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www.psi-network.de PSI Journal 5/2016 PROFESSIONALISIERUNG GEHT WEITER Die aktuellen Veränderungen führen zu einer weiteren Professionalisierung (zum Beispiel in Bezug auf Sozial- und Umweltstandards, Innovationen, Service) der etablierten Player in China, die sich so von den „Billigheimern“ absetzen können. Auf unser Business wirken sich die neueren Entwicklungen fast gar nicht aus. Allerdings beziehen wir aber in unserem Stammgeschäft, dem Schul- und Bürobedarf, bereits einige Artikel aus verschiedenen Gründen wieder aus Europa – aufgrund der Währungsentwicklung teilweise sogar mit Preisvorteilen. Re-Sourcing-Projekte in Europa zu initiieren und andere Beschaffungsmärkte Asiens in den Fokus zu nehmen, werden künftige Aufgaben sein. IMPORT WIRD ANSPRUCHSVOLLER Deswegen sollte der Handel den immer anspruchsvoller werdenden Import den Profis überlassen und gemeinsam mit den Importeuren hochwertige Produkte entwickeln. Sollten sich die für uns z.B. aus der Schul- und Büroartikelbranche geltenden Standards auch in der Werbemittelbranche durchsetzen, wird es nicht einfacher. »Die gestiegenen Preise lassen den Rohertrag weiter schrumpfen.« SYLVIA DEPPE UND HARALD VÄTH, TEAM-D Es hat wohl niemand angenommen, dass die Wachstumsrate der Volksre- publik China ewig zweistellig bleibt. Gestiegene Lohnkosten liegen auch in den verbesserten Sozialleistungen und Arbeitsbedingungen begründet. Das erfüllt den Anspruch in Deutschland für Nachweise von „Social Compliance“, bedeutet aber auch höhere Preise. BILLIGPRODUKTE VERSUS QUALITÄT Spannend bleibt die weitere Entwicklung: Denn Abnehmer im Westen, auch in Deutschland, sind nicht bereit, für einen ehemals billigen China- Artikel jetzt mehr zu bezahlen. Sicherheitsstandards, Qualität und Social Compliance sollen natürlich trotzdem vorbildlich sein. Ein Teil der chinesischen Produzenten folgt dem Ruf nach billig und noch billiger und verlagert seine Fabriken in strukturschwächere Länder in Asien oder Afrika. Andere chinesische Produzenten setzen auf das gestiegene Qualitätsbewusstsein im Konsumverhalten und arbeiten weiterhin an der Verbesserung ihrer Standards. EINKAUFSBEDINGUNGEN ERSCHWERT Für uns haben sich die Einkaufsbedingungen zwar erschwert, das heißt, die gestiegenen Preise lassen den Rohertrag weiter schrumpfen. Denn an den Nebenkosten, auch für Produktsicherheit, werden wir nicht sparen. Ansonsten hat sich nicht viel verändert. Insolvente Fabriken wurden uns noch keine gemeldet. Würde ein Lieferant die Zahlungsmodalitäten ändern wollen, würden wir hellhörig werden. Die enge Zusammenarbeit und Lieferantentreue ist unverändert. Teilweise sinken die Mindestmengen wieder, das ist eine positive Entwicklung. PREISDRÜCKEREI AUCH JETZT KEIN THEMA Unsere Philosophie brauchen wir nicht zu verändern, diese ist zeitlos. Preisdrückerei – also um jeden Preis billig einkaufen – war nie unser Stil und ist auch jetzt kein Thema. Sobald wir einen ungesunden Preiskampf wahrnehmen, steigen wir aus. Es gibt unzählige schöne Produkte auf dem Weltmarkt und wir finden die, mit denen man handeln und trotzdem nachts gut schlafen kann. »In der Zusammenarbeit mit China sind Probleme entstanden, die es früher gar nicht gab.« STÉPHANE HENNIG, K+M WERBEMITTEL Zunächst einmal zur bisherigen Entwicklung: Die Wirtschaft Chinas wurde in den vergangenen Dekaden stark subventioniert, vor allem die Exporte. Messen beispielsweise wurden bis zu 100 Prozent staatlich finanziert. Damit konnten auch Unternehmen mit schwacher Kapitaldecke am Markt teilnehmen, die Arbeitskraft war ja vorhanden. Allerdings wurden im technologischen Bereich von den großen Global Playern so viel Arbeitskräfte gebunden, dass es (mit Ausnahme von 2015) Lohnsteigerungen im zweistelligen Bereich gab. Mit der Folge, dass die Lohnstückkosten einfach zu hoch geworden sind. MODERNISIERUNGSSTAU UND KAPITALLÜCKEN Inzwischen liegt der Fokus auf der Entwicklung neuer Technologien, dem Ausbau des Dienstleistungssektors und der zunehmenden Berücksichtigung von Umwelt- und Nachhaltigkeits-Aspekten. In vielen Bereichen fehlt aber das Kapital, um die Fabriken zu modernisieren und den gestiegenen Ansprüchen an Produkte und (ökologisch verträgliche) Produktionsverfahren gerecht zu werden. Auch ist die Verschuldung der Betriebe sehr hoch. Manche Unternehmer zogen sich auch aus dem Kerngeschäft 15

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