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WERKZEUGE
74 QUERDENKER BLÜHEND
Dr. Matthias Nöllke hat Kommunikationswissenschaften,
Politik, Literaturwissenschaft
studiert. Er ist seit vielen Jahren
als Journalist, Autor und Referent tätig,
u.a. für den Bayerischen Rundfunk und
für zahlreiche Unternehmen.
Invasion von Schädlingen und die unkalkulierbare Entwicklung der Pflanzen
selbst. Manche verkümmern plötzlich, andere bekommen einen
Wachstumsschub, mit dem man nicht gerechnet hat und der gleichfalls
Probleme schaffen kann, weil die Nachbarpflanzen darunter leiden.
Die Lösung des Gärtners heißt, vorbereitet sein. Und improvisieren. Er
nutzt die gebräuchlichen und die unkonventionellen Hilfsmittel. Und Bepflanzungen
lassen sich auch ändern. Damit der Garten in einem guten
Zustand bleibt, muss man ihn möglichst oft durchschreiten und sich die
einzelnen Pflanzen genauer anschauen. Nicht anders sollte es die Führungskraft
mit ihren Mitarbeitern halten.
DIE INNERE HALTUNG
Was den Gärtner vor allem auszeichnet und zum Vorbild für Führungskräfte
macht, das ist seine innere Haltung. Ein Gärtner herrscht nicht
über den Garten, er pflegt ihn. Er bereitet buchstäblich den Boden dafür,
dass seine Pflanzen wachsen und gedeihen – also ihre eigenen Kräfte
gebrauchen. Sie sollen sich entfalten, allerdings nicht über ein zuträgliches
Maß hinaus. Was allzu stark wuchert, wird zurückgeschnitten,
vielleicht sogar als Unkraut ausgejätet, aber nicht als Turbogewächs
zum Vorbild für alle andern erklärt. Überhaupt geht es nicht darum, im
Zeichen der Gartenpflege die letzten Ressourcen aus den Mitarbeitern
herauszuholen. Vielmehr ist die Blickrichtung geradewegs andersherum.
Führung und Management sollen etwas von der Entspanntheit, der Vitalität
und der Lebensfreundlichkeit aufnehmen, deren angestammter Ort
der Garten ist.
Mehr in: „In den Gärten des Managements.
Für eine bessere Führungskultur“. Haufe 2011
PHOTOCASE, FOTOGRAF: SUZE