Get the FLASH PLAYER to view this magazine:

Get Adobe Flash player

- or -

View as HTML version

www.psi-network.de PSI Journal 5/2016 dazu bereit wären, für etwas so Simples wie eine Sonnenblende zu bezahlen. Ich fuhr von Stadt zu Stadt und verteilte den Großteil der ersten Produktionscharge buchstäblich aus dem Kofferraum meines Autos.“ Dann allerdings bekam das Projekt Auftrieb aus einer Richtung, die sich später als wegweisend herausstellte: das Business-to-Business. „Unsere Produkte sind prädestiniert für den Einsatz als Werbeartikel. Sie besitzen einen hohen praktischen Wert, einen enormen Multiplikationsfaktor und bieten eine große Werbefläche. Die Tatsache, dass der Konzern 3M allein 10.000 Sonnenblenden für die Olympischen Spiele 1988 bestellt hat, stellte sich als Glücksfall heraus“, berichtet Carlos Jiménez rückblickend. PATENTIERTE ENTWICKLUNGEN MIT ERFOLGSGARANTIE Mit der wachsenden Anerkennung dieses einfachen, aber sehr nützlichen Gegenstandes stiegen nun auch das Interesse und die Nachfrage des Einzelhandels. Die Tatsache, dass Clipy sich ausschließlich auf die Werbeartikelwirtschaft konzentriert hat – heute der einzige Vertriebsweg des Unternehmens –, führte zu weiteren Entwicklungen des Produkts. So begann Clipy 1997, mithilfe des Offsetdrucks die Sonnenblenden an Kundenwünsche anzupassen: „Werbeagenturen hatten viel höhere Ansprüche an das Design des Blendschutzes und wollten beispielsweise Fotomotive abdrucken“, erklärt Cristina González, Vertriebsleiterin und Exportmanagerin bei Clipy. „Zusätzlich zu der verbesserten Druckqualität bietet der Offsetdruck einen erheblichen Vorteil: Schnelligkeit. So können wir heute 7.000 Stück pro Stunde produzieren.“ Ein weiterer Meilenstein war die Einführung von Clipy Compact im Jahr 2000. Das patentierte Modell, das dank der speziellen Technik kompakt, faltbar und mit einer Kunststoffbefestigung ausgestattet ist, ist wie nahezu alle Clipy-Produkte eine Erfindung von Carlos Jiménez. Der Super Compact, der noch kleiner gefaltet werden kann, ist eine weitere Entwicklung des Produkts. Maxi und Jumbo folgen eher dem Trend zu größeren Sonnenblenden. Static wur- Carlos Jiménez ist eher zufällig auf die Geschäfts idee für sein erfolgreiches Unternehmen Clipy gestoßen. de 2003 eingeführt. Der Blendschutz aus elektrostatischer Folie mit einem mikroperforierten Aufdruck kann am Seitenfenster angebracht werden und ermöglicht es Unternehmen damit, auch an Autotüren zu werben. Ein Modell für die kalten Wintermonate, der wetterfeste Wintershield, der auf der Außenseite der Frontscheibe angebracht wird und vor Eis und Schnee schützen soll, kam 2005 zur Produktlinie hinzu. Mit Produktentwicklungen wie diesen, deren Patente mittlerweile einen ganzen Aktenordner füllen, hat Clipy eine Nische besetzt und ist zu einem hochspezialisierten Lieferanten geworden. SCHEINBAR SIMPLES PRODUKT MIT KOMPLIZIERTER HERSTELLUNG Mittlerweile macht das Unternehmen einen Umsatz von drei Millionen Euro und beschäftigt 17 Vollzeitkräfte. Sieben Mitarbeiter sind am Hauptsitz in Madrid tätig. Zehn Angestellte arbeiten in Partnerbetrieben, in denen Clipy seine Produkte herstellt und individualisiert. Seit seiner Gründung hat das Unternehmen exklusiv bei ausgewiesenen Experten in Spanien produziert, die sich auf eine komplexe Produktion verstehen: „Wir benutzen eine spe- zielle Pappe, deren Rillen besonders lang sind und alle in derselben Richtung liegen – das ist entscheidend für die Falttechnik“, berichtet Begoña Alvarez, kaufmännische Leiterin bei Clipy. „Wir kaufen diese FSCzertifizierte Pappe von einem speziellen Anbieter aus Finnland. Weil wir das Material nur in großen Mengen erwerben können, müssen wir diese auch lagern können – so haben wir immer zwischen 250.000 und 300.000 Pappen auf Lager.“ Eine weitere Herausforderung stellt die Metallisierung von Karton dar. „Das Aufbringen der Aluminiumschicht ist Präzisionsarbeit“, sagt Cristina González. „und durchaus gefährlich, nicht zuletzt wegen der Reibungselektrizität des Aluminiums, die beim Stapeln der laminierten Pappen entsteht. Wir mussten dafür ebenso eine Lösung finden wie für das Problem, wie man die Aluminiumschicht auf bestimmten Modellen bedrucken kann.“ HAUPTABNEHMER KOMMEN AUS MITTELEUROPA Clipy verkauft den Großteil seiner fertigen Produkte ins Ausland. Das Unternehmen hat einen Exportanteil von 65 Prozent, denn Sonnenblenden sind keineswegs ein mediterranes Produkt, wie Begoña Alvarez weiß: „Überraschenderweise kommen unsere besten Kunden aus den Niederlanden, aus Belgien, Deutschland und der Schweiz.“ Und Cristina González fügt hinzu: „Der Export ist und war ein wichtiger Faktor, der es uns ermöglicht hat, die Krise zu überleben. Dass wir ein vergleichsweise kleines Team sind, hat sich dabei als echter Vorteil herausgestellt. Wir sind in der Lage, schnelle Entscheidungen zu treffen und unsere Kunden schätzen die kurzen Lieferwege, unsere Mehrsprachigkeit und zu guter Letzt unsere Schlichtheit und unseren Charme.“ Nicht zu vergessen die unverminderte Innovationsfreude der Iberer: „Der nächste große Schritt wird die Einführung des Digitaldrucks sein – die Arbeit an diesem Projekt hat bereits begonnen,“ verrät Carlos Jiménez und ist sich sicher, dem Unternehmen damit einen weiteren Platz in der Sonne zu verschaffen. < 71

Page 1
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11
Page 12
Page 13
Page 14
Page 15
Page 16
Page 17
Page 18
Page 19
Page 20
Page 21
Page 22
Page 23
Page 24
Page 25
Page 26
Page 27
Page 28
Page 29
Page 30
Page 31
Page 32
Page 33
Page 34
Page 35
Page 36
Page 37
Page 38
Page 39
Page 40
Page 41
Page 42
Page 43
Page 44
Page 45
Page 46
Page 47
Page 48
Page 49
Page 50
Page 51
Page 52
Page 53
Page 54
Page 55
Page 56
Page 57
Page 58
Page 59
Page 60
Page 61
Page 62
Page 63
Page 64
Page 65
Page 66
Page 67
Page 68
Page 69
Page 70
Page 71
Page 72
Page 73
Page 74
Page 75
Page 76
Page 77
Page 78
Page 79
Page 80
Page 81
Page 82
Page 83
Page 84
Page 85
Page 86
Page 87
Page 88
Page 89
Page 90
Page 91
Page 92
Page 93
Page 94
Page 95
Page 96
Page 97
Page 98
Page 99
Page 100
Page 101
Page 102