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SOCIETY Magazin 357

tien. Kroatien ist auf jeden Fall bereit, kompromisslos gegen solche Korruptionsfälle zu kämpfen. Präsident Josipovic hat voriges Jahr sein Bedauern über die Rolle Kroatiens im Bosnienkrieg geäußert. Es gab aber auch scharfe Proteste gegen seine Rede. Wie denken die Menschen über dieses Thema? Die Frage nach der Unabhängigkeit von Bosnien und Herzegowina ist für Kroatien bereits geklärt. Das Land unterstützt den Weg in die Eigenständigkeit voll und ganz, wenn sowohl die Bosnier, Serben und Kroaten gleichgestellt sind. Dies stellt meiner Meinung nach die Basis für die Zukunft des Landes dar. Wichtig ist zudem auch, dass Kriegsverbrechern zur Verantwortung gezogen werden und diese auch bestraft werden. Dann wird Kroatien auch den Beitritt zur EU und NATO von Bosnien und Herzegowina unterstützen. Ein weiterer Beitrittskandidat für die Europäische Union ist Türkei. Sie waren zuvor Botschafter in Ankara. Welche Erfahrungen haben Sie von der Türkei nach Österreich mitgenommen, und welche Aufgaben warten auf Sie in Wien? In den fünf Jahren, in denen ich in der Türkei gelebt habe, konnte ich einen raschen Wandlungsprozess beobachten. Im internationalen Bereich spielt die Türkei heute eine große Rolle und die Beziehungen zu Kroatien sind sehr gut. Doch mit Österreich verbindet mein Heimatland eine ganz andere Vergangenheit, eine gemeinsame Geschichte, Partnerschaft und Freundschaft. Die kroatische Gesellschaft in Österreich ist sehr groß. Es befinden sich in etwa 100.000 Leute kroatischer Herkunft in Österreich. Auch die kroatische Minderheit im Burgenland ist mit einer Zahl von ca. 50.000 stark vertreten. Es gilt also für mich, die ausgezeichneten Beziehungen zwischen den Ländern weiter zu pflegen. Dies ist eine Aufgabe, um die ich mich mit Stolz kümmern werde. Welche Wirtschaftsprojekte führt Österreich in Kroatien und umgekehrt Kroatien in Österreich? Österreich befindet sich auf dem höchsten Rang unserer Investoren in Kroatien. Vor allem im Finanzsektor spielen österreichische Unternehmen eine große Rolle, vor allem Banken wie die Raiffeisenbank, Volksbank, Erste & Steiermärkische, Bank Austria, BKS Bank oder HYPO Alpe Adria. Auch im Tourismus sind die Österreicher stark beteiligt. Mein Plan ist es, auch die Zusammenarbeit im Industriesektor zu stärken. 2011 möchte ich zu diesem An- „Die Justiz ist der Kernpunkt, auf dem alle weiteren Bereiche aufbauen.“ GORDAN BAKOTA lass eine große wirtschaftliche Konferenz mit Kroatien und Österreich organisieren. Zusätzlich wird an der Botschaft der Posten eines Handelsattachés geschaffen, um eine größere Kompetenz zur Unterstützung kroatischer Unternehmen in Österreich zu erreichen. Ich möchte die Wirtschaft des Landes stärken und wir werden auch bereit sein, einige Projekte zu beschleunigen und neue Projekte mit österreichischen Partnern zu eröffnen. Welche Wirtschaftsprojekte aus Österreich in Kroatien und umgekehrt sind besonders erfolgreich? Hier ist wieder der Finanzsektor mit den großen österreichischen Banken zu CURRICULUM VITAE Botschafter Gordan Bakota ist am 16. Jänner 1967 in Zagreb geboren. Nach dem rechtswissenschaftlichen Studium besuchte er die Diplomatische Akademie in Zagreb. 1992 trat er in den Diplomatischen Dienst ein. Stationen seiner Karriere waren u. a. Vizekonsul am Generalkonsulat in Zürich, 2. Botschaftssekretär an der Botschaft in Bern, Leiter der Konsularabteilung in Belgrad, Botschaftsrat in Washington, Staatssekretär im Außenministerium und Botschafter von Kroatien in der Türkei. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. nennen. Außerdem besteht eine stark ausgeprägte überregionale Zusammenarbeit zwischen Österreich und Kroatien, besonders bei erneuerbaren Energien. Die Donau soll als Transport- und Verbindungsmittel stärker genutzt werden. Die so genannte Donaustrategie, die Österreich bereits übernommen hat, ist also besonders wichtig. Im Wirtschaftsgebiet sind zusätzlich europäische Fonds sehr wichtig, außerdem darf man die Wichtigkeit der österreichischen Touristen in Kroatien als wirtschaftliche Unterstützung nicht vergessen. Gute Vernetzungen und Verkehrsbedingungen sind wichtig, dafür haben wir vor fünf, sechs Jahren eine neue Autobahn errichten lassen. Was unternehmen Sie, wenn Sie nicht als Botschafter in Wien unterwegs sind? Ich spaziere sehr gern durch die Wiener Innenstadt und schau mir die verschiedensten kulturellen Bauten an. Letztens war ich in der Albertina. Ich liebe Kultur, lese gern und spiele Tennis. Momentan lese ich gerade das Buch „Mein Österreich“ von Paul Lendvai. Außerdem genieße ich die traditionelle Wiener Küche, ganz typisch mit Sachertorte und Wiener Schnitzel. Dazu bestelle ich am liebsten einen guten Rotwein, auch wenn die Österreicher das Schnitzel eher mit Bier kombinieren. Haben Sie Ihre Familie nach Österreich mitgenommen? Meine Frau arbeitet in Zagreb, meine beiden Kinder sind zurzeit auch in Kroatien und besuchen dort die Schule. Im Sommer werden sie mich dann länger besuchen können und mit mir diese wunderbare Stadt genießen. SOCIETY 1_11 | 13

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