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SOCIETY Magazin 358

MONGOLEI KOMMENTAR Österreichs Netzwerker im Ausland Dschingis Khans Erben Die Mongolei – ein riesiges Land, fast zwanzig Mal so groß wie Österreich mit nur knapp über drei Millionen Einwohnern. Von allen unabhängigen Staaten der Welt ist die Mongolei das Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte. Gastkommentar von Hermann Kroiher Mit den beiden einzigen Nachbarländern hat die Mongolei im Norden eine gemeinsame Grenze von 3.500 km mit Sibirien bzw. Russland, im Süden 4.700 km mit China. Die Mongolei hat nicht nur für Europäer noch immer etwas Fremdes, Exotisches und Wildes an sich. Es ist ein Land der Weite und des Abenteuers. Die Klischees stimmen, aber sie haben sich im Laufe der Zeit verändert. Fest steht jedenfalls: es ist ein außergewöhnliches Land von einer einzigartigen und überwältigenden Schönheit und einer herzlichen Gastfreundschaft. *** Dschingis Khans Erben Ein Synonym für die Mongolei sind die Jurten oder auch Ger genannt, die ursprüngliche runde Behausung der Mongolen. Diese Nomadenzelte bilden auch heute noch die traditionelle Unterkunftsform. Touristen werden gegen entsprechende Aufzahlungen auch Luxusvarianten angeboten. Der historisch bedeutenden Persönlichkeit Dschings Khan gelang es, die mongolischen Stämme zu einen. Er und seine Nachkommen schufen ein Reich mit einer Ausdehnung von Ostasien bis nach Europa. Jahrhunderte zuvor hatten bereits die Chinesen an ihrer Nordgrenze zum Schutz ihrer Viehzüchter die „Große Mauer“ errichtet. Gegen Ende des 14.Jahrhunderts zerfiel das Mongolische Großreich, dreihundert Jahre später unterwarf sich der Feudaladel dem chinesischen Kaiserhof. *** Neun weiße Rossschweife Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird nach dem Unabhängigkeitskampf 1924 die mongolische Volksrepublik nach sowjetischem Muster ausgerufen. Zur politischen Wende kommt es 1990: Aufhebung der Einparteienherrschaft, die Demokratisierung der MRVP und die Hinwendung zu Demokratie und Marktwirtschaft. Die Mongolei ist jedoch ein Land mit Individualität in allen Belangen geblieben, besonders für Reisende: eine Destination 26 | SOCIETY 2_11 für Massentourismus wird die Mongolei (hoffentlich) nicht so schnell werden, das wollen auch die verantwortlichen Politiker verhindern. Bleiben wird es ein Ziel für Naturliebhaber, Menschen mit einer Vorliebe für Neues und einen Sinn für Abenteuer und auch für Jäger, die sich ihre Leidenschaft schon etwas kosten lassen. Die Hauptstadt Ulan Bator ist keine Stadt mit einer dramatischen Architektur, vielmehr eine interessante wilde Mischung aus etwas verkommenen Bauten der kommunistischen Ära und neuer, moderner westlicher Welt. Kein Zweifel, die Mongolei ist im Aufbruch. Die Traditionen will man trotzdem behalten: im Regierungsgebäude geht man im Uhrzeigersinn um neun weiße Rossschweife, die Feldzeichen Dschingis Khans, herum, auf dass die Geschäfte positiv verlaufen. Hermann Kroiher als „Dschingis Khan“ während eines Mongoleibesuchs ÜBER DEN AUTOR Hermann Kroiher, geboren am 8. Dezember 1953, war einen Großteil seines Berufslebens im In- und Ausland für die „Österreich Werbung“ tätig, u. a. in Mexiko, Saudi Arabien und Skandinavien. Er ist Tourismus-Consulter und Projektentwickler, sowie Verfasser von Medienartikeln und Vortragender zum Thema Tourismus. Mit der Mongolei ist er als Generalsekretär des „Mongolischen Kulturvereins in europäischen Ländern“ verbunden. *** Kulinarische und kulturelle Besonderheiten Auch Kulinarisch bietet das Land Besonderes, allerdings muss man da schon eine gewisse Härte, Unerschrockenheit und einen Magen mit „internationaler Erfahrung“ mitbringen: zu den traditionellen Spezialitäten zählen u.a. gegorene Stutenmilch, Yakyoghurt, harter Schafskäse (etwas für Abgehärtete), Hammelsuppe, Hammelfleisch in allen Variationen, Tee mit fetter, gesalzener Yakmilch (gewöhnungsbedürftig) und Schwarzbeermarmelade (köstlich). Kulturell fasziniert die Mongolei durch ihre Andersartigkeit. Kultur in allen Variationen, Kunst, Schauspiel, Musik und Tanz haben in der Mongolei eine lange Tradition und werden liebevoll gepflegt. Ein „Instrument der mongolischen Identität“ ist die Pferdekopfgeige. Eine Besonderheit ist der Obertongesang: durch eine spezielle Atemtechnik erweckt der Sänger den Eindruck, als hätte er zwei Stimmen, dadurch wirkt der Gesang würdevoll und spirituell. *** Boom-Land von morgen Wirtschaftlich stehen die Zeichen ebenfalls auf Veränderung. Als ein Transformationsland im ehemaligen Ostblock erlebt die Mongolei heute einen Boom. Die Mongolei gilt als eines der zehn rohstoffreichsten Länder der Welt, die größten Ressourcen bilden Kupfer und Uran, aber auch Erdöl und Gold werden verstärkt gefördert. Die Beziehungen zwischen Österreich und der Mongolei entwickeln sich seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1963 immer intensiver. Neben dem Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen stehen vor allen Dingen kulturelle und wissenschaftliche Aspekte (immer mehr junge MongolInnen studieren an österreichischen Universitäten) im Vordergrund, aber auch dem Tourismus wird eine tragende Rolle im gegenseitigen Kennenlernen und der Verständigung beider Völker zukommen. Die Mongolei – ein Land mit einer großen Vergangenheit und ein Partner mit Zukunft.

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