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empfehlung durch seine lokale Hauskanzlei.
Allerdings birgt dieses Modell auch Risiken:
Ein schlechtes Referral gefährdet
nicht nur das Mandat vor Ort, sondern potenziell
auch die gewachsene Klientenbeziehung
im eigenen Land. Daher ist außerordentliche
Sorgfalt bei der Auswahl der
Best Friends geboten.
Wie funktioniert das von Ihnen in den
letzten Jahren entwickelte Konzept von
„LGP Legal Solutions“?
LGP Legal Solutions ist unser Modell zur
Lösung dieses Dilemmas und stellt einen
dritten Weg dar. Es basiert auf unserer konkreten
Erfahrung, dass es unmöglich ist,
strategisch dieselbe „Melodie“ auf den riesigen
Märkten Russlands oder Chinas und
gleichzeitig auf den kleineren netzwerkorientierten
Märkten des Balkans „abzuspielen“.
Die Schwierigkeit bei der Positionierung
als international agierender
Berater liegt darin, dass man für verschiedene
geographische Regionen lokal diversifizierte
Business-Modelle finden muss.
Länder wie z. B. Russland oder China erfordern
differenzierte, sogar auf die jeweilige
Region des Landes angepasste anwaltliche
Betreuung. Denn: Moskau ist nicht gleich
Jekaterinburg oder Irkutsk. Deshalb legen
wir den Fokus auf maßgeschneiderte Lösungen
für den jeweiligen Markt – die besten
„Legal Solutions“ eben. Das setzt eine
ausgezeichnete Kenntnis des Zielmarkts
und der Partner ebenso wie die entsprechenden
Personalressourcen im eigenen
Unternehmen voraus. Wir verfolgen aus
Überzeugung einen regionalen, thematischen
und projektbezogenen Ansatz.
CURRICULUM VITAE
Dr. Gabriel Lansky ist Anwalt und Senior Partner bei Lansky,
Ganzger & Partner, einer internationalen Anwaltskanzlei
mit Sitz in Wien und mit Repräsentanzen in Baku
(Aserbaidschan) und Bratislava (Slowakei) sowie zahlreichen
Partnerkanzleien in Südosteuropa und Zentralosteuropa.
Gabriel Lansky ist eingetragener Anwalt in Bratislava,
Budapest und Brüssel, wo er für die Interessen seiner
Mandanten vor der Europäischen Union auftritt. Er ist
Vortragender an der Universität Wien und Autor einer Vielzahl
von Artikeln und Publikationen in den Bereichen Europäisches
Recht, Harmonisierung des Rechts der verschiedenen
EU-Mitgliedstaaten, Übernahme des aquis
communautaire, Strafrecht und Medienrecht.
Dieses Konzept bedeutet im Detail: Wir
haben je nach Größe des Zielmarkts unterschiedlich
viele und profilierte „Best-
Friends-Kanzleien“ und kombinieren dieses
Standardmodell mit der Anwesenheit
von Juristen aus den jeweiligen Ländern
bei uns an den Standorten Wien und Bratislava.
Sie sind dafür zuständig, dass wir
die geeigneten „Best Friends“ aussuchen,
die optimale Joint-Venture-Struktur für
das jeweilige Projekt finden und mit der lokalen
Kanzlei gemeinsam das Projekt abwickeln
sowie die nötige Qualitätssicherung
gewährleisten.
Was ist das Besondere an EWIV LGP Legal
Solutions?
LGP Legal Solutions ist auch ein Europäischer
Wirtschaftsverein (eine juristische
Person des EU-Rechts, „EWIV“ genannt),
eine Allianz, die derzeit Serbien,
Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien,
Kosovo, Montenegro und Mazedonien
abdeckt. Diese Länder sind hochinteressante,
relativ autarke kleinere
Ökonomien mit stark etablierten regionalen
„Anwaltskaisern“. Wir testen mit
unserem Verein unser Modell! Dass gerade
wir das erste Netzwerk von Topkanzleien
aus jedem Staat des früheren Jugoslawien
unter einem Dach vereinen,
erfüllt mich mit Freude und Stolz.
Die EWIV stellt eine flexible und unbürokratische
Rechtsform dar, welche
die Unabhängigkeit jedes EWIV-Mitglieds
wahrt. Damit haben wir eine Plattform,
über die wir nicht nur Klienten betreuen,
sondern auch Rechtsfragen gemeinsam
analysieren. Und wir erreichen damit,
dass die vorhandenen gemeinsamen
Rechtsstrukturen gestärkt werden. Das
erleichtert auch den Binnenhandel der
Staaten, was wir durch Awards und Kongresse
fördern. Wir verfolgen also einen
an die Mandantenbedürfnisse angepassten
pragmatischen „Can-Do-Ansatz“,
was uns eine gewisse Schlagkraft verleiht,
wenn es darum geht, für Klienten
über nationale Grenzen hinweg Projekte
voranzutreiben.
Politisch ist die EWIV für mich ein Instrument,
das beispielsweise auch in der
Frage der Menschenrechte auf dem Balkan
wichtige Akzente setzen soll. Der Hohe
Repräsentant von Bosnien-Herzegowina,
der ehemalige österreichische
Botschafter, Valentin Inzko, hat bei unserer
konstituierenden Sitzung diese Einschätzung
bestätigt. Wenn man so will,
ist die EWIV in einem Europa mit zunehmenden
nationalistischen Tendenzen
ein Projekt des Friedens und der Gemeinsamkeit.
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