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BITTE ALLES,
ABER BLOSS KEINE IDEEN!
Kennen Sie das irgendwoher: „Das haben wir doch schon immer so gemacht!“, „Das machen wir doch sowieso
schon!“, „Das ist ja viel zu teuer!“ oder „Da würden unsere Kunden nicht mitspielen!“ – absolute Kreativ-
Zerstörer, die jegliche Ideen im Keim ersticken.
Ja, es soll noch immer Unternehmen und Führungskräfte geben, die jede Mitarbeiter-Idee mit Misstrauen
begutachten, weil sie von "unten" kommt, weil sie neu ist oder weil sie nicht von ihnen selbst stammt. In innovativen
Unternehmen ist das anders – da sprudelt es vor Ideen. Denn Ideen von heute sind die Eintrittskarte
zu den Märkten von morgen.
Die Zauberformel lautet „Open Innovation“. Die ist zwar niemandem mehr
fremd, doch meist hapert es an der konkreten Umsetzung. Zu viele Ideen lösen
häufig Panik aus: Wie soll man mit Mitarbeiter-Ideen umgehen und die besten
herausfiltern. Nicht die fehlenden Ideen sind das eigentliche Problem, sondern
vielmehr wie man Ideen und Kreativität von Mitarbeitern sowie Kunden professionell
und zielgerichtet managt.
Es bedarf also nicht nur der Einsicht, kreative Mitarbeiter in den Ideenfindungsprozess
mit einzubeziehen, sondern auch durch spezielle Methoden wie Design
Thinking an der Auswahl zu beteiligen. Dabei gilt es, eine Innovationskultur
zu schaffen, wo Ideen als wertvollster Rohstoff eines Unternehmens verstanden
und mit Spaß und Anerkennung honoriert werden.
Wer anweisungsorientiert führt oder – wie in Krisen oft zu beobachten – in altes,
autoritäres Führungsverhalten zurückfällt, wird im Rennen um Vorsprünge zurückbleiben.
Denn ihm fehlen Tempo und Flexibilität. Chefs, die sich als Dompteure ihrer gebändigten Untergebenen
aufspielen, die mit der Peitsche knallen, um zu zeigen, wer der Herr im Ring ist, die alles selber machen,
weil sie den Leistungen anderer nicht trauen, bekommen lediglich Minimal-Leistungen – von Mitarbeitern mit
angepasstem Verhalten.
Von „kleinen Würstchen“ kann man nichts Großes erwarten.
Wer harsch diktiert, produziert unbegeisterte, unengagierte,
lethargische Nichtswoller! Solche Mitarbeiter
rächen sich täglich für die „Nettigkeiten“ ihrer Chefs, ob
bewusst oder unbewusst und auf mehr oder weniger subtile
Weise. Und meist muss der Kunde dafür herhalten.
Identifizieren Sie also in Ihrem Unternehmen die besonders
kreativen Mitarbeiter, die Visionäre und die Treiber. Sie
sind meist auf den ersten Blick etwas unbequem, denn sie
sind nicht nur Pioniere, sondern oft auch kleine Rebellen.
Sie stechen aus der grauen Masse deutlich hervor und
ihre Aufmüpfigkeit ist oft anstrengend. Altbewährtes stellen
sie infrage und sprudeln vor Ideen. Unternehmen, die
sich für die Zukunft rüsten, können auf solche Querdenker
jedoch am allerwenigsten verzichten.
Ich wünsche Ihnen beim Querlesen nun wieder viele spannende Impulse für den Blick über den Tellerrand.
Ihr
Otmar Ehrl
DENKZETTEL