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12 Thinking the Future II
„ Ich schaffe eine Art zweiter Natur“
Neri Oxman im Gespräch über ihre
futuristischen Ideen für neue Materialien,
Bauten und Produktdesign
Text: Hubertus Breuer
Neri Oxman, 34, sucht nach einem ungestörten Ort im Museum
of Science in Boston. Im Erdgeschoss sind ihre Objekte in zwei
hell erleuchteten Schaukästen ausgestellt, doch dort ist
es für ein Gespräch zu laut. Sie wählt stattdessen die Ausstellung
über Wale, die mit gedämpftem Licht an eine schumm rige
Unterwasserwelt erinnert. Dort fi ndet sie eine stille Ecke.
Die scheinbare Nähe zur Natur ist Oxman nur recht. Die
Designerin ist bekannt für visionäre organische Entwürfe, die
sich im Grenzbereich von Materialforschung, Architektur, Design
und nachhaltigen Technologien bewegen. Im Januar vergange-
Vase aus dem
Computer
Die Schattenmuster
wurden beim „Raycounting“
exakt vorberechnet,
die Form des
Objekts bestimmen
Algorithmen.
nen Jahres gewann sie den ersten internationalen Earth Award,
RECHTS)
fi nanziert von der malaysischen Regierung, der Neuentwick-
UND
lungen auf dem Feld der Nachhaltigkeit würdigt. Das Museum of
Modern Art in New York zeigt einige ihrer Objekte in seiner
(HINTERGRUND
Dau er ausstellung. All das, obwohl Oxman gerade erst ihre Doktor-
OXMAN
arbeit am „Design and Computation“-Department des Massa-
NERI
chusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge abgeschlos-
(LINKS),
sen hat. Im Herbst tritt Oxman eine Professur am Media Lab
ALLEN
des MIT an. Mit Blick auf ein riesiges Walskelett erläutert sie ihre TOM
richtungweisenden Ideen – und wie sie entstanden sind. FOTOS: