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MEISSEN Joaillerie

er neigt zum schnarchen. seine Beine sind kurz und ziemlich krumm. er tendiert zu Übergewicht, zu Faltenbildung sowieso. eigentlich denkt er am liebsten an sich selbst. Auch Größenwahn ist ihm nicht fremd. Und als sturkopf fällt er auf, wenn ihm eine Handlungsweise nicht sinnvoll erscheint (und das ist oft der Fall …). Kurzum: er ist nicht unbedingt der Typ, auf den Frauen gemeinhin fliegen. Und trotzdem entwickelt er sich seit ein paar Jahren zu einem absoluten Frauen schwarm. Liegt es vielleicht an seiner Freundschaft, die er Menschen entgegenbringen kann, wenn sie ihm gefallen? nun, vor allem sind es wohl seine großen treuen Augen und dieser Blick, der ihn so unwiderstehlich macht … Die Rede ist natürlich vom Mops, der schon seit einiger Zeit eine Renaissance erlebt und sich allmählich gar zum it-Hund der society entwickelt. so sah man die rennende Knautschzone mit der geringelten Rute auf dem Rücken erst kürzlich auf der London Fashion Week in langbeiniger Gesellschaft über den Catwalk schreiten – sehr trendy in einem schicken aprikosenfarbenen Cape von Mulberry um den respektablen Wanst geschnürt. „selbst der Mops trägt Apricot“ lautete prompt eine schlagzeile, damit Frauchen bei der nächsten shoppingtour auch ja die richtige Farbe für ihren vierbeinigen Gefährten auswählt. Dennoch wusste schon Gotthold ephraim Lessing, was das eigentliche Geheimnis des Mopses tradition mops-Kult „Mops bleibt Mops“ – das erkannte schon Gotthold ephraim Lessing. Und gerade das macht ihn für uns Menschen so liebenswert. Und so absolut unwiderstehlich. ist: „Mops bleibt Mops“. Mit anderen Worten: Mops wie Mensch können zwar so tun, als könnten sie sich verändern. im Grunde ihres Wesens bleiben sie aber immer dieselben … Meissen ® sei Dank: neuerdings lässt sich die Liebe für dieses unvergleichliche Charaktertier sogar dann ausleben, wenn man eine Allergie gegen Hundehaare hat. Denn aus Meissener Porzellan ® gefertigt, entpuppt sich der Mops als ein einzigartiges schmuckstück für Dekolleté, Handgelenk oder Ohren stilbewusster Damen. so schön sah man ihn nie zuvor: wohlproportioniert und kunst voll geformt, von Hand bemalt, mit einem Roségoldkettchen mit weißem Bril lanten um den Hals sowie den legendären Gekreuzten schwertern ® unter dem runden Bauch. eine einzigartige Kreation der Manufaktur Meissen ® in Zusammenarbeit mit ihrer Mailänder Tochter Meissen ® iTALiA, die an einem edlen Büffellederhalsband mit Roségoldschnalle ein Blickfang ist, aber auch als Charm an der „Follia“ oder als Ohrschmuck unglaublich gut wirkt. Dabei ist der schmucke Mops durchaus keine Allüre des 21. Jahrhunderts von und für Menschen mit sinn für Luxus, Design und Humor, sondern eine überlieferte idee aus der Mitte des 18. Jahr hunderts. es ist eine Tradition, die Meissen ® nun wiederaufgegriffen und weiterentwickelt hat. Denn auch August der starke war schon zu seiner Zeit auf den Mops gekommen – und schenkte beispielsweise seiner berühmten Mätresse Constantia von Cosel (1680 –1765) eine Mopsfigur als Zeichen seiner Liebe. (Dass er sie später vom Dresdner Hof verbannte und mehr als 49 Jahre lang einsperren ließ, ist die weniger schöne seite dieser Bezie- hung …) Möpse aus Meißen gab es also auch damals schon. Und einen Mops-Kult erst recht, der durchaus selt same Blüten trieb. so schuf der berühmte Meissener Porzellankünstler Johann Joachim Kaendler in den 40er- Jahren des 18. Jahrhunderts mehr als 90 verschiedene Mopsfiguren für blaublütige Persönlichkeiten, von denen einige dem geheimnisvollen Mops-Orden angehörten. Darunter auch hochrangige Frauen, was für geheime Gesellschaften damals ungewöhnlich war. symbolfigur des Ordens wurde der Mops vermutlich, weil man ihm die Fähigkeit zu Freundschaft und Treue nachsagte, aber ebenso ein hohes Maß an snobismus und eigensinn. Die Ordensmitglieder schmückten sich mit einem Mops-Medaillon mit den Buchstaben L. C. D. M. F. A. n. (Le Chapitre des Mopses fondé à nuremberg). Höchst skurril waren auch die überlieferten Aufnahmerituale. so war ein Kuss mit verbundenen Augen auf den Allerwertesten des Mopses unter der geringelten Rute ein Muss. Zudem wurde der Anwärter an einem kupfernen Halsband mit Kette geführt. Um aber letztendlich vom Groß-Mops in die Gesellschaft eingelassen zu werden, musste erst an der Tür gewinselt und gekratzt werden. Zudem pflegten sich die Möpse als Ausdruck ihrer Freundschaft auch gern kostbare Geschenke zu machen. Kunstvolle Mops-Figuren aus Meissener Porzellan ® waren dafür natürlich wie geschaffen … „Für mich sind mit der Wiederkehr des Mopses bei Meissen ® innovation und Tradition verschmolzen“, sagt Dr. Christian Kurtzke über den Mops- Kult, den Meissen ® heute wieder ausgelöst hat. „ich nehme den Mops aus dem 18. Jahrhundert und mache ihn zum Must-have so schön wie aus Meissener Porzellan ® war der Mops noch nie. Kein Wunder also, dass der Mops-Kult des 18. Jahrhunderts heute eine Renaissance erlebt. Meissen ® Mops weiß, 750 Roségold 1,9 g, 1 weißer Diamant 0,03 ct, handbemaltes Meissener Porzellan ® ; MFJ20Hs03100 des 21. Jahrhunderts. ich finde gerade dieses spiel mit den Zeiten und dieses Verwirren der Menschen interessant. ist es jetzt hochmodern oder ganz antiquiert? Das macht spaß – und das schöne ist, dass es ein stück mit Geschichte ist.“ ein stück, das tatsächlich nicht nur den Adel im 18. Jahrhundert faszinierte, sondern auch die High society unserer Tage begeistert. Und so schleicht sich der eigensinnige Mops (wieder einmal) auf spektakuläre Weise in die Herzen der Menschen, schmückt Bürgersteige von in-Vierteln ebenso wie die Hälse der Frauen, die darauf flanieren. Und das ist gut so. Denn wie der bekennende Mopsliebhaber Vicco von Bülow alias Loriot einmal so weise sagte: „ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Text: sigrid Jürgens ® 81

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