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SOCIETY Magazin 358

MONGOLEI WIRTSCHAFT Wirtschaftsaufschwung Der Rohstoffkaiser Die Mongolei hat seit der Auflösung der Sowjetunion erhebliche Fortschritte beim Übergang zur Marktwirtschaft erreicht. Trotz dieser positiven wirtschaftlichen Tendenz ist die Mongolei auch heute noch auf Entwicklungshilfe angewiesen. Nachdem die Zentralverwaltungswirtschaft zusammen gebrochen war und aufgrund der damit verbundenen strukturellen Änderungen, wie zum Beispiel des Wegfalls der Moskauer Wirtschaftshilfe und des Abzugs von osteuropäischen Experten, stand die Mongolei zu Beginn der 90er Jahre vor einer Wirtschaftskrise. Obwohl es nun seit mehr als zehn Jahren wirtschaftlich bergauf geht ist die Mongolei noch auf Entwicklungshilfe von internationalen Organisationen angewiesen. *** Allgemeine Wirtschaftslage Die Wirtschaftskrise traf die Mongolei zwar härter als viele andere asiatische Länder, doch nach einem Wirtschaftsrückgang 2009 konnte die Mongolei im Jahr 2010 ein Wachstum von 6,1 Prozent verzeichnen. Der Bergbausektor spielt für die mongolische Wirtschaftslage, insbesondere für den Export, eine wichtige Rolle. Zuletzt konnte die Mongolei mit einem stark ansteigenden Kohleexport nach China Aufsehen erregen. Knapp zehn Prozent der chinesischen Importe stammen aus der Mongolei, damit ist sie der viertgrößte Kohlelieferant für China und die Tendenz ist weiter steigend. Auch der Kupferabbau in Erdenet ist für die Mongolei von großer Bedeutung. Die Mine ist ein mongolisch-russisches Joint 22 | SOCIETY 2_11 Venture und verzeichnet große Teile des mongolischen Exports. Die mongolische Regierung ist auch bestrebt ausländische Investoren für den Bergbausektor zu gewinnen und versucht gesetzliche Rahmenbedingungen für eine Öffnung der Wirtschaft zu schaffen. Der momentan wichtigste Investor in der Mongolei ist die Volksrepublik China. *** Land- und Viehwirtschaft Neben dem Abbau von Rohstoffen ist die Landwirtschaft ein weiterer wichtiger Wirtschaftssektor der Mongolen. Im Jahr 2009 war der mongolische Viehbestand mit 44 Millionen Tieren rekordverdächtig hoch und das, obwohl der Viehwirtschaftssektor an Bedeutung für das BIP verliert. Für die rund vierzig Prozent als Nomaden lebenden Mongolen ist deren Tierbestand dennoch wichtig, da die Land- und Viehwirtschaft ihre Lebensgrundlage bildet. Ein großer Teil der Industrieerzeugnisse kommt ebenfalls aus der Landwirtschaft. Vor allem die Produktion von Kaschmir bietet vielen Bauern die Möglichkeit eines eigenen Einkommens. Sie erhalten umgerechnet 37 USD für einen Kilogramm Kaschmir. Geld, das viele der Bauern dringend benötigen, denn sie sind in einem Land zuhause, in dem etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze (20 USD/Monat) lebt. Momentan sorgt jedoch die intensive und aggressive Nutzung des Weidelandes zunehmend für Besorgnis. Das empfindliche Ökosystem der Mongolei wird durch die Überweidung, die Abholzung und durch den umweltbedrohlichen Abbau von Rohstoffen gefährdet. *** Österreich und die Mongolei Österreich und die Mongolei pflegen seit 1963 diplomatische Beziehungen und die bilateralen Außenwirtschaftsbeziehungen sind zwar durchaus positiv, aber weiter ausbaufähig. Bei den mongolischen Exporten nach Österreich handelte es sich zu neunzig Prozent um Textilprodukte und sie betrugen im Jahr 2010 1,1 Mio. Euro. Österreich exportierte Großteils Spezial- und Lebensmittelmaschinen sowie Arzneiwaren in die Mongolei und somit beliefen sich die österreichischen Exporte in Summe auf 3,3 Mio. Euro. WIRTSCHAFTSDATEN AUSSENHANDEL DER MONGOLEI MIT ÖSTERREICH Exporte nach Österreich: 1,1 Mio. EUR (2010) Bedeutendste Exportprodukte: Textilwaren (v.a. Mäntel, Pullover, Decken), Mineralische Rohstoffe, Edelmetalle Importe aus Österreich: 3,3 Mio. EUR (2010) Bedeutendste Importprodukte: Spezialmaschinen (v.a. Bau/Bergbau) und Lebensmittelmaschinen, pharmazeutische Produkte, Fahrzeuge, Getränke WIRTSCHAFTSDATEN MONGOLEI (2009/2010) Bedeutende Wirtschaftssektoren: Landwirtschaft (Viehzucht und die damit verbundene Industrieproduktion), Bergbau (Gold, Silber, Erze, Flussspat), Dienstleistungen Wirtschaftswachstum: 6,1% BIP real: 8.255,1 Mrd. MNT = ca. 5,1 Mrd. EUR Inflationsrate: 10,1% (2010) Arbeitslosenquote: ca. 2,8 % Währung: Mongolischer Tugrik (MNT, Tg), Wechselkurs 1 EUR = 1.631 MNT (12/2010) Mitgliedschaft in wirtschaftlichen Organisationen: Weltbank, WTO, EBRD, IBRD, ASEAN Regional Forum (ARF) Exporte: 2.899,2 Mio. USD Wichtige Exportmärkte: China, EU, Kanada und Russland Bedeutendste Exportwaren: Mineralische Rohstoffe, Edelmetalle, tierische Produkte und Textilien (v.a. Wolle, Kaschmir, Leder) Importe: 3.277,9 Mio. USD Wichtigste Importmärkte: Russland, China, EU, Südkorea, Japan Bedeutendste Importwaren: Mineralien, Papier, elektronische Produkte, Fahrzeug- und Kfz-Teile, Treibstoffe, Nahrungsmittel, Maschinen, pharmazeutische Produkte, Luxusgüter Quelle: Außenwirtschaft Österreich (AWO)

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