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Innovationen mediengestützt, global verteilt, kollektiv
über das Internet zu suchen und zu finden, wird dieses
klassische Modell jedoch zunehmend herausgefordert.
Unternehmen gehen daher heute dazu über, Teile ihrer
internen Innovationsprozesse für Externe zu öffnen.
Open Innovation bedeutet, sich von dem klassischen
Innovationsprozess abzuwenden und ihn als einen vielschichtigen
offenen Such- und Lösungsprozess, der zwischen
mehreren Akteuren über die Unternehmensgrenzen
hinweg abläuft, zu sehen. Diese Öffnung für externen
Input schafft viele neue Potenziale.
Unternehmen, die ihre Innovationsprozesse öffnen, um
weitere Akteure einzubinden, zielen insbesondere auf die
Integration von Externen: Kunden, Lieferanten, Wertschöpfungspartner,
Mitglieder von Universitäten und
Forschungsinstitutionen. Vor allem aber ist noch eine
weitere Gruppe wichtig: nämlich die Mitarbeiter des
Unternehmens, die zwar außerhalb der offiziell mit Innovationsaufgaben
befassten Gruppe der Kerninnovatoren
arbeiten, dennoch aber über genug Bedürfnis- und
Lösungsinformation verfügen, um als Innovatoren aktiv
werden zu können und dies aus Überzeugung, Neugier,
Eigeninitiative und Interesse an der Zukunftsentwicklung
des Unternehmens und seiner Leistungsangebote auch
werden. Solche „peripheren Innovatoren“ gab es schon
immer. Dies illustriert beispielsweise die faszinierende
Geschichte der Erfindung des Bubble Gum im Jahre 1928
durch Walter Diemer in der Fleer Chewing Gum Company
in Philadelphia. Walter Diemer arbeitete nicht etwa als
Innovator bei Fleer, sondern als Buchhalter. In seiner Freizeit
aber experimentierte er mit neuen Kaugummi-Rezepten.
1928 war dann Bubble Gum, der Kaugummi mit den
für ihn charakteristischen Kaugummiblasen, geboren und
wurde zur weltweiten Erfolgsgeschichte. Die Bubble-
Gum-Story verdeutlicht: Nicht nur Kunden und Nutzer
eignen sich als Innovatoren, weil sie einen Wissensvorsprung
in Bezug auf Bedürfnis- und Nutzerinformation
gegenüber internen Innovatoren aufweisen und häufig
außergewöhnliches Engagement und Motivation zur
Innovation mitbringen. Auch und gerade Mitarbeiter in
der Breite des Unternehmens eignen sich zum Innovator,
weil sie die Produkte, Prozesse, Services und Strategien
ihres Unternehmens kennen.
Periphere Innovatoren im Unternehmen – also Mitarbeiter
aus nicht offiziell mit Innovation befassten Unternehmenseinheiten
– innovieren zwar seit jeher aus Eigenmotivation,
sind jedoch häufig kaum oder nur am Rande
explizit in das Innovationsgeschehen eingebunden. Meistens
dominiert das Instrument des betrieblichen Vorschlagwesens
als offizieller Innovationskanal für Mitarbeiter.
Dass alle aufgezeigten Innovatorengruppen heute
jedoch weithin nicht in eine gemeinsame Innovationsstrategie
eingebunden sind und auch nicht durch gemeinsame
oder geeignet abgestimmte Methoden und Werkzeuge
unterstützt werden, bildet ein zentrales Hemmnis für die
Innovationsfähigkeit von Organisationen.
Fünf Werkzeugklassen, die den Trend zur Open Innovation
unterstützen und vorantreiben, sind zentral: Innovationswettbewerbe,
Innovationsmarktplätze, Innovations-Communitys,
Innovations-Toolkits sowie spezielle Inno-
vationstechnologien. Ihre Entstehung, Fortentwicklung
und Verbreitung gründet sich insbesondere auf Elemente
von Social Software im Web 2.0.
Innovationswettbewerbe schreiben Preise für spannende
Innovationsprobleme aus. Sie erlauben die Einbindung
von Innovatoren weltweit zu festgelegten Kosten. Für den
Erfolg ist Aufmerksamkeit ein zentraler Faktor, um vielversprechende
Innovatoren als Teilnehmer zu gewinnen.
Innovationsmarktplätze sind virtuelle Orte, an denen
Angebot und Nachfrage zusammentreffen. Sie werden
über webbasierte Plattformen realisiert, auf denen einerseits
Innovationssucher (typischerweise Unternehmen)
Innovationsprobleme ausschreiben und andererseits Innovationslösungsanbieter
(typischerweise Einzelinnovatoren
oder Innovatorenteams) konkrete Lösungskonzepte
für diese Probleme vorschlagen. Einer der bekanntesten
und etabliertesten Innovationsmarktplätze ist Innocentive,
der bereits im Jahr 2001 von Eli Lilly gegründet wurde.
Als Intermediär bündelt Innocentive Innovationswettbewerbe
über die Grenzen von Unternehmen, Branchen
und Märkten.
Innovations-Communitys ermöglichen Innovatoren, mit Gleich-
gesinnten gemeinschaftlich Ideen zu entwickeln, zu diskutieren
und Innovationen voranzutreiben. So unterstützen
sie als Innovationswerkzeug die gemeinsame Entwicklung
und Fortentwicklung von Innovationskonzepten.
Innovations-Toolkits bieten eine Entwicklungsumgebung,
in der Nutzer Schritt für Schritt konkrete Innovationslö-
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