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FOKUS PSI Journal 3/2011 www.psi-network.de
ENTWICKLUNG DES WERBEARTIKELUMSATZES (IN MRD. EURO)
4,0
3,5
3,0
2,5
2,0
2,80 2,80
3,11
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
90 Prozent aller Unternehmen ausmachen.
Sie geben zwar am wenigsten aus, aber
das relativiert sich durch ihre große Anzahl
und dadurch, dass noch über die Hälfte davon
keine Kunden der Branche sind. Allerdings
ist im Vergleich zum Vorjahr ihr Umsatzanteil
nahezu gleich geblieben – die
Chance, Kleinstunternehmen als Kunden
zu gewinnen, scheint also begrenzt zu sein
und der Akquise-Aufwand erscheint im Hinblick
auf den zu gewinnenden Umsatz recht
hoch. Vielversprechender sieht es hingegen
bei den Mittelständlern aus. Denn ihr
Anteil am Branchenumsatz hat sich im Vorjahresvergleich
deutlich erhöht, sie müssten
also für Akquiseargumente der Werbeartikelberater
zugänglicher sein. Ein ausreichend
großer Pool an nicht Werbeartikel
einsetzenden Firmen wäre in dieser Unternehmensklasse
noch zu bearbeiten und
auch vom zu erwartenden Umsatz her lohnt
sich die Akquise sicherlich. Schwieriger gestaltet
sich dagegen die Situation bei den
Großunternehmen. Hier braucht man lan-
3,15
3,21
EINSATZ VON WERBEARTIKELN NACH UNTERNEHMENSGRÖSSE
Kleinstunternehmen (0-9) n=254
Kleinunternehmen (10-49) n=79
Mittelunternehmen (50-249) n=87
Großunternehmen (250+) n=100
� Einsatz von Werbeartikeln � kein Einsatz von Werbeartikeln
2,97
3,43
45 55
58 42
74 26
75 25
(Angaben in Prozent)
gen Atem und gute Kontakte, um ins Geschäft
zu kommen – wobei der Kuchen ja
schon zu drei Vierteln verteilt ist. Großunternehmen
sind sicher auch keine einfachen
Kunden: hohe Professionalität, große Mengen
und hohe Anforderungen an Serviceleistungen
und Support – diesen Ansprüchen
werden eher die größeren Full-Service-Unternehmen
der Branche gerecht
werden können. Wie man immer wieder
aus der Praxis der Werbeartikelhändler und
-berater hört, ist tatsächlich der Mittelstand
auch aus ihrer Sicht die Zielgruppe, auf die
man sich am ehesten konzentrieren sollte.
Dass für drei Viertel der befragten Unternehmen
Werbeartikel weiterhin eine konstante
Größe bleiben werden, sollte allen
Werbeartiklern Mut machen, die bereits
Stammkunden betreuen.
UNZUFRIEDENHEIT MIT GESETZEN
Markenkommunikation, Produktwerbung
und Kundenbindung – das sind für Unternehmen
die wichtigsten Einsatzbereiche
von Werbeartikeln, wobei bei größeren Un-
ternehmen die Markenkommunikation, bei
kleineren Unternehmen die Produktwerbung
im Vordergrund steht. Abgefragt wurde
auch die Einstellung der werbetreibenden
Unternehmen zu den gesetzlichen Regelungen,
die Werbeartikel betreffen. Generell
kennen sich größere Unternehmen besser
mit den gesetzlichen Vorschriften aus.
Die Hälfte der Unternehmen ist mit den
derzeitigen Gesetzen unzufrieden. Dies sind
vermehrt Kleinunternehmen, die viel in Werbeartikel
investieren, gut informiert sind
und großes Interesse an Studien haben.
Der § 37b ist bei 45 Prozent der Unternehmen
bekannt, davon wenden lediglich 31
Prozent die pauschale Besteuerung an.
CHANCE FÜR BERATER
Hinweise darauf, wo der Handel bei der
Akquise ansetzen kann, geben die Aussagen
der Unternehmen, die keine Werbeartikel
im Kommunikationsmix haben. Die
Gruppe derjenigen Firmen, die auf keinen
Fall Werbeartikel einsetzen will, hat sich
auf einem Niveau von 34 Prozent der Nicht-
Anwender eingependelt. Wer keine Werbeartikel
kauft, der ist sich über den Nutzen
des Werbeartikels nicht im klaren. Allerdings
geben 26 Prozent der Nicht-Verwender
bürokratische oder gesetzliche
Gründe für den Nichteinsatz an. Interessant:
Die Entscheidung für den Werbeartikeleinsatz
wird in nahezu drei Vierteln
aller Fälle ohne Werbeartikelberater getroffen.
Wer sich jedoch beraten lässt, ist
mit der Beratung zufrieden (76 Prozent)
und investiert deutlich mehr. Hieraus kann
der Handel den klaren Auftrag ableiten,
schon bei der Akquise qualifiziert zu beraten
und Nutzen und Wirkungsweise von
Werbeartikeln anschaulich zu erklären. In
diesem Sinne sollte die Branche auch weiterhin
alles tun, um im Rahmen der politischen
Arbeit Einfluss auf die gesetzliche
Behandlung des Werbeartikels zu nehmen.
Rund 20 Prozent der befragten Unternehmen
sind an Studien interessiert. Die Chancen
stehen also gut, dass eine Argumentation
„pro Werbeartikel“, die sich auf konkrete
Daten zur Reichweite und Wirkung
von Werbeartikeln stützt, in der Industrie
Gehör finden wird. <