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www.psi-network.de PSI Journal 4/2016 COVENANTS WERDEN ZUNEHMEN Aufgrund der Wirtschaftskrise müssen sich Banken mit dem Unternehmen und seinem Tagesgeschäft intensiver als in der Vergangenheit auseinandersetzen. Auch die Vorgaben nach Basel II sowie die interne Kreditvergabepraxis „MaRisk“ (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) zwingen die Kreditwirtschaft, Möglichkeiten zu suchen, Risiken im Kreditgeschäft zu begrenzen oder rechtzeitig darauf reagieren zu können. Gerade die zusätzlichen Klauseln ermöglichen die Risikosteuerung in den Kreditinstituten und ein konsequentes Handeln im Fall von deren Nichtbeachtung. Damit tragen Covenants dazu bei, dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Banken Rechnung zu tragen und eine risikoadäquate Konditionssteuerung umzusetzen. Weil hier Möglichkeiten zu einem früheren Handeln als in der Vergangenheit gegeben sind, werden Covenants in Zukunft im Kreditgeschäft an Bedeutung gewinnen. VERTRÄGE UNBEDINGT EINHALTEN Im Rahmen der Vertragsfreiheit steht es natürlich den Banken frei, alle möglichen Nebenabreden in die Verträge einzubringen, vorausgesetzt, auch der Unternehmer als Kreditnehmer erklärt sich damit ein- ngs wird letztere -verlängerung formulierten Nebenabreden wehren können. Die Voraussetzung hierfür wäre etwa ein anderer Kreditgeber oder eine eigene starke Verhandlungsposition. Werden Nebenabreden vereinbart, müssen sie unbedingt befolgt werden. Denn sonst ist die Überraschung groß, wenn im Zusammenhang mit der Prüfung eingereichter Unterlagen (z.B. quartalsweise betriebswirtschaftliche Auswertungen) festgestellt wird, dass Kreditbedingungen (z.B. Entnahmeverhalten, Eigenkapitalquote oder Umsatzrentabilität) nicht eingehalten wurden und die Bank daraus Sanktionen ableitet und umsetzt. ÜBERENTNAHMEN UND AUSSCHÜTTUNGSPRAXIS IM VISIER Banken werden künftig im Rahmen von Covenants zunehmend Vorgaben machen, um zu verhindern, dass Liquidität und Gewinne abfließen. So soll sichergestellt werden, dass Unternehmen zum Beispiel über Entnahmen oder durch Betriebsaufspaltungen und/oder Holdingkonstrukte „entkapitalisiert“ oder liquiditätsmäßig „ausgetrocknet“ werden. In immer mehr Fällen werden Überentnahmen nicht mehr geduldet und die Ausschüttungspraxis reglementiert. BONITÄT BESTIMMT VERTRÄGE Die Kreditvergabe an KMU wird in Zukunft davon abhängen, wie sich die Bonität des Bankkunden im Zeitverlauf entwickelt, welche Wachstumsprognosen ein Unternehmen hat und wie das Finanzierungsinstitut die Branchenzugehörigkeit definiert und das Risiko hieraus einschätzt. Natürlich wird auch die bisherige Beziehung zwischen Kreditnehmer und Kreditinstitut von Bedeutung sein. Hat das Unternehmen nachweislich starke Wachstumschancen und sind die dinglichen Sicherheiten nicht ausreichend, um der Bank ausreichende Kreditsicherheit zu geben, so werden die Covenants überproportional eingesetzt, um den Kunden „zu lenken und zu leiten“. Sicher ist, dass bei plausiblen Ertragsprognosen höhere Kredite angefragt werden. Je weniger dingliche Sicherheiten gestellt werden können, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass zusätzliche Vereinbarungen in Kreditverträge eingebracht werden. 9

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