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SOCIETY Magazin 357

MAKEDONIEN BOTSCHAFTER Den Herausforderungen gewachsen Positives Beispiel für Europa Der makedonische Botschafter Prof. Dr. Gjorgji Filipov über den EU-Fahrplan, den Namensstreit mit Griechenland, die multiethnische Regierung und den Aufbau der Wirtschaftsbeziehungen. � Zwanzig Jahre Unabhängigkeit: Welche politische und wirtschaftliche Bilanz kann Makedonien ziehen? Sind die Erwartungen erfüllt worden? Makedonien hat seit der Selbständigkeit im Jahre 1990 große Fortschritte beim Aufbau des Staats, der Institutionen und der demokratischen Strukturen gemacht. Das Land ist ein anerkanntes völkerrechtliches Subjekt, hat diplomatische Beziehungen mit 167 Ländern der Welt (Januar 2011) und ist Mitglied in den wichtigsten internationalen Organisationen. Makedonien hatte von Mai bis November 2010 den Vorsitz im Ministerkomitee des Europarates inne, all das ist ein Beweis, dass das Land von der internationalen Gemeinschaft als ein glaubwürdiger Partner behandelt wird. Wir sind besonders aktiv bei der regionalen Zusammenarbeit in SOE und bemühen uns, gute Beziehungen zu unseren Nachbarn aufzubauen, trotz einiger historischer Lasten. Auf innenpolitischer Ebene möchte ich besonders die funktionierende multiethnische Demokratie in Makedonien betonen, als Beweis, dass das friedliche Zusammenleben verschiedener ethnischer Gruppen und Religionen durchaus möglich ist und als Beispiel für andere multiethnische Länder dienen kann. Andererseits kommen wir leider nicht so gut voran bei unseren strategischen Zielen, der NATO- und der EU-Mitgliedschaft. Für die NATO-Mitgliedschaft haben wir schon alle notwendigen Kriterien erfüllt, aber bekommen keine Einladung, und in Bezug auf die EU können wir die Beitrittsverhandlungen nicht beginnen, weil uns ein anderes, nicht prinzipielles Kriterium aufgedrängt wird, die Änderung des Namens unseres Landes… Es galt natürlich auch Hürden zu überbrücken während dieser zwanzig Jahre, wie z. B. 1993 das UN-Embargo gegen Serbien und der Boykott Griechenlands, die zu einer Isolation von Makedonien und zu hohen Verlusten geführt haben, dann die Kosovokrise im Jahr 1999 und die Krise in Makedonien 2001, aber alles in allem ist die politische Bilanz positiv. 18 | SOCIETY 1_11 In Makedonien wurden auch wichtige wirtschaftliche Schritte getan, die EU ist mit 42 Prozent Anteil am Gesamthandelsvolumen wichtigster Handelspartner. Das bereits im Juni 2001 in Kraft gesetzte Interimsabkommen sieht die schrittweise Errichtung einer Freihandelszone innerhalb von höchstens zehn Jahren nach Inkrafttreten des Abkommens – also spätestens bis Juni dieses Jahres vor. Ab 2006 leitete die Republik eine millionenschwere Offensive ein, um neue Investoren anzulocken. Heute ist Makedonien ein stabiles Land mit stabiler Wirtschaft, eigener j wfkj ew stabiler jke wjkehjw Währung khje (die an den Euro gekoppelt ist), mit stabilem wirtschaftlichem Wachstum, mit geringen Schulden im Vergleich zu anderen Ländern aus der Region, ein Land mit altem kulturellem Erbe und wunderschöner Natur. Vor zwanzig Jahren hat Jugoslawien aufgehört zu existieren. In absehbarer Zeit werden die meisten Nachfolgestaaten als EU-Staaten wieder vereint sein. Was lehrt „Wir sind überzeugt, dass die Republik Makedonien bald auch Mitglied der EU sein wird.“ GJORGJI FILIPOV die Europäer dieses Beispiel? Wir sind überzeugt, dass die Republik Makedonien bald auch Mitglied der EU sein wird, genau wie die anderen Länder von Ex-Jugoslawien. Es gibt keine Frage über den Prozess des Lernens, aber man könnte eher über einen Prozess von Erfahrungen nachdenken. Die Europäer in West und Ost, sowie jene im Südosten haben endlich gelernt, dass es besser und sicherer ist, zusammen zu leben und zu kooperieren, als geteilt zu sein. 2005 wollte Makedonien bereits 2010 EU-Mitglied sein. Noch ist es nicht so weit. Was sind die Gründe für die Verzögerung? Wie beurteilen Sie die Fortschritte in Richtung Beitrittsverhandlungen? Makedonien hat die EU-Mitgliedschaft im März 2004 beantragt. Seit Dezember 2005 hat Makedonien den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Ich möchte Sie daran erinnern, dass der Europäische Rat 1993 in Kopenhagen die so genannten „Kopenhagener Kriterien“ für die Bei-

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