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28 Gate 66 Metro Volker Schlöndorf wohnt in der Nähe von Babelsberg „Kalifornien ist das jedenfalls nicht.“ Fritz Lang drehte hier Metropolis, Marlene Dietrich kam als „Der blaue Engel“ zu Weltruhm. Dirk Krampitz sprach mit dem Regisseur Volker Schlöndorf (72), der die alten Defa-Studios in Babelsberg als Ort für die Filmproduktion gerettet hat. Warum sind Sie als einer der ersten nach Brandenburg „rausgezogen“? Volker Schlöndorf: Ich habe das Engagement für den Filmstandort Berlin-Brandenburg ernst gemeint. Ich wollte hierher, weil die Mauer gefallen war. Meine Tochter war drei Monate, als wir umzogen. Heute ist sie 20. Brandenburg galt damals noch als Dunkelland. Jahrelang lebte ich in meinem Haus quasi zwischen Mauer und Müllkippe. Heute ist es eine Idylle. hilft Lachen. Und so hat sich tatsächlich ein Brite bis nach Brandenburg verirrt. In seinem Roman „Ossi forever“ erzählt der ehemalige Tagesspiegel-Kolumnist und Times-Korrespondent Roger Boyes von den Irrungen und Wirrungen eines Engländers in der Brandenburger Provinz (siehe Interview). Doch Roger Boyes ist wahrlich nicht der einzige Prominente, der sich mit Brandenburg beschäftigt. Schauspieler Matthias Schweighöfer möchte, dass seine Tochter Greta mit der Natur aufwächst und auch Schauspielerin Fritzi Haberlandt fühlt sich im Umland wohl. Moderator Dieter Moor hat bereits vor ein paar Jahren eine ökologische Landwirtschaft in der Nähe von Hirschfelde gegründet. In seinem Buch „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht“ preist der prominente Neu-Brandenburger die Vorzüge des Landlebens. Brandenburg ist also nicht öde, sondern öko. Stimmt also doch, was schon Theodor Fontane gedichtet hat? „Alles ist Friede; die ganze Welt ein Idyll.“ Können Sie sich noch erinnern, was die Banker sagten, als sie mit ihnen hierher fuhren? Volker Schlöndorf: Der erste Banker sagte nur trocken: „Kalifornien ist das nicht“. Die Straßen waren düster und hatten Schlaglöcher, so groß, dass ein Trabant darin verschwinden konnte. Wir Filmemacher haben damals den Traum gesehen, die Banker nur die Fakten. Billy Wilder hat mich darin bestärkt: Er sagte: Das stimmt nicht, dass es das nur einmal gibt. Es kommt wieder! Er hat ja in Babelsberg auch die ersten Schritte gemacht. Es war für ihn ein wichtiger Ort. Welches Verhältnis hatten Sie als gebürtiger Hesse zu Babelsberg? Volker Schlöndorf: Damals in der Cinémathèque française in Paris habe ich alle Filme gesehen, die in Babelsberg während der Stummfilmzeit gedreht wurden und einige spätere auch. Und in den Siebzigern wollte ich dort schon mal einen Film drehen: „Der Fangschuss“. Aber genau wie „Die Blechtrommel“ durfte ich das nicht, weil das Drehbuch den Betonköpfen im Zentralkommittee nicht konform genug war. Schade, denn zum einen hätten wir dort günstiger drehen können und zum anderen hatten die Orte an der Ost-Ostsee genau die Patina, die wir brauchten. So drehten wir in Jugoslawien. Wie ernst war die Lage für das Studio nach der Wende? Volker Schlöndorf: Wenn es nach West-Berlin gegangen wäre, hätte man es platt gemacht, da herrschte Einigkeit. Und auch die Filmstudios in Bayern und NRW wollten keine Konkurrenz in Berlin. Sie haben mit allen Mitteln dagegen gehalten. Der Wind blies uns voll entgegen. Wie kam die Wende zum Erfolg? Volker Schlöndorf: Das ist wie bei einem Restaurant: Die ersten beiden Wirte müssen pleite machen, damit der Dritte erfolgreich ist. Auf einmal war Berlin-Brandenburg sexy. Man hat es auch nicht mehr als „im Dunkelland liegend“ empfunden. Außerdem gab es die deutschen Filmfonds zur Finanzierung, und zum Dritten waren auch die Konkurrenten im Osten, Prag und Budapest, sehr nachgezogen, was die Preise angeht. Aber bei uns war alles renoviert und State of the Art und in den Oststudios nicht. Das hat es zum Kippen gebracht. Und nun brummt es. Wie stehen Sie heute zu Babelsberg? Volker Schlöndorf: Ich wohne ganz in der Nähe und habe immer noch ein Büro dort, als Gnadenbrot sozusagen. Ich habe ein sehr freundschaftliches Verhältnis zum Studio, aber es reicht nicht aus, dass ich den Auftrag bekommen hätte, hier einen Film zu machen. Dieser Lohn ist mir bisher vorenthalten geblieben. Kommen Sie denn noch überall rein? Volker Schlöndorf: Als der Polanski hier gedreht hat, habe ich ihn besucht, und gemeinsam haben wir versucht, zu Quentin Tarantino zu gelangen. Und er hat uns auch dreimal eingeladen, dann aber nicht reingelassen. Aber das zeigt ja nur, dass er konzentriert arbeitet. Lehrt das alte Bauernland die Langsamkeit? „Wenn ich in Hirschfelde bin, zwischen Wasserbüffeln und Galloway-Rindern, lasse ich den Medienmenschen vor der Tür“, sagt Dieter Moor. Wie gut, dass es ein Mittel gegen zu viel Romantik gibt: Rainald Grebe. Der in Köln geborene, aber in Berlin lebende Sänger und diplomierte Puppenspieler hat ein Genre wieder belebt, das man eigentlich schon für begraben hielt: die Liedermacherei. Berühmt wurde Grebe mit seinem Song „Brandenburg“, in dem er aus den Vorurteilen gegenüber dem Berliner Umland eine Hymne gemacht hat, über die auch außerhalb der deutschen Hauptstadtregion gelacht wird: „Es gibt

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