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14 FOKUS PSI Journal 5/2016 www.psi-network.de »Da wir nur mit renommierten und geprüften Fabriken arbeiten, spüren wir kaum Veränderungen.« TORSTEN MÜNICH, GLOBAL INNOVATIONS In den letzten Jahren sind die Standards der chinesischen Fabriken viel höher geworden und die Arbeitsbedingungen haben sich sehr verbessert. Große Fabriken mit hohen Sozialstandards werden stärker und Fabriken, die diese Standards nicht erhalten können, bekommen öfter Probleme. Im Zusammenhang mit „Billigfabriken“ haben wir in letzter Zeit immer wieder von wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Konkursen gehört. Da wir nur mit renommierten und geprüften Fabriken arbeiten, spüren wir kaum Veränderungen, zumal wir ein effektives Qualitätsmanagement etabliert haben. So haben wir uns in den letzten Jahren von mehreren Fabriken getrennt, die unsere hohen Ansprüche und Zertifikatsanforderungen nicht mittragen konnten. POSITIVE SIGNALE Ungeachtet der momentanen Tendenzen hat sich in den letzten Jahren vieles zum Positiven hin verändert: Unsere Partner sind sehr viel exakter geworden, sie können unsere Ideen schneller umsetzen und haben meist auch Entwicklungsteams, die unsere Produktdesigner bei der Umsetzung unterstützen. Da wir sehr viele eigene Patente haben und mit Universitäten individuelle Innovationen entwickeln, legen wir großen Wert auf starke Entwicklungsteams in China. Mittlerweile haben wir auch einen Produktdesigner vor Ort, der bei Bedarf mit den Entwicklern der Fabrik die Umsetzung perfekt realisiert. So können wir viel Entwicklungszeit sparen. LIEFERANTENTREUE LOHNT SICH Bei den Zahlungskonditionen haben wir bei langjährigen Partnern deutlich mehr Entgegenkommen gespürt. In der Konsequenz sind wir viel lieferantentreuer geworden, da es schon einen enormen Aufwand bedeutet, neue Fabriken zu auditieren und Vertrauen aufzubauen. So kann nicht jede Fabrik einen Großauftrag nahezu ohne Puffer durchführen. Dazu muss das Team auf beiden Seiten perfekt eingespielt sein. Da insbesondere große Handelskonzerne ihre Mengen deutlich reduziert haben, gibt es zurzeit mehr Leerlaufzeiten in einigen Fabriken und es ist bei einem aktuellen Projekt sogar möglich, alle 15 Maschinen der Fabrik für 2 Monate komplett für unsere Produktion zu nutzen. IN ZUSAMMENARBEIT INVESTIEREN Hat man in der Vergangenheit solide und stabile Beziehungen zu seinen chinesischen Partnern aufgebaut, dann kommt man als europäisches Unternehmen auch gut durch eventuelle Krisen. Allerdings haben wir uns sehr detailliert mit den Lieferanten beschäftigt und viel in Verträge, Fabrikstandards und Lieferantenzusammenarbeit investiert und wir kennen die Entscheider persönlich. Zudem arbeiten wir nur noch mit Fabriken, die unsere von internationalen Anwälten erstellten Rahmenverträge bei Start der Zusammenarbeit unterschreiben. Denn nur so können wir sicherstellen, dass die jeweilige Fabrik auch unsere hohen Sozialstandards, Qualitätsstandards und insbesondere die europäischen Richtlinien einhält. AUF SPEZIALISTEN VERLASSEN Selbst ein BSCI Zertifikat bedeutet nicht unbedingt, dass die Fabrik eine sehr gute Fabrik ist. Wir haben in den letzten Jahren viele Großhändler zurückgewonnen, die den Eigenimport wieder aufgeben und selbst große Importeure führen etwas kompliziertere Projekte gerne mit uns durch. Auch wer sich immer auf den günstigsten Produzenten verlässt, ist nicht gut beraten. Es kommt immer wieder vor, dass die Papiere nicht stimmen und in Wirklichkeit in einer nicht zertifizierten Fabrik produziert wurde oder dass die vorab geprüften Materialien nicht bei der Massenproduktion verwendet wurden. Verlassen Sie sich also auf Spezialisten, die die Fabriken und Entscheider vor Ort kennen! »Auf unser Business wirken sich die neueren Entwicklungen nur geringfügig aus.« THORSTEN KÖHLER, CIMEX/REEKO DESIGN Die Wirtschaft Chinas war jahrzehntelang extrem exportabhängig. Inzwi- schen konzentriert sie sich mehr und mehr auf den nationalen Konsum. Dadurch werden Fertigungskapazitäten für Exportgüter vereinzelt auch „umgewidmet“, um lokale, besser zahlende Kunden zeitgerecht versorgen zu können. Die Löhne gehen seit Jahren unaufhörlich nach oben und haben in vielen Fällen bereits ein höheres Niveau als in vielen osteuropäischen Ländern erreicht. CHINA BEI GROSSAUFTRÄGEN FAST UNSCHLAGBAR China muss hohe Wachstumsraten darstellen, um soziale Unruhen zu vermeiden und die Beschäftigungsquote so hoch wie möglich zu halten. Zeitgleich werden einfache, rückständige Industrien, die wenig Innovationen hervorbringen, allein schon aus Umweltaspekten immer weiter zurückgedrängt. Der große Vorteil ist und bleibt das schier unerschöpfliche Reservoir an Arbeitskräften, mit denen man auch große Aufträge schnell fertigen lassen kann, vorausgesetzt, die Fabrik ist entsprechend organisiert. Das geht bisher noch in fast keinem anderen Land der Welt. Soviel zur Situation.

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