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10 FOKUS PSI Journal 5/2016 www.psi-network.de ropäische Handelskammer spricht von „beunruhigenden, grundlegenden Problemen.“ Fest steht, dass das goldene Zeitalter der chinesischen Wirtschaft zu Ende geht. NOTWENDIGER STRUKTURWANDEL „Die Erfolgsgeschichte der chinesischen Wirtschaft ist noch nicht vorbei, aber sie wird eine andere sein“, bringt Horst Löchel, Professor für Volkswirtschaftslehre, MBA Direktor an der Frankfurt School of Finance and Management sowie Gastprofessor an der China European Business School in Shanghai, die Situation auf den Punkt. China steckt zurzeit im angestrebten und notwendigen Strukturwandel – ein langsameres Wachstum und rückläufige Exporte sind normale Reaktionen darauf. Deshalb wurde im Rahmen des neuen Fünfjahresprogramms ein nochmals niedrigeres Wachstum von 6,5 Prozent pro Jahr als Zielwert definiert. Das Wachstum soll künftig nachhaltiger, stabiler und koordinierter werden, das steht bereits seit 2008 auf der Agenda. Erklärtes Ziel ist der Umbau der Exportnation und „Werkbank der Welt“ zu einer auf Dienstleistungen, Innovation und Technologien sowie Binnenkonsum ausgerichteten Wirtschaftsnation. ENORME HERAUSFORDERUNGEN Das bisherige Wirtschaftsmodell hat eine von Investitionen getriebene Ökonomie hervorgebracht, in der Massenfabriken dank eines riesigen Heers billiger Arbeitskräfte Billigprodukte für den globalen Markt herstellen. Davon profitieren viele Industriezweige, nicht zuletzt auch die Werbeartikelbranche. Die industrielle Revolution basiert auf einer noch immer sehr hohen Investitionsquote um 50 Prozent, wobei staatliche Investitionen, zum Beispiel im Wohnungsbausektor, weiterhin als wesentlicher Wachstumsmotor gelten. Die Probleme, die diese Ökonomie hervorgebracht hat, machen die Dringlichkeit von Reformen mehr als deutlich: Industrielle Überkapazitäten, sinkende Produktivität und Profitabilität, unrentable Investitionen, wachsende Verschuldung der Unternehmen, Umweltverschmutzung, sich verstärkende Ungleichheit der Einkommensverteilung, alternde Bevölkerung sowie weniger und unzureichend qualifizierte Arbeitskräfte zwingen zum raschen Handeln. Kurzfristig, also bis etwa 2020, werden dennoch Wachstumsraten von über fünf Prozent möglich sein. Wie es danach weitergeht, hängt davon ab, ob der angestrebte Aufbau einer modernen Volkswirtschaft mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und hoher Lebensqualität gelingt. China steht also vor enormen Aufgaben: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss sich die Wirtschaft weiter modernisieren. Qualität statt Quantität, Innovationen statt Billigprodukte, Dienstleistungen statt Industrie, Hightech statt Standardprodukte, Konsum statt Investitionen und Lebensqualität statt Umweltzerstörung – so soll das neue China aussehen. Im Plan „Made in China 2025“ sind diese Ziele festgehalten. (vgl. Horst Löchel in China Contact, Januar 2016). WIDERSPRÜCHLICHE POLITIK Viele Ökonomen bemängeln, dass der Umbau zu langsam vorankommt, und fordern schnellere und effektivere Reformen. Eine stärkere Marktorientierung, die mehr unternehmerisches Handeln und (internationalen) Wettbewerb erlaubt, wurde expli-

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