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Gate

Gate 66 Der verkehrsreichste Airport der Hauptstadt Flight Level Stern. Man muss sich noch einmal in Erinnerung rufen: Der Berliner Luftverkehr war in der Zeit des Kalten Krieges im Sinkflug, die optimistischen Prognosen der Fluggastzahlen aus den sechziger Jahren schienen zunächst vollkommen übertrieben zu sein. Der Grund: Das Transitabkommen zwischen DDR und BRD von 1971, das den Transitverkehr auf dem Landweg erleichterte, führte zu einem dramatischen Passagier-Rückgang im Luftverkehr der „politisch selbstständigen Einheit West-Berlin“. Außerdem weigerten sich die Alliierten, die in Berlin die Lufthoheit besaßen, mit ihren Airlines vom Zentralflughafen Tempelhof nach Tegel umzuziehen. Die Folge: Der neue Flughafen war in den ersten Jahren nur zu zehn Prozent ausgelastet. Erst ab 1976 stiegen die Passagierzahlen kontinuierlich um vier bis fünf Prozent. Ende der achtziger Jahre gab es sogar Pläne für ein weiteres Abfertigungs-Sechseck, die allerdings vom damaligen rot-grünen Senat unter Bürgermeister Walter Momper gestoppt wurden. Seit 1990 landen wieder alle deutschen und internationalen Fluggesellschaften in Tegel. Heute werden im Durchschnitt rund 415 Flüge täglich abgefertigt, darunter solche nach New York, Bangkok oder Peking. Die Nachnutzung der Gebäude und des Geländes ist eins der zentralen Projekte des Masterplans Industriestadt Berlin 2010-2020, der die Voraussetzungen für industrielles Wachstum und neue Arbeitsplätze schaffen soll. Alexander Remler Kurze Wege in Tegel 11 1823 Aus den Forstrevieren Charlottenburg und Tegel werden die Gutsbezirke Tegeler Forst und Jungfernheide. Später dient das Gebiet Tegel als Exerzierfeld und Schießplatz für das Militär. 1896 In der Jungfernheide werden für ein „Luftschiffer-Bataillon“ Kasernen errichtet und von nun an wird mit verschiedenen Konstruktionen für die Luftschifffahrt experimentiert. 1914 Das Gebiet wird ein Ausbildungsplatz für Feldluftschiffertruppen des Militärs. 1919 Der Friedensvertrag von Versailles verbietet den Wiederaufbau von Luftstreitkräften. Die Arbeit in Tegel wird eingestellt. 1933 Der Raketenflugplatz Tegel muss aufgrund einer nicht bezahlten Wasserrechnung schließen. 1945 Das Gelände und die sich darauf befindlichen Gebäude sind durch Bomben schwer zerstört. Die Bezirksverwaltung plant dort eine Kleingartenkolonie, um die Wohnungsnot zu lindern. 1948 Einen guten Monat nach Beginn der Berlin-Blockade gibt die französische Besatzungsmacht ihre Einwilligung zum Bau eines neuen Flughafens in ihrem Sektor, der zur Unterstützung der Berliner Luftbrücke dienen soll. In einer Rekordzeit von 90 Tagen wird nun auf dem Gebiet des alten Truppenübungsplatzes ein Flugplatz gebaut, der mit 2.428 Metern die damals längste Landebahn Europas besitzt. Am 5. November 1948 landet dort das erste Flugzeug. 1960 Die Air France nimmt den ersten planmäßigen Linienflug nach Tegel auf. 1964 Pan American World Airways (PanAm) beginnt mit dem zivilen Luftverkehr in Tegel. 1968 Wegen der Überlastung des Flughafens Tempelhof verlegen ab 1968 alle Charterfluggesellschaften ihre Flüge nach Tegel. 1975 Tegel wird der wichtigste Passagierflughafen Berlins. 1990 Im Zuge der Wiedervereinigung werden alle Restriktionen für den Berliner Luftverkehr aufgehoben und Tegel kann nun auch von deutschen Fluggesellschaften angeflogen werden. 1996 Die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund beschließen den Ausbau des Flughafens Schönefeld zum neuen Flughafen Berlin Brandenburg International BBI. 2008 Die „Projektgruppe Tegel“ erarbeitet Vorschläge für die Nachnutzung des Geländes. Es soll ein Forschungs- und Industriepark mit grünen Zukunftstechnologien entstehen. Darüber hinaus sollen Wohnhäuser, Natur- und Waldflächen entstehen. 2012 Mit Inbetriebnahme des Flughafen Berlin Brandenburg wird der Flughafen Tegel geschlossen.

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