Get the FLASH PLAYER to view this magazine:
- or -
View as HTML version
7 8 9
oder der berühmte „Volle grüne Weinkranz“. Das in aller
Welt bekannte und beliebte barocke „Zwiebelmuster“ wurde als
bürgerliches Servicedekor zum Verkaufsschlager per se.
Auf den großen Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts in
London, Chicago, Paris und Wien zeigte die Manufaktur durch
großformatige Schauobjekte in eindrucksvoller Weise ihre
handwerklichen, technologischen und künstlerischen Fähigkeiten.
Zu Beginn der 1860er-Jahre zog die Manufaktur von der
Albrechtsburg in die neu errichteten Werkstätten im Meißener
Triebischtal – bis heute ist hier der Standort der Porzellan-Manufaktur.
In den 1920er-Jahren erfuhr die Manufaktur unter dem Direktorat
Max Adolf Pfeiffers (1875 –1957) eine erneute große künstlerische
Blüte. Pfeiffer beauftragte viele freischaffende Künstler,
unter ihnen Berühmtheiten wie Ernst Barlach (1870 –1938) oder
Gerhard Marcks (1889 –1981), die der Manufaktur neue Impulse
gaben. Mit dem genialen Paul Scheurich (1883 –1945) war
einer der bedeutendsten Porzellangestalter der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts für die Manufaktur tätig. Die figürliche
Porzellanplastik erfuhr einen neuen Höhepunkt und erntete
weltweit Anerkennung. Eine Entdeckung von besonderem
Rang war 1919 dann die „Wiedererfindung“ des Böttgersteinzeugs
® durch William Funk (1879 –1945). Die Rezeptur für
das rote Feinsteinzeug war schlichtweg in Vergessenheit geraten;
seit ihrer Nacherfindung erfreut sie sich insbesondere im
Bereich der Porzellanplastik großer Beliebtheit. Der Porzellanmaler
Emil Paul Börner entwickelte in den 1920er- und 1930er-
Jahren bemerkenswerte Dekorschöpfungen im Stil des Art déco
sowie einfache und formschöne Geschirre, die vielen anderen
Porzellanherstellern als Vorbild dienten.
Mit Ludwig Zepner (1931–2010), Heinz Werner (*1928) und
Peter Strang (*1936) fand sich in den 1960er-Jahren eine Gruppe
junger Künstler zusammen, die eine ganz eigenständige
Dekorations- und Formensprache entwickelte. Weitere Künstler,
wie zum Beispiel Sabine Wachs (*1960) und Jörg Danielczyk
(*1952), führten diese Entwicklung in der Neuzeit fort.
Leidenschaftlich. Einzigartig. Unvergänglich.
Die Manufaktur MEISSEN steht heute für außergewöhnliche
Handwerkskunst und Einzigartigkeit. MEISSEN ® kreiert mit
Leidenschaft exklusive Produkte für die Bereiche Limitierte
Kunstwerke, Architektur & Interieur sowie Schmuck & Geschenke.
Die Kombination von eigenem Material, zutage gefördert
im kleinsten Bergwerk Europas, dem streng gehüteten,
eigenen Farblaboratorium zur Herstellung der rund 10.000 verschiedenen
brillanten Farbtöne, der langjährigen Ausbildung
im eigenen Haus sowie der anhaltende Einfluss und die Reflexion
vor allem asiatischer, aber auch europäischer Stil- und
Wertewelten auf das eigene Schaffen – all das ergibt die besondere
Ästhetik von MEISSEN ® .
Die Manufaktur MEISSEN war immer bestrebt, mit Neuerungen
künstlerisch Maßstäbe zu setzen. Mit dem aktuellen Architekturprogramm,
der neuen MEISSEN Joaillerie Kollektion sowie
dem neu gegründeten MEISSEN ® Art Campus knüpft die
Manufaktur an den Zeitgeist von Generaldirektor Max Adolf
Pfeiffer an und öffnet sich der zeitgenössischen Kunst. Über
30 aufstrebende und etablierte Künstler aus aller Welt wie Frank
Stella, Anselm Reyle, Otto Piene und Chris Antemann haben
bereits mit und auf Meissener Porzellan ® gearbeitet und dabei
beeindruckende Kunstwerke geschaffen.
10 11
12
At the great world exhibitions of the 19th century in London,
Chicago, Paris, and Vienna, MEISSEN ® demonstrated its
abilities in terms of craftsmanship, technology, and aesthetics
with large showpieces. Early in the 1860s, the manufactory
moved from the Albrechtsburg to the newly erected workshops
in Meißen’s Triebisch valley, which to this day remains the
site of the porcelain manufactory.
In the 1920s, under Max Adolf Pfeiffer’s (1875 –1957) directorship,
MEISSEN ® once more flourished artistically. Pfeiffer
commissioned many artists, including famous ones like Ernst
Barlach (1870 –1938) and Gerhard Marcks (1889 –1981), who
provided important new stimuli for MEISSEN ® . Paul Scheurich
(1889 –1945), a genius and one of the most important porcelain
designers of the first half of the 20th century, also worked for
MEISSEN ® . The art of figurative porcelain sculptures reached
a new peak and was celebrated internationally. One discovery of
special importance was William Funk’s (1879 –1945) “reinvention”
of Böttgersteinzeug ® in 1919. The formula for the red
stoneware had simply been forgotten, and after its reinvention
the material was very popular, especially in the field of porcelain
sculpture. In the 1920s and 1930s, the porcelain painter Paul
Börner created remarkable new décors in the Art Nouveau
style, as well as simple and modern services that served as a model
for many other porcelain producers. In the 1960s, a group of
young artists developed their own formal and decorative vocabulary.
Their names were Ludwig Zepner (1931–2010), Heinz
Werner (born in 1928), and Peter Strang (born in 1936). Further
artists such as Sabine Wachs (born in 1960) and Jörg Danielczyk
(born in 1952) then took this development forward into
the new age.
Passionate. Unique. Immortal.
Today, the MEISSEN Porcelain Manufactory stands for extraordinary
and indeed unique craftsmanship. With great passion,
MEISSEN ® creates exclusive products in the areas of limited
artworks, architecture and interior design, and jewellery and
accessories. The combination of our own raw materials, mined
at Europe’s smallest pit, the top-secret paint laboratory, where
about 10,000 different brilliant colour shades are created,
lengthy in-house training and the ongoing influence of Asian
and European styles on our work – all that contributes to the
unique aesthetics typical of MEISSEN ® .
The MEISSEN Manufactory has always endeavoured to
set new benchmarks through its artistic innovations. With its
current architecture scheme, the new MEISSEN Joaillerie
Collection and its recently established MEISSEN ® Art Campus,
the Manufactory has revived the policy of embracing contemporary
art adopted by its one-time director general Max Adolf
Pfeiffer. Over 30 up-and-coming and established artists from
all over the world such as Frank Stella, Anselm Reyle, Otto Piene
and Chris Antemann have already worked with and on Meissen
Porcelain ® and in the process created impressive works of art.