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PHOTOcASE, FOTOGRAF: VIEW7
krete Einblicke in die technischen Strukturen und Abläufe gewonnen. In Kombination mit dem
BWl-Studium erklärten sich mir schließlich die wirtschaftlichen Zusammenhänge.
die Schneiderlehre war sicher der kreativere Teil …
Na ja, ich würde das nicht so sehen. Das Schneidern hat sicherlich mit Kreativität zu tun, aber
auch die zielgerichtete Umsetzung von Innovationen für die Gesellschaft erfordert Kreativität.
Hier setzt das BWl-Studium an, denn ich wollte nicht nur kreativ sein, sondern die Ergebnisse
auch in die Gesellschaft tragen.
Welche neuen Sichtweisen haben sich Ihnen im Laufe Ihrer Karriere eröffnet?
Ich habe mehr und mehr festgestellt, wie wichtig die Kompetenzen der Mitarbeiter sind, und
dass man ihnen auch Freiräume geben muss.
deutschland verliert viele kreative Köpfe. Wollten Sie auch mal auswandern?
Nein, und zwar deshalb nicht, weil der Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland
durchaus attraktiv ist. Man muss aber daran arbeiten, dass er auch weiterhin attraktiv bleibt.
Dafür brauchen wir qualifi zierten Nachwuchs. Den vielbeschworenen Verlust von kompetenten
Absolventen, Wissenschaftlern und Kreativen kann man auch positiv bewerten, wenn
diese wieder nach Deutschland zurückkehren. Denn das Sammeln von Erfahrungen und Kontakten
im Ausland kann sich wieder positiv auf die wirtschaftliche leistung in Deutschland
auswirken.
Manchmal hat man das Gefühl, in deutschland entstehen kaum mehr Innovationen.
Täuscht das?
Ja! Wir haben eine sehr starke Innovationskultur, die bestimmt ist von einer schnellen Vernetzung
der Akteure im Innovationssystem und unserer Art und Weise, wie wir Produkte
entwickeln, auf den Markt bringen und exportieren. Jedoch steht Deutschland angesichts
der rasanten Entwicklung in china vor vielen neuen Herausforderungen: Wir müssen beispielsweise
die interkulturellen Kompetenzen stärker in den Vordergrund rücken und dürfen
nicht glauben, dass unsere Innnovationskultur ohne Veränderungen weitergeschrieben wird.
Kann die deutsche Gründlichkeit auch zum Feind von Innovationen werden?
Nein, eben diese Gründlichkeit trägt ja unter anderem dazu bei, dass die Idee zur Innovation
wird. Was allerdings einschränken kann, sind die Rahmenbedingungen. Kleine oder mittelständische
Unternehmen haben einen sehr großen bürokratischen Aufwand, wenn sie sich
in ein EU-Projekt einbringen wollen, sodass sie sich oft abwenden. Auch auf die steuerliche
FuE-Förderung von Innovationen achten andere länder verstärkt und weisen hier deutliche
Erfolge auf.
KünFtig QUerdenKer
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