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SLOWENIEN
BOTSCHAFTER
Zwanzig Jahre Slowenien
„Wir waren tüchtige Schüler“
Sloweniens Botschafter Aleksander Gerzina spricht im SOCIETY-Interview anlässlich
zwanzig Jahre Unabhängigkeit über Erfolge, den Grenzstreit mit Kroatien, die Kärntner
Ortstafelfrage und die wirtschaftliche Entwicklung im Exportland Slowenien.
� Slowenien hat 1991 früh seine Unabhängigkeit
erklärt. Die Wirtschaft ging rasch
steil nach oben. Slowenien ist seit 2004 EUund
NATO-Mitglied, hat 2007 den Euro eingeführt
und ist dem Schengener Abkommen
beigetreten. Seit 2010 ist Slowenien
OECD-Mitglied. Was für ein besseres Ergebnis
hätte man sich nach 20 Jahren Unabhängigkeit
erwarten können?
Tatsächlich hat Slowenien in den letzten
zwanzig Jahren viel erreicht, vor allem,
wenn man bedenkt, dass wir nur eine relativ
kleine Teilrepublik eines größeren Staatengebildes
waren. Wir haben nach kurzer
Zeit mit den EU-Verhandlungen sowie mit
dem NATO-Beitrittsprozess begonnen. Wir
waren tüchtige Schüler – aber es war zum
Teil auch schmerzhaft, weil wir natürlich
auch Konzessionen machen mussten. Wir
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hatten jedoch eine glückliche Hand, was
die damaligen Politiker betraf und eine gut
ausgebildete Beamtenschaft.
Wir waren auch als erstes neues Mitglied
mit der EU-Präsidentschaft betraut.
Das war eine ganz wichtige Phase, weil wir
durch die Vorbereitungen darauf viel über
die EU gelernt haben.
Sicherlich hätten wir manches auch
besser
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machen
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können.
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Man ist nie perfekt.
Die Verbindung mit dem Westbalkan
haben wir erst relativ spät wieder aufgenommen.
Einige energiepolitische Fragen
hätten wir besser entscheiden können. Die
Frage ist auch, ob wir genug für unsere
Bürger getan haben, also für den sozialen
und materiellen Zustand. Da hätten wir sicher
mehr machen können und Slowenien
muss noch einiges nachholen.
In der Sache der Grenzstreitigkeiten mit
Kroatien in der Bucht von Piran wurde die
Einigung erzielt, dass ein internationales
Schiedsgericht eine Lösung finden soll, die
automatisch akzeptiert wird. Damit hat
Slowenien aber keinen Einfluss mehr auf
das Ergebnis: Wieso ist es so schwierig, sich
in dieser Frage bilateral zu einigen?
Diese Frage ist vergleichsweise nicht
allzu schwierig: Es gibt beispielsweise offene
Grenzfragen zwischen Frankreich und
Spanien, oder zwischen Deutschland und
Dänemark, da dauert der Fall schon mehr
als hundert Jahre. Die Schwierigkeit in
unserem Fall kommt aus der gemeinsamen
Geschichte. Kroatien und Slowenien
haben immer hervorragende Beziehungen
gehabt. Das Problem ist, dass die Grenze
nicht festgelegt war. An Land haben wir die