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12 FOKUS PSI Journal 5/2016 www.psi-network.de fluss auf die Wirtschaftssteuerung nehmen. Da das rasante Wachstum der letzten Jahre mit kreditfinanzierten Investitionen erkauft war, leiden nun viele staatlich unterstützte Firmen. Das Bankensystem ist weitgehend staatlich dominiert und streng reguliert. Die Banken haben bislang an den staatlichen Krediten gut verdient, Privatunternehmen haben nach wie vor kaum Zugang zu Krediten. Die Reform des Finanzsektors ist einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zu einer innovationsgetriebenen, mehr auf den Binnenmarkt ausgerichteten Volkswirtschaft. CHINA GIBT SICH ZUVERSICHTLICH In China selbst versucht man, die Ängste um das Ende des Wachstums gar nicht erst aufkommen zu lassen und zeigt sich betont zuversichtlich. Die Umstrukturierung scheine schneller zu funktionieren als gedacht, wird der Chefökonom einer großen Hongkonger Vermögensverwaltung, Shen Jianguang, zitiert. Der Dienstleistungssektor habe mit über 50 Prozent (Vorjahr 48,1) immerhin zur Hälfte der Wirtschaftsleistung beigetragen. Dass der Dienstleistungsbereich und der Binnenkonsum den Rückgang in anderen Sektoren noch nicht völlig auffangen könne, sei zu erwarten gewesen, daher werde der Druck auf die Wirtschaft auch noch bestehen bleiben. CHINA AUF EINKAUFSTOUR In letzter Zeit häuften sich die Berichte von chinesischen Firmenkäufen und Kaufabsichten – weltweit, aber besonders auch in Europa und Deutschland. Allein in die- sem Jahr haben chinesische Unternehmen fast 3,2 Milliarden Dollar für zwölf deutsche Unternehmen geboten. Das ist in einem Quartal mehr, als in den fünf Jahren zuvor jeweils an Bietervolumen zusammenkam. Aus keinem anderen Land kam in diesem Jahr eine ähnlich hohe Summe, so eine Analyse des Handelsblatts. Für die Autoren ist das ein klares Zeichen dafür, dass China konsequent seinen strategischen Ansatz verfolgt, neue Märkte zu erschließen und seine Unternehmen zu globalisieren. Gerade in Zeiten, wo chinesische Firmen Verluste verzeichnen und wegen ihrer Rückständigkeit Nachteile im globalen Wettbewerb spüren, soll die internationale Expansion das geringere organische Wachstum abfedern. Die westlichen Unternehmensverkäufer treibt allerdings nach wie vor die Urangst vor dem Ausverkauf ihrer Technologien und dem Absaugen von Innovationen um. Zumindest inoffiziell traut man den Chinesen zu, mit dem westlichen Know-how eigene, preiswertere Produktionen aufzubauen und die erworbenen Firmen in Europa dann wieder aufzugeben. KONSEQUENZEN FÜR DIE BRANCHE Was könnten all diese Entwicklungen für die Werbeartikelwirtschaft bedeuten? Viele der Probleme, die Importeuren und Auftraggebern in China begegnen, sind nicht neu und haben mit den aktuellen Veränderungen gar nichts zu tun. Das kommt auch in den Aussagen unserer Gesprächspartner deutlich zum Ausdruck. Mit stei- genden Löhnen, anspruchsvolleren Beschäftigten und einem sich offenbarenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften macht sich schon seit einiger Zeit ein Wandel bemerkbar. Die Produktionskosten sind daher schon seit längerem im Aufwärtstrend, Verzögerungen und Terminverschleppungen kommen immer wieder vor. Westliche Auftraggeber, die die im Verhältnis immer noch günstigen Produktionsbedingungen nutzen, wissen schon lange, dass sie nur mit einem intensiven Qualitätsmanagement und regelmäßigen Kontrollen die gewünschten Standards durchsetzen können. Ein vertrauensvolles und kontinuierliches Verhältnis zu den chinesischen Partnern ist dabei von großem Vorteil. Viele Werbeartikelfirmen sind auf einem guten Weg und haben seit Jahren funktionierende Partnerschaften aufgebaut. Vor dem Hintergrund der definierten Ziele, die zum Wandel der chinesischen Wirtschaft führen sollen, kann man aus der „neuen Normalität“ durchaus auch positive Rahmenbedingungen für die Branche ableiten, wobei vieles frühestens mittelfristig zum Tragen kommen wird. Hierzu gehören beispielsweise die angekündigten Bildungsoffensiven, die eine innovationsfreudigere, kreativere Gesellschaft mit besser ausgebildeten Fachkräften hervorbringen sollen, ein Umfeld also, in dem Qualität einen soliden Wert besitzt. Mit den Geschäftspartnern der Zukunft wäre dann mehr als bisher eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe möglich. Als ungünstige Faktoren im chinesischen Wirtschaftsumfeld werden sich unter anderem die verstärkten Sicherheitsbemühungen und die Restriktionen im Zusammenhang mit Marktzugängen, Internetzugang und der weiterhin unzureichende Schutz geistigen Eigentums auswirken. < Quellen: China-Contact, Ausgaben 1-3 2016 www.handelsblatt.com www.spiegel.de www.faznet www.heute.de www.auswaertiges-amt.de/aussenpolitik

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