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SOCIETY Magazin 358

BERÜHMTE PERSÖNLICHKEITEN ■ Temudschijn, genannt Dschingis Khan (ca. 1155/67-1227) Sohn eines Adeligen, der 1205 zum Großkhan ernannt wurde. Vereinte die mongolischen Stämme und schuf durch seine militärischen Eroberungen ein Reich von Tiflis bis Peking. ■ Kublai Khan (1215-1294) Ein Nachfahre Dschingis Khans. Verlegte als Großkhan die Hauptstadt von Karakorum in das heutige Peking und gründete die Yuan-Dynastie, die nur knapp hundert Jahre Bestand hatte. ■ Damdiny Sükhbaatar (1893-1923) Militärführer, Revolutionär und Mitbegründer der Mongolischen Revolutionären Volkspartei (MVR). Kriegsminister in der ersten Regierung nach 1921. Starb plötzlich unter ungeklärten Umständen. ■ Byambasuren Davaa (*1971 ) Filmregisseurin. Bekam eine Oscarnominierung in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ für ihren Film „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ (2003). Weitere Filme sind „Die Höhle des gelben Hundes“ und „Das Lied von den zwei Pferden“. ■ Galsan Tschinag (*1944) Schriftsteller und Schamane. Studierte in der DDR und publiziert sein Werk in deutscher Sprache. Er erhielt u. a. den Adelbert-von-Chamisso-Preis und den Heimito-von-Doderer-Preis. ■ Daschdorjiin Natsagdorsch (1906-1937) Vater der modernen mongolischen Dichtung. Verfasser des Poems „Meine Heimat“, der Erzählung „Der Sohn der alten Welt“ und des Opernlibrettos „Drei traurige Hügel“. gegessen und gearbeitet. Einerseits haben so Touristen die Möglichkeit, die facettenreiche und unberührte Natur der Mongolei in vollen Zügen zu genießen und den Alltag einer Nomadenfamilie kennenzulernen und andererseits ist die Beherbergung von Touristen ein willkommener Zusatzverdienst für die Einheimischen. Unendliche Natur *** Was man probiert haben muss Die mongolische Küche ist stark von Fleisch und Milchprodukten geprägt. Da es Milch jedoch nur im Sommer und Herbst gibt, gilt der Winter als Fleischsaison. Bevorzugt wird Hammel- und Ziegenfleisch gegessen, und da in der kalten Jahreszeit jede Kalorie zählt, bereiten die Mongolen gerne fettige Gerichte zu. Ungewöhnlich ist auch, dass das Essen sehr spärlich gewürzt wird. Die Mongolei ist kein Land für Vegetarier. Nomaden bauen kein Gemüse an und deshalb beginnt schon wenig außerhalb von Ulan Bator die gemüsefreie Zone. Doch Aufklärungskampagnen in den 60er und 70er Jahren trugen sehr wohl Früchte und so fanden unter anderem Kartoffeln, Karotten und Gurken Einzug in mongolische Küchen. Zu den beliebtesten Gerichten der Mongolen zählt Buuz. Das sind kleine, mit Fleisch gefüllte und in Wasserdampf gegarte Teigtaschen. Verändert man die Zubereitung und Größe etwas, so werden die Teigtaschen Bansh oder Khuushuur genannt. Ein weiteres, geschmacklich weitaus intensiveres Gericht ist Khorkhog. Hierfür wird Hammel- oder Ziegenfleisch verwendet, welches mit Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln und Knoblauch vermischt wird. Anschließend wird das geschnittene Fleisch und Gemüse abwechselnd mit heißen Steinen in einer verschließbaren Kanne geschichtet und so gegart. Beliebte Getränke sind gesalzener Milchtee und vergorene Stutenmilch. Erlöserkirche in St. Petersburg AUS DER GESCHICHTE Altertum: Nomadische Stämme leben auf dem Gebiet der heutigen Mongolei. 3. Jh. v. Chr.: Das Reitervolk der Xiongnu gründet ein Imperium und bedroht China. Der erste Kaiser von China lässt die „Große Mauer“ zum Schutz seines Reiches errichten. 8./9. Jh. n. Chr.: Die Uiguren gründen ein Großreich. 1206-1227: Dschingis Khan vereint die mongolischen Stämme und errichtet als Großkhan der Mongolen ein Reich, das ganz Zentralasien und Nordchina umfasst. 13./14. Jh.: Nach dem Tod Dschingis Khans wird das Reich in vier Khanate geteilt. Die Mongolen beherrschen ein Gebiet von den Grenzen Europas bis nach Ostasien. Kublai Khan gründet die Yuan-Dynastie und wird Kaiser von China. Nach seinem Tod zerfällt jedoch das Herrschaftssystem der Mongolen. 15. bis 17. Jh.: Die Mongolen leben wieder in nomadischen Stammesverbänden. Der tibetische Buddhismus wird zur stärksten Religion. Ein großer Teil der Mongolei wird von der chinesischen Qing-Dynastie erobert (sog. Innere Mongolei). 1911: Zusammenbruch der Qing-Dynastie. Die (Äußere) Mongolei kämpft um die Unabhängigkeit. 1919: Besetzung der Mongolei durch China. 11.7.1921: Unabhängigkeitserklärung. Davor Einmarsch bolschewistischer Truppen. 25.11.1924: Die Verfassung nach sowjetischem Vorbild wird ausgerufen. Die Mongolische Volksrepublik (MVR) ist nach der Sowjetunion (1922) der zweite kommunistische Staat der Welt. 1932-52: Der kommunistische Führer Tschoibalsan regiert mit stalinistischer Härte und lässt Massaker an fünf Prozent der Bevölkerung verüben. 1939: Sowjetische und mongolische Truppen besiegen die Japaner, die in die Mongolei eindringen wollten. 1946: Anerkennung der MVR durch China. 1952-84: Tsedenbal ist Premierminister, Erster Sekretär des ZK und später Staatsoberhaupt. Er wird 1984 zum Rücktritt gezwungen. 1961: Mitglied der Vereinten Nationen. 1984-90: Dschambyn Batmönch ist Erster Sekretär des ZK und Staatsoberhaupt. 1990: Nach Massenprotesten kommt es zur Wende und dem Ende des kommunistischen Systems. Beginn der Demokratisierung und Wechsel zur Marktwirtschaft. 1992: Erlass der demokratischen Verfassung und erste freie Wahlen (Sieger ist die ex-kommunistische Mongolische Revolutionäre Volkspartei MRVP). Die Mongolei erklärt sich zur nuklearfreien Zone. 1996:Die Opposition übernimmt zum ersten Mal die Regierung. 1999: Dürre und ein strenger Winter bewirken eine Katastrophe in der Landwirtschaft. 2000: Erneut Regierung unter der MRVP. 2004: Große Koalition zwischen MRVP und Demokratischer Partei (DP). 2008: Demonstration gegen das Wahlergebnis der Parlamentswahlen. Das Parteihaus der MRVP wird niedergebrannt. Es gibt Tote und Verletzte. 2009: Die Mongolei schickt Truppen nach Afghanistan. 2010: Investitionsabkommen mit internationalen Minengesellschaften zur Erschließung der Kupfer- und Goldressourcen. SOCIETY 2_11 | 15

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