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SOCIETY Magazin 358

Beschleunigte Wachstumsdynamik Reale Schätze in Brasilien Brasilien ist ein Markt mit Zukunft. Das Land mit der Fläche eines Kontinents hat mit seiner makroökonomischen Politik, den Rohstofferlösen und der Diversifikation der Handelsverträge seine Schwachstellen verringert und den Willen zu Sparmaßnahmen gezeigt. Leopoldine wird auf einen der größten Throne der Welt kommen; da kann sie recht botanisieren und Mineralien sammeln“, schrieb Erzherzog Ludwig über seine Schwester Erzherzogin Leopoldine von Österreich (1797–1826), als sie Kaiserin von Brasilien wurde. Seit 2006 legt Brasilien das Schwergewicht auf die Entwicklungspolitik und zeigt eine beschleunigte Wachstumsdynamik. Das Ergebnis ist ein starker Anstieg der ordentlichen Beschäftigung bei steigender Nachfrage. In beeindruckender Weise widerstand das Land 2008 der größten Finanzkrise seit 1929. Es verfügt heute über 300 Milliarden an Reserven und ist nunmehr Geldgeber und nicht mehr Schuldner des Internationalen Währungsfonds mit einem großen Binnenmarkt und hoher Handelsdiversifizierung. Brasiliens große Unternehmen zeigen starke Präsenz auf dem Weltmarkt: Unternehmen wie Petrobras, Vale do Rio Doce, Telebras, Eletrobras, Brasilfoods, JBS Friboi und andere haben sich bereits international einen Namen gemacht. Sozialprogramme werden besser verwaltet und politisch unterstützt. Trotz aller Schwierigkeiten wurde zwischen den verschiedenen Lagern eine Kultur des gegenseitigen Respekts geschaffen. Dennoch: Beeindruckende Potentiale werden zum Teil noch nicht genützt. Brasilien verfügt über enorme Reserven an landwirtschaftlich nutzbarem Boden, über reichliche Sonnenenergie, über eine der größten Süßwasserreserven, über Klima, Arbeitskräfte und Raum für neue Unternehmen, sowie über großes touristisches Potential. Investitionen in Innovation und technologische Entwicklung sowie die bevorstehenden Ereignisse (Rio 2012, die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympiade 2016) eröffnen neue Perspektiven. Es wird in eine kohlenstoffarme Wirtschaft investiert. Kürzlich hat die Bank BNDES, eine der größten Entwicklungsbanken der Welt, für die Landwirtschaft ein Programm in der Höhe von zwei Milli- arden Reais zur Wiederherstellung verwilderter Anbauflächen gestartet. Die Verringerung der Rodung im Amazonasgebiet war ebenfalls ein Anliegen der letzten Regierungen. Unabhängig von Kopenhagen hat Brasilien seine Klimapolitik in Richtung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft eingeschlagen. Kulturell gesehen bietet Brasilen das größte Fest der Welt (Carnaval), beherbergt eine Vielzahl an Völkern und Staatsbürgern, wobei man auf seine „japanischen Mulatten“, „blonden Mestizen“ und „britischen Baianer“, insgesamt eben auf all seine verschiedenen Rassen, Kulturen und Gebräuche stolz ist. Von Indianern über Quilombolas, den Nachfahren von Sklaverei-Flüchtlingen, bis hin zu den deutschen „Südstaatlern“ (die Homepage der Regierung von Rio Grande do Sul ist zweisprachig: Deutsch und Portugiesisch), ist das brasilianische Volk für seine integrative, aufnahmefreundliche und gutbrüderliche Art bekannt. *** Investitionsmöglichkeiten Entsprechend den Plänen der Regierung werden zur Beschleunigung des Zu- DIE AUTOREN Die aus Sao Paulo (Brasilien) stammende Rechtsanwältin Dr. Margareth Puttini ist auf die rechtliche Begleitung heimischer Unternehmen beim Markteintritt in Lateinamerika bzw. auf die Beratung lateinamerikanischer Investoren bei der Internationalisierung vom „HUB Wien“ aus spezialisiert und verfügt über langjährige Erfahrung mit strategischen Partnerschaften im lateinamerikanischen Raum und der Zusammenarbeit mit EU-Institutionen. Dr. Margareth Puttini Rechtsanwältin (Lisbon, São Paulo) bei LANSKY, GANZGER + Partner LANSKY, GANZGER & PARTNER RECHTSANWÄLTE GMBH Rotenturmstrasse 16-18/7, 1010 Wien Tel.: 01 / 533 33 30 – 0 www.lansky.at WIRTSCHAFT RECHT gangs zu Transport, Kommunikation, Energie, Wasser und Kanalisation sowie zur Schaffung externer Wirtschaftspotentiale und zur systematischen Erhöhung der Produktivität des Landes in den nächsten Jahren 430 Milliarden Reais investiert. Die brasilianischen Städte, die aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der unzureichenden Planung auf neue Lösungen angewiesen sind, nehmen gute Vorschläge und Beteiligung internationaler Unternehmen über Partnerschaften oder direkte Investitionen mit offenen Armen auf. Es gibt unzählige Möglichkeiten für österreichische Unternehmen und dies gilt gleichermaßen für Dienstleistungen, die Grundindustrie, den Immobiliensektor als auch den Tourismus. Die Städteplanungs- und Wohnprojekte, der Wiederaufbau des Eisenbahnnetzes, die Wiederherstellung der Werftkapazitäten für die See- und Küstenschifffahrt, die hochqualitative Öl- und Gasraffinierung, die Priorisierung des öffentlichen Verkehrs in den Städten, die Verbilligung des Zugangs zu Telekommunikation und Breitband-Internet, die Suche nach Produktivität in der Verteilung und Nutzung von Wasser und insbesondere die Abwasserentsorgung sowie die Stärkung der erneuerbaren Energieträger eröffnen eine Vielzahl an Möglichkeiten für Investitionen. *** Sicherheit für Investoren Brasilien verfügt über ein Rechtssystem, das sich vom Römischen Recht ableitet. Der große österreichische Jurist Hans Kelsen ist Teil des Studienplans an den besten Rechtsfakultäten des Landes. Gemäß eines Uncitrad-Berichts belegte Brasilien im vergangenen Jahr (2009) Platz zehn im Ranking der direkten internationalen Investitionen. 2010 erhielt Brasilien 30,2 Milliarden Dollar an ausländischen Investitionen, gegenüber 25,9 Milliarden im Jahre davor, was einer Steigerung von 16,3 Prozentpunkten entspricht. Die Erzherzogin hätte, wäre sie noch am Leben, in den kommenden Jahrzehnten noch viele Schätze zu heben. SOCIETY 2_11 | 67

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