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Kärnten magazin 28
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ehe er den Anstieg auf die Gerlitzen Alpe
in Angriff nimmt. 1.200 Höhenmeter gilt
es zu überwinden, aber der Weg verläuft
gemächlich und auf der Bergkuppe warten
etliche gemütliche Hütten mit ihren
sogenannten „Kostalan“, wie kulinarische
Häppchen auf Kärntnerisch genannt werden:
ein kleines Almochsensteak im Neugartenstüberl,
Kärntner Kasnudeln im
Gipfelhaus, und zum Dessert sollte man
einen Abstecher in die Pöllingerhütte unternehmen.
Im Vergleich zu den meisten
anderen Bergen am Alpen-Adria-Trail hat
die Gerlitzen Alpe einen unbestreitbaren
Vorteil: Direkt von Annenheim am Nordufer
des Ossiacher Sees führt die Kanzelbahn
zum Gipfel. Nur der Vollständigkeit
halber sei’s hier erwähnt, es könnte ja sein,
dass die vielen Häppchen im Sitzen doch
leichter zu verdauen sind. Außerdem lässt
sich der Blick über den Ossiacher See und
zu den Julischen Alpen im Süden aus den
Gondeln viel entspannter genießen.
Finkenstein: von Caballé bis Crawford.
Die letzte Etappe, die zur Gänze auf
Kärntner Boden verläuft, führt von Velden
am Wörthersee zur Baumgartnerhöhe unweit
des Faaker Sees. Kurz vor dem Ziel
gelangt man zur Burgruine Finkenstein,
die 1142 erstmals urkundliche Erwähnung
findet. Die damaligen Besitzer, die Herzöge
von Kärnten, wussten jedenfalls um
die schönsten Plätze in ihrer Heimat. Denn
an einem solchen wurde die Burg errichtet:
Die Ausblicke ins Gailtal Richtung
Westen, über das ganze Rosental im
Osten und auf den türkisblau glitzernden
Faaker See tief unterhalb der Nordseite
der Burg sind atemberaubend.
Der heutige Burgherr ist kein Herzog, sondern
ein Bürgerlicher. Er setzte sich in den
80er Jahren in den Kopf, aus der Ruine
eine Konzertarena zu machen. Ein dazumal
von vielen belächelter Plan, der dennoch
aufgehen sollte. Seit den bescheidenen
Anfängen vor gut 30 Jahren treffen
sich die Stars aus Klassik, Comedy
und Pop in der Arena: Montserrat Caballé
und Agnes Baltsa waren ebenso hier wie
Otto Schenk, der unvergessene Falco, Al
Jarreau, Randy Crawford oder Konstantin
Wecker. Viele der Stars sind „Wiederholungstäter“,
weil es – wie sie übereinstimmend
bemerken – auf der ganzen Welt
wenig Vergleichbares gebe. Stimmt!
Dabei sehen die Künstler den besten Teil
gar nicht: Die Sonne geht nämlich hinter
der Bühne unter, ein nur von den Zuschauerrängen
einsehbares Naturschauspiel.
Mit einer besseren Lichtshow
können auch Madison Square Garden
oder Royal Albert Hall nicht dienen!
Wildwasser und Wein.
Auf den nächsten Etappen des Alpen-
Adria-Trails verlassen die Wanderer Österreich
und begeben sich auf slowenisches
bzw. italienisches Staatsgebiet. Hier folgt
die Wegstrecke im Großen und Ganzen
der Soča, die auf italienischem Hoheitsgebiet
zum Isonzo wird. Dieses Sočatal bis
zum Örtchen Kobarid muss auch der begeistertste
Kärntner neidlos als Naturjuwel
anerkennen, was vor allem dem
türkisblauen Wasser des wilden Flusses
zu verdanken ist. Ein großartiges
Revier für Wildwassersportler und Angler,
die so manche Marmorataforelle aus dem
kühlen Nass ziehen.
Je weiter man entlang der Soča in Richtung
Süden vordringt, umso lieblicher
wird die Landschaft. Auf Etappe 26 überschreitet
man erstmals die Grenze zu Italien
und stößt westlich nach Cividale vor.
Und schon befindet man sich inmitten der
berühmten Gegend der Colli Udine, also
der Hügel rund um die friulanische Hauptstadt
Udine, die für ihren Weinbau bekannt
ist. Wer sich für diese Etappe
entscheidet, sollte unbedingt auch einen
der zahlreichen Kulinarikführer im Gepäck
haben. Die friulanische Küche wird nicht
umsonst weithin gerühmt; die meisten Tavernen,
Ristorante und Osterien versprühen
diesen einzigartigen Charme, der ein
unvergessenes kulinarisches Erlebnis erst
richtig perfekt macht.
Muggia in der Triestiner Bucht.
Wenige Etappen später erreicht man das
Meer und überblickt die pittoreske Triestiner
Bucht vom Zielort Muggia aus. Der
Wanderer ist dem Wasser gefolgt, vom
Gletscher entlang kleiner Bächlein, reißender
Flüsse und tiefblauer Badeseen, bis
zum Adriatischen Meer, in das alles Wasser
letztlich mündet. Hier schließt sich der
Gedanke des Alpen-Adria-Trails, einem
perfekten Kreis gleich, wie sich das für
einen Garten Eden gehört!
Weitere Infos ab März 2012 unter
www.alpen-adria-trail.com
3
Der 140 km lange Fluss
Soča entspringt aus einer
Karstquelle im Nordwesten
Sloweniens und mündet
in den Golf von Triest.
4
Das prunkvolle Schloss
Miramare, die Residenz
von Erzherzog Ferdinand
Maximilian von Habsburg in
Grignano, 5 km vor Triest.
Renaissanceschloss Dobrovo in
der slowenischen Goriška Brda.
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