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Sommerlust Reisemagazin 2012

Kärnten magazin 28 1 2 ehe er den Anstieg auf die Gerlitzen Alpe in Angriff nimmt. 1.200 Höhenmeter gilt es zu überwinden, aber der Weg verläuft gemächlich und auf der Bergkuppe warten etliche gemütliche Hütten mit ihren sogenannten „Kostalan“, wie kulinarische Häppchen auf Kärntnerisch genannt werden: ein kleines Almochsensteak im Neugartenstüberl, Kärntner Kasnudeln im Gipfelhaus, und zum Dessert sollte man einen Abstecher in die Pöllingerhütte unternehmen. Im Vergleich zu den meisten anderen Bergen am Alpen-Adria-Trail hat die Gerlitzen Alpe einen unbestreitbaren Vorteil: Direkt von Annenheim am Nordufer des Ossiacher Sees führt die Kanzelbahn zum Gipfel. Nur der Vollständigkeit halber sei’s hier erwähnt, es könnte ja sein, dass die vielen Häppchen im Sitzen doch leichter zu verdauen sind. Außerdem lässt sich der Blick über den Ossiacher See und zu den Julischen Alpen im Süden aus den Gondeln viel entspannter genießen. Finkenstein: von Caballé bis Crawford. Die letzte Etappe, die zur Gänze auf Kärntner Boden verläuft, führt von Velden am Wörthersee zur Baumgartnerhöhe unweit des Faaker Sees. Kurz vor dem Ziel gelangt man zur Burgruine Finkenstein, die 1142 erstmals urkundliche Erwähnung findet. Die damaligen Besitzer, die Herzöge von Kärnten, wussten jedenfalls um die schönsten Plätze in ihrer Heimat. Denn an einem solchen wurde die Burg errichtet: Die Ausblicke ins Gailtal Richtung Westen, über das ganze Rosental im Osten und auf den türkisblau glitzernden Faaker See tief unterhalb der Nordseite der Burg sind atemberaubend. Der heutige Burgherr ist kein Herzog, sondern ein Bürgerlicher. Er setzte sich in den 80er Jahren in den Kopf, aus der Ruine eine Konzertarena zu machen. Ein dazumal von vielen belächelter Plan, der dennoch aufgehen sollte. Seit den bescheidenen Anfängen vor gut 30 Jahren treffen sich die Stars aus Klassik, Comedy und Pop in der Arena: Montserrat Caballé und Agnes Baltsa waren ebenso hier wie Otto Schenk, der unvergessene Falco, Al Jarreau, Randy Crawford oder Konstantin Wecker. Viele der Stars sind „Wiederholungstäter“, weil es – wie sie übereinstimmend bemerken – auf der ganzen Welt wenig Vergleichbares gebe. Stimmt! Dabei sehen die Künstler den besten Teil gar nicht: Die Sonne geht nämlich hinter der Bühne unter, ein nur von den Zuschauerrängen einsehbares Naturschauspiel. Mit einer besseren Lichtshow können auch Madison Square Garden oder Royal Albert Hall nicht dienen! Wildwasser und Wein. Auf den nächsten Etappen des Alpen- Adria-Trails verlassen die Wanderer Österreich und begeben sich auf slowenisches bzw. italienisches Staatsgebiet. Hier folgt die Wegstrecke im Großen und Ganzen der Soča, die auf italienischem Hoheitsgebiet zum Isonzo wird. Dieses Sočatal bis zum Örtchen Kobarid muss auch der begeistertste Kärntner neidlos als Naturjuwel anerkennen, was vor allem dem türkisblauen Wasser des wilden Flusses zu verdanken ist. Ein großartiges Revier für Wildwassersportler und Angler, die so manche Marmorataforelle aus dem kühlen Nass ziehen. Je weiter man entlang der Soča in Richtung Süden vordringt, umso lieblicher wird die Landschaft. Auf Etappe 26 überschreitet man erstmals die Grenze zu Italien und stößt westlich nach Cividale vor. Und schon befindet man sich inmitten der berühmten Gegend der Colli Udine, also der Hügel rund um die friulanische Hauptstadt Udine, die für ihren Weinbau bekannt ist. Wer sich für diese Etappe entscheidet, sollte unbedingt auch einen der zahlreichen Kulinarikführer im Gepäck haben. Die friulanische Küche wird nicht umsonst weithin gerühmt; die meisten Tavernen, Ristorante und Osterien versprühen diesen einzigartigen Charme, der ein unvergessenes kulinarisches Erlebnis erst richtig perfekt macht. Muggia in der Triestiner Bucht. Wenige Etappen später erreicht man das Meer und überblickt die pittoreske Triestiner Bucht vom Zielort Muggia aus. Der Wanderer ist dem Wasser gefolgt, vom Gletscher entlang kleiner Bächlein, reißender Flüsse und tiefblauer Badeseen, bis zum Adriatischen Meer, in das alles Wasser letztlich mündet. Hier schließt sich der Gedanke des Alpen-Adria-Trails, einem perfekten Kreis gleich, wie sich das für einen Garten Eden gehört! Weitere Infos ab März 2012 unter www.alpen-adria-trail.com 3 Der 140 km lange Fluss Soča entspringt aus einer Karstquelle im Nordwesten Sloweniens und mündet in den Golf von Triest. 4 Das prunkvolle Schloss Miramare, die Residenz von Erzherzog Ferdinand Maximilian von Habsburg in Grignano, 5 km vor Triest. Renaissanceschloss Dobrovo in der slowenischen Goriška Brda. Kärnten magazin 29

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