Get the FLASH PLAYER to view this magazine:

Get Adobe Flash player

- or -

View as HTML version

NewSpaces 08 DE

30 Kitchen Love Jürgen Mayer H., 45, hat in Princeton studiert, an der New Yorker Columbia-Universität doziert, ein Buch über Architektur und Wetter verfasst, aber auch euphorisch gefeierte Wohnhäuser gebaut, darunter „Dupli.Casa“ in Ludwigsburg. Der deutsche Architekt wurde vielfach ausgezeichnet, seine Entwürfe zum „Stadt.haus“ sind in die Permanent Collection des Museum of Modern Art in New York aufgenommen worden. „ Der Trend geht zur Zweitküche“ Jürgen Mayer H. arbeitet an der Schnittstelle zwischen Architektur, Kommunikation und neuen Technologien. Und kocht ohne Rezept Interview: Andreas Toelke FOTO: JENS PASSOTH Was bedeutet Ihnen persönlich der Ort „Küche“? Bei mir ist es leider nicht so, dass die Küche der Hauptbereich in der Wohnung ist. Ich lebe in einer klassischen Berliner Altbauwohnung, die Küche ist über den Korridor vom Esszimmer getrennt. Aber wenn ich Gäste habe, stehen sie trotzdem in der Küche. Es ist einfach ein sehr dominanter Platz. Können Sie die veränderte Bedeutung beschreiben? Küche ist nicht mehr der Ort der reinen Essensproduktion, der „schmutzig“ war. Sie hat sich entwickelt zu einem sozialen Raum. Darum ärgert es mich an meiner eigenen Wohnung, dass das dort nicht lebbar ist. Ich fi nde es aber nicht schlecht, in einer Situation zu leben, mit der ich nicht ganz zufrieden bin. Man braucht ja auch ein wenig Reibungsfl äche. Ist der Trend, die Küche als integralen Bestandteil – Wohnen und Essen – in Planungen aufzunehmen, ungebrochen? Ich glaube, das bleibt. Wir haben bemerkt, dass die Küche nicht mehr abgeschlossen sein muss. Früher waren Küchen gerüche ein großes Thema, das hat sich dank innovativer Technik erledigt. Heu te zeigt man gern, dass man kocht, es ist zum Hobby geworden. Also keine neuen Trends in Sicht? Doch, der Trend zur Zweitküche. Wir haben eine Villa in Duisburg gebaut, da gibt es eine abgeschlossene Küche und eine, bei der am Schluss angerichtet wird, wo quasi das „Feintuning“ stattfi ndet. Es gibt die Arbeits- und die Repräsentationsküche. Was ein entsprechendes Platzangebot voraussetzt … Küchen und Bäder haben sich in den letzten Jahren emanzipiert und sind zu Showobjekten geworden. Die brauchen auch Platz. Was ist das Nonplusultra für eine Küche? Das Wichtigste ist, dass es ein Ort mit Kommunikationsfaktor ist. Ich merke, dass meine Küche zu klein ist – wenn vier Leute darin stehen, ist es schon zu eng. Ich fi nde Edelstahl als in der Küche eingesetztes Material toll, mag aber auch brasilianischen Marmor und Naturstein. Was ist die größte Herausforderung beim Planen der Küche? Die Besprechung mit den Bauherren, weil es für sie extrem schwierig ist, sich zu entscheiden, was überhaupt rein soll. Darum gebe ich das gern an Küchenstudios ab. Ich bin beratend dabei. Schlafzimmer sind einfach: Man stellt ein Bett hin, fertig. Ihr Markenzeichen ist eine organische Linienführung. In Küchen ist das kaum machbar … Es muss ja nicht alles rund sein. Es gibt Normierungen und Standardisierungen, die von den Geräten vorgegeben sind. Kochen Sie eigentlich? Ja, ein bisschen. Ich schaue, was im Kühlschrank ist, und werde kre ativ. Wenn Gäste kommen, plane ich voraus. Nach Rezept kann ich nicht kochen, aber es schmeckt komischerweise trotzdem. ¤ 1 Mono-Besteck „Zeug“ Ungewöhnlich und formschön. Das Besteck, von Michael Schneider entworfen, besteht klassisch aus vier Teilen, es gibt allerdings noch ein ausgesprochen originelles Pellkartoff el-Set, das dem Neandertaler gewidmet ist. Auch für das „normale“ Messer stand der Faustkeil als Designidee Pate. Eine gelungene Adaption. 2 Dom Perignon Ein Overall: der Rundum- Champagnerkühler ist ein Must-have. Die drei Varianten, die Marc Newson für den Champagnerhersteller entworfen hat, waren 2006 der Auftakt zu einer Serie, bei der Dom Perignon mit Topdesignernzusammengearbeitet hat. Mir gefällt die Idee der Flasche in der Flasche. 3 Marc Newsons Salz- und Pfeff erstreuer Noch mal Newson: diesmal handlich, praktisch. Keine übertriebene Formensprache irritiert bei „Gemini“. Die Pfeff ermühle ist übrigens nur für schwarzen Pfeff er geeignet, der weiße ist zu weich und kann das Mahlwerk verkleben. 4 Venusfl iegenfalle Hier wird Lästiges zur Delikatesse anderer. Und ist noch dazu sehr ästhetisch. In 100 Millisekunden schließt sich der Fangmechanismus. Funktionales Biodesign, sozusagen. 1 2 5 Tefal-Topf Aus einem schönen Topf schmeckt’s einfach besser … Ich koche zwar ohne Kochbuch, aber die Serie von Jamie Oliver für Tefal hat mir den Starkoch nähergebracht. 3 5 4 31 FOTO: BENNE OCHS

Page 1
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11
Page 12
Page 13
Page 14
Page 15
Page 16
Page 17
Page 18
Page 19
Page 20
Page 21
Page 22
Page 23
Page 24
Page 25
Page 26
Page 27
Page 28
Page 29
Page 30
Page 31
Page 32
Page 33
Page 34
Page 35
Page 36
Page 37
Page 38
Page 39
Page 40
Page 41
Page 42
Page 43
Page 44
Page 45
Page 46
Page 47
Page 48
Page 49
Page 50
Page 51
Page 52
Page 53
Page 54
Page 55
Page 56
Page 57
Page 58
Page 59
Page 60