die Stiftsfräulein (Chorfrauen) bekannten sich aber nach wie vor zur Regel des Hl. Benedikt. Die Fürstäbtissin hatte als Reichsfürstin Sitz und Stimme auf den Reichstagen. Unabhängig von diesem Stift, ja sogar in jahrhundertelanger gegenseitiger Abneigung einander zugetan, entwickelte sich die Bürgerschaft Buchau. Der Ursprung der Siedlung ist in Dunkel gehüllt, da das Rathaus im Jahr 1387 oder 1412 mit 46 anderen Gebäuden den Flammen zum Opfer fiel. Wohl nirgends sonst sind auf so engem geografischen Raum zwei reichsunmittelbare Herrschaften installiert gewesen. Im Jahr 1014 (oder 1022) wird eine Münz- und Marktstätte Buchau von St. Gallener Mönchen erwähnt. 1320 wurde Buchau Freie Reichsstadt und war unmittelbar und ausschließlich Kaiser und Reich untertan. Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches war Buchau eine der flächenmäßig kleinsten Freien Reichsstädte, dank seiner Insellage ohne Mauern und Türme. Bad Buchau verfügt über das Progymnasium Bad Buchau, die Federseeschule (Gemeinschaftsschule) sowie die Förderschule Bad Buchau. 1672 wurde die Buchauer Fasnet erstmals in den Stiftsprotokollen erwähnt. Am Anfang 1900 feierte der Narrenverein Fidelia eine großartige Fasnet in Buchau mit dem Prinz Karneval als Symbolfigur, die dann allerdings mit den Beginn des Krieges eingestellt wurde. 1963 wurde die Narrenzunft Moorochs ins Leben gerufen, um den infolge des Zweiten Weltkrieges und der nachfolgenden Notzeit erloschenen öffentlichen Fasnetsbrauch zu neuem Leben zu erwecken. Diese kleine Gruppe hat sich zu einem über 1000 Mitglieder zählenden Brauchtumsverein entwickelt. Weithin bekannt sind die von dem hochgeschätzten Biberacher Holzbildhauer Josef Hasenmaile handgeschnitzten Holzmasken des Vater Federsees, der lieblichen Seerose, des Wellers, des Galgenvogels, des derben Riedmeckelers und als Krönung die namensgebende Gestalt des Moorochsen. Die Gründer der Narrenzunft wollten eine originelle Neuschöpfung auf heimatgeschichtlicher Grundlage, die Schaffung kunstgewerblicher Masken zur Verkörpe- rung von Gestalten aus Natur und Geschichte der Federseeheimat mit den dazu passenden „Narrenhäs“. Der Moorochs, die namensgebende Maske zeigt einen Ochsen, soll aber die große Rohrdommel darstellen die früher im Federseemoor heimisch war und deren Ruf weithin hörbar war. Der Weller ist der größte Süßwasserraubfisch und kommt heute noch im Federsee vor. Die Seerose gibt es in großen Feldern auf dem Federsee. Der Riedmeckeler stellt den Torfstecher dar, der noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts im Federseemoor Torf stach zum Heizen. Der Galgenvogel erinnert an die Hinrichtungsstätte auf der Kappelerhöhe. Dort wurden die Unholde der Freien Reichstadt und des Freiweltlichen Damenstiftes gerichtet. Der Vater Federsee ist eine Einzelmaske im Umzug und ist eine Art Neptun, der dem Federsee entsteigt. Feuerhexen Sie erinnern an die finstere Zeit der Hexenverfolgung, die auch an Bad Buchau-Kappel nicht spurlos vorübergegangen ist. So wurde im Jahr 1628 Anna Schilling aus Kappel als Hexe enthauptet und ihr Körper an der Richtstätte verbrannt. Die letzte sogenannte Hexe, Elisabeth Kolb aus Rupertshofen, wurde vom Stiftsgericht im Jahr 1746 zum Feuertode verurteilt und vor „Kappel draußen“ verbrannt. Gegründet wurde die Narrenzunft im Jahr 1973 unter dem Namen „Narrengemeinschaft Federsee“. Der Name wurde 1993 geändert in „Narrenzunft Feuerhexen Bad Buchau e. V.“ Zur Figur der „Feuerhexe“ stellte die Zunft 1974 zwei weitere Masken vor: die „Geister-Mariann“ von Kappel und das „Burren-Male“ aus dem Burrenwald. Alle 2 Jahre feiert Bad Buchau zusammen mit den Federseegemeinden das Adelindis Heimat- und Kinderfest. Adelindis, die schwäbische Volksheilige und große Wohltäterin des Federseegebietes gibt dem Fest den Namen. Nach der Volkssage kehrte ihr Gemahl aus einer Schlacht nicht mehr heim und ihre drei Söhne fielen im Plankental einer Bluttat zum Opfer. Adelindis trat daraufhin ins Kloster Buchau ein, wo ihre Tochter Äbtissin war, und entfaltete eine segensreiche Tätigkeit, half den Notleidenden und Bedrängten und machte dem Kloster reiche Zuwendungen aus ihrem gräflichen Vermögen. Zu ihrem Gedächtnis wurde Jahrhunderte hindurch vom Kloster und später Stift Buchau alljährlich am 28. August das Adelindisfest gefeiert, wobei durch die Stiftsdamen bis zu 4.000 Brotlaibe an die Armen des Federseegebietes verteilt wurden. Zur Erinnerung an diesen Festtag, der Tausende nach Buchau führte und mit der Aufhebung des Stiftes 1802 endete, gründeten Buchauer Bürger nach dem Ersten Weltkrieg den Adelindisverein und gestalteten 1924 das Adelindisfest neu als Heimat- und Kinderfest. Höhepunkte der Festtage mit viel Musik und Tradition ist der bunte, historisch reich gestaltete Festzug mit über 1.200 Mitwirkenden aus Kindergärten, Schulen, Vereinen und Institutionen, Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Federseegebiet.

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