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www.psi-network.de PSI Journal 3/2011
hatte, brauchte man dazu eine bequeme
Hose aus Sweatshirtstoff mit Bündchen.
Also nahm Cornelius auch Jogginghosen
in sein Sortiment auf. Das Geschäft lief und
ein Händler-Netz wurde aufgebaut, um die
ständig wachsende Kollektion zu vertreiben.
Das Business wurde nach und nach
professioneller: 1985 wurde das Switcher-
Colour-System eingeführt, das dem Handel
die gleichen Farben garantierte, und
schon ein Jahr später wurde in Mont-sur-
Lausanne, damals wie heute Firmensitz,
ein Dauer-Lager geschaffen. Bereits 1984
bezog Switcher Textilien aus Indien und
nahm 1987 die Zusammenarbeit mit seinem
indischen Lieferanten Prem Group
auf, Partner seit 30 Jahren und seit 2010
Mitaktionär. Mit der Familie Duraiswamy,
Gründer und Inhaber der Prem Group, verbindet
Cornelius seit fast 30 Jahren eine
enge geschäftliche wie freundschaftliche
Beziehung. Durch die strategische Allianz
von Switcher und der Prem Group Company
ist eine der ersten Textilgruppen mit
vollständiger Integration aller Stufen vom
Baumwollfeld bis zum Kunden entstanden.
VERANTWORTUNGSBEWUSST VON
ANFANG AN
Robin Cornelius’ Vision der nachhaltigen
Textilproduktion entsprang dem Zeitgeist
der frühen 1990er-Jahre, als sich die Globalisierung
beschleunigte und die Welt sich
der gegenseitigen Abhängigkeit ökologischer,
wirtschaftlicher und sozialer Fragen
zunehmend bewusst wurde, wie es auch
im Erdgipfel von Rio de Janeiro formuliert
wurde. Die globale Arbeitsteilung mit ihren
ökologisch und sozial problematischen
Produktionsbedingungen in den Entwicklungsländern
war auch für Cornelius ein
Thema, denn immerhin arbeitete er schon
damals eng mit indischen Partnern zusammen.
Von Anfang an war er sich seiner sozialen
Verantwortung gegenüber den Produzenten
bewusst und rief Projekte ins Leben,
um Bildung und Eigen entwicklung zu
fördern. Schon lange bevor 2004 die Switcher-Stiftung
gegründet wurde, hatte er
beispielsweise sogenannte Mobile Schools
eingerichtet. In ausrangierten Bussen tourten
Lehrer durch die Dörfer und gaben Unter-
richt. Immer wieder gelang es ihm, Kooperationspartner
zu finden, die diese Initiativen
unterstützten, so zum Beispiel die
Band „Die Toten Hosen“, die heute einen
der Ausbildungsbusse sponsern. War das
soziale Engagement anfangs noch eher
spontan, so bekam es unter dem Dach der
Switcher Foundation klare Strukturen: Die
Switcher-Gruppe ist ein kommerzielles Unternehmen,
die Switcher-Stiftung wurde
hingegen für den planvollen Einsatz der
Spenden zugunsten der Sozial- und Umweltprojekte
von Switcher gegründet. Viele
Projekte entstanden inzwischen, die die
nachhaltige Entwicklung in den Bereichen
Erziehung, Ausbildung und Umwelt fördern
oder zur Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen
beitragen. An Ideen mangelt
es nicht: Jüngstes Projekt ist zum Beispiel
ein Gymnasium für 600 Schüler. Ebenfalls
sinnvoll: 33 Windräder versorgen die
Baumwollspinnerei mit eigener Energie.
Ein Teil des erzeugten Stroms wird verkauft,
der Erlös fließt in die Projekte. Die
Switcher-Stiftung folgt dem einfachen, transparenten
Prinzip: Spenden werden komplett
einem Projekt zugeteilt, während die
Switcher SA die meisten Verwaltungs- und
die laufenden Kosten trägt.
NACHHALTIGKEIT, OFFENHEIT UND
TRANSPARENZ
Von Anfang an richtete Cornelius die Unternehmenspolitik
nach seinen Grundsätzen
aus. Die Eckpunkte der Unternehmensgeschichte
lesen sich wie ein Stichwortverzeichnis
nachhaltigen, unternehmerischen
Handelns, das sich nicht nur in den
externen Beziehungen, sondern auch in
der eigenen Firmenkultur widerspiegelt.
In beiden Bereichen wird Respekt und soziale
sowie ökologische Verantwortung groß
geschrieben. Bereits seit 1993 besteht die
Politik der Offenheit und Transparenz zwischen
den Lieferanten. Alle Lieferanten
werden regelmäßig auditiert und klassifiziert.1998
wird der Switcher-Verhaltenskodex
für die Lieferanten von Textilerzeugnissen
erarbeitet. 2001 erhielt die Prem
Group die durch die SAI zuerkannte SA-
8000-Zertifizierung, 2002 den Corporate
Conscience Award (CCA). Auch die Ver-
triebsnetze für den Mode-Einzelhandel (AllIncluded)
und für Firmenkunden (SwitcherNet)
unterliegen strengen Qualitätskriterien.
2002 wird das Ausbildungskonzept
Hotel**** sowie das Switcher Certificate
of Sales für die AllIncluded-Provider
eingeführt. 2003 wird der erste Bericht über
die soziale Verantwortung des Unternehmens,
der CSR-Bericht 2002, veröffentlicht
und ein Personalrat wird etabliert. 2005
entsteht die erste Kollektion aus Bio-Baumwolle
und fairem Handel unter der Marke
Max Havelaar. Im gleichen Jahr wird
die Respect-Inside Compliance-Website
(R-ICW) erstellt und das erste Switcher
Competence Center eröffnet. Switcher verwendet
im Sinne seiner Unternehmenspolitik
der nachhaltigen Entwicklung bevorzugt
natürliche und recycelbare Materialien
und garantiert die Einhaltung gesunder
und fairer Arbeitsbedingungen in der
gesamten Produktionskette.
WERTIGE KLEIDUNG FÜR ALLE
Zum 25. Jubiläum wurde die gesamte Kollektion
überarbeitet, um sie den Bedürfnissen
der Kunden anzupassen. Das Produkt-Konzept
bleibt klar definiert wie alles
bei Switcher: Es bietet T-Shirts, Polos,
Sweatshirts, Sportbekleidung, Hemden,
Pullover, Jacken und Accessoires für die
ganze Familie, die sich durch einen einfachen
Schnitt, eine hervorragende Stoffqualität,
faire Preise, regelmässig neue Modelle
und originelle Farben auszeichnen.
Eine der wesentlichen Bestandteile der
Switcher-Philosophie ist eine gemäßigte
Preispolitik: ein korrekter, im Mittelfeld angesiedelter
Preis für eine überdurchschnittliche
Qualität. Alle Erzeugnisse sind nach
Öko-Tex-Standard 100 zertifiziert. Die beiden
Vertriebskanäle Einzelhandel und Textilgroßhandel,
darunter auch die Werbeartikelbranche,
nehmen jeweils etwa die
Hälfte der Produktion auf. Robin Cornelius
macht keinen Unterschied zwischen den
Artikeln für den Promotionbereich und denjenigen,
die in die Geschäfte gehen: „Wir
verkaufen wertige Kleidung aus nachhaltiger
Produktion, hinter der ein verantwortungsbewusstes
Konzept steht.“ Sonderproduktionen
können direkt ab Werk rea-
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