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Sommerlust Reisemagazin 2012

Der Drauradweg führt im romantischen Rosental nicht nur entlang der Drau, er überquert sie auch. DER DRAURADWEG. GENUSS IM ÜBERFLUSS. Auf dem Radweg entlang der Drau fühlt man sich wie im Schlaraffenland. Am Flussufer, in den idyllischen Seitentälern – überall locken Gasthöfe mit Spezialitäten, die es nur in Österreichs südlichstem Bundesland gibt. Da wird Radeln zum Genuss. Text Blacky Neubauer Kärnten magazin 36 Für den Drauradweg sollte man ruhig ein paar Tage mehr einplanen. Nicht weil die körperlichen Strapazen nach mehr Ruhepausen verlangen, sondern weil am Wegesrand fast hinter jeder Flussbiegung eine neue Versuchung lauert, meist lukullischer Art. Klar könnte man die 222 Kilometer, die sich die Drau vom Westen in Richtung Osten gemütlich durch die herrliche Kärntner Landschaft schlängelt, locker auch in vier Tagen schaffen. Doch was würde man dann alles verpassen. Zum Beispiel das Kräuterdorf Irschen, das auf einer sonnenüberfluteten Terrasse hoch über dem Oberen Drautal sitzt. Es ist ein verborgenes Naturjuwel, das man sehen, lauschen, riechen und schmecken muss. Hier ist gegen alles ein Kraut gewachsen. Knie-Probleme? Da empfehlen die Irschener Beinwell. Mit der Tinktur aus der Wurzel der lila blühenden Pflanze läufts beim Radeln dann wieder wie geschmiert. Gesund sind auch die Schnäpse, die 1 2 3 Zuckersüßen Versuchungen, wie der des Reindlings, darf man durchaus auch beim Radfahren erliegen. Walter Heregger im Keller seine Gasthofs aus Kalmus, Meisterwurz und Steinraute zaubert. Die Kräuter dazu holt er aus den Bergen der 2000 Meter hohen Kreuzeckgruppe. Begleitet von den bewaldeten Hängen der Gaitaler Alpen mit ihren markanten Felsgipfeln radelt man genussvoll Richtung Spittal, wo schon die nächste Versuchung zu einem längeren Stopp verlockt. Café Moser heißt der süße Torten-Tempel, der die Radler mit Apfelstrudel und Eisreindling verwöhnt. Das Café gehört zu den über 50 Drauradwegwirten, in denen die Radler mit Kärntner Kasnudeln, Bauernspeck und Fischen aus der Drau bestens versorgt werden. Sie bieten Unterkunft für eine Nacht, haben sichere Radabstellplätze und Trockenmöglichkeiten für nasse Kleidung. Auf dem Drauradweg sollte man immer zu einem Seitensprung bereit sein. Zum Beispiel hinauf zum Faaker See, dieser bezaubernden Badewanne, die Türkisblau in der südlichen Sonne schimmert, und wo man blitzartig Seensüchtig wird. Süchtig machen auch die sagenumwobenen Cremeschnitten und die stundenlang geschmorte Festtagsente, mit denen das Gasthaus Tschebull in Egg am Faaker See seit Jahren Feinschmecker aller Nationen verwöhnt. Langen Sie ruhig kräftig zu. Was man sich im Tschebull angefuttert hat, ist auf einer Extra- runde um den Faaker See schnell wieder abgestrampelt. Auf dem Weg nach Villach sollte man auf fröhlich-bunte Vogelscheuchen achten. Sie sind die Wegweiser für ein Fest der besonderen Art. Denn wenn die Kärntner „Ackern“ sagen, meinen sie feiern, und zwar heftig – den ganzen Sommer lang unter freiem Himmel, in einem blühenden Meer aus 200.000 Sonnenblumen. Dann raus aus den Feten-Feldern, rauf aufs Rad, an der Drau entlang nach Villach, diesem quirligen Städtchen, in dem man den mediterranen Einfluss besonders spürt. Wer Glück hat, kommt zum jährlichen Kirchtag (29.7.–5.8.2012). Heiliger Bimbam – ist das ein Fest! Toblach Sillian Leisach Abfaltersbach 3798 m Großglockner Lienz Heiligenblut Mallnitz Obervellach Gmünd Millstatt Oberdrauburg Dellach Spittal Feistritz Greifenburg Nikolsdorf Sachsenburg Obergottesfeld Lendorf Kleblach Irschen Paternion Kötschach Mauthen I Hermagor Tarvisio Von der Wurzel bis zur Flasche: Im Kräuterdorf Irschen ist gegen alles ein Kraut gewachsen. Acht Tage lang verwandelt sich die Stadt in eine einzige Theke, gibt es alpenländische Volksmusik am laufenden Band. Bevor man sich wieder beschwingt aufs Rad schwingt, sollte man noch die Kirchtagssuppe probieren. Eine „saure Suppe“, die aufwändig mit Rahm, Gewürzen und Fleisch gekocht wird und zu der man gern einen Reindling isst, diesen leckeren Hefe-Gugelhupf mit zarter Füllung aus Zimt und Nuss. Noch so ein typisches Kärntner Schmankerl, mit dem Radeln entlang der Drau zum Hochgenuss wird. Tipp! Kärnten Radreisen – Ihr Spezialist für organisierte Radreisen in Kärnten unter www.kaernten-radreisen.at Weitere Informationen zum Thema Radfahren gibt es auch unter www.drauradweg.com www.rad.kaernten.at www.touren.kaernten.at Arnoldstein Bad Kleinkirchheim Villach Feldkirchen Ossiach Landskron Velden Faak am See Kranjska Gora Rosegg SLO Sankt Jakob Feistritz im Rosental Sankt Veit Klagenfurt Ferlach Friesach A Gallizien Bad Eisenkapel Bad Sankt Leonhard Völkermarkt St. Kanzian Wolfsberg Griffen St.Paul Bleiburg Neuhaus Lavamünd Kärnten magazin 37

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