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erstes Überschießen der Lebensenergie, für Freude, Genießen und Lust – alles
Dinge, die nicht wenige Unternehmen eher zu ersticken pflegen. Sie wollen
reich ernten – ohne Blüte.
SONNENFRESSER UND
HALBSCHATTENGEWÄCHSE
Vorgesetzte neigen dazu, bestimmte Mitarbeiter zu bevorzugen, vor allem
solche, die ihnen ähnlich sind oder zumindest so tun. Dem Rest der Belegschaft
geben sie zu verstehen: Ihr habt ein Defizit, weil ihr nicht so seid wie
wir, die Guten. Ganz anders der Boss als Gärtner: Monokulturen versucht
er gar nicht erst aufkommen zu lassen. Er stellt sich auf die Eigenarten
seiner Mitarbeiter ein, fördert ihre Talente und kombiniert sie mit Bedacht
wie im Pflanzenbeet. Erdbeeren wachsen besser in der Gesellschaft von
Knoblauch, Sellerie gedeiht inmitten von Schwertlilien. Und so ergänzen
sich gerade heterogene Mitarbeiter besonders gut. Wie die Pflanzen
brauchen sie nur eine gemeinsame Grundlage, einen gemeinsamen
Nährboden; und sie dürfen sich nicht in die Quere kommen, müssen
also die Kompetenzen des anderen respektieren.
Der Boss als Gärtner berücksichtigt aber noch etwas anderes: Seine
Gewächse brauchen unterschiedlich viel „Sonne“. So gibt es ausgesprochene
„Sonnenfresser“, die seine Aufmerksamkeit suchen, nach
Anerkennung lechzen und keine Bedenken haben, ihre Kollegen beiseitezuschieben.
Andere hingegen vertragen es gar nicht gut, im
Mittelpunkt zu stehen und die Kollegen zu überragen. Solche „Halbschattengewächse“
fühlen sich wohler, wenn sie sich an anderen
orientieren können. Dabei haben sie durchaus ihre eigene Meinung.
Doch wagen sie sich damit nicht als Erste vor, sondern beziehen
sich lieber auf diejenigen, die sich schon geäußert haben. Denen
reden sie keineswegs nach dem Mund. Sie haben nur eine andere
Art, sich mitzuteilen. Gegenüber ihren extrovertierteren Kollegen
geraten sie leicht ins Hintertreffen. Und genau das ist das Problem.
Denn die zurückhaltenderen Mitarbeiter haben eher nicht die
schlechteren Ideen …
MIT UNWÄGBARKEITEN RECHNEN
Ohne Planung, ohne Vorbereitung von langer Hand geht es auch
im Garten nicht. Blumen, die im Frühling durch die Schnee-
decke brechen sollen, müssen schon im Spätherbst unter
die Erde. Obstbäume müssen im richtigen Abstand zueinander
gepflanzt werden, damit sie sich später nicht ins Gehege
kommen. Ein guter Gärtner braucht eine genaue Vorstellung,
wie sich sein Garten entwickeln wird. Zugleich kann er sich
sicher sein, dass es so nicht kommen wird. Denn es gibt so
viele Unwägbarkeiten, Faktoren, auf die er keinen Einfluss
hat, extreme Wetterlagen, die alljährlich wiederkehrende
BLÜHEND QUERDENKER
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