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Flight Level
Das Tor zur Welt
Gate 66
Reiseziel: XXXX
Flughafen Schönefeld: Die Entwicklung vom ehemaligen DDR-
Regierungsflughafen zum Drehkreuz für Billigflieger.
Natürlich denken wir heute europäisch, da
reicht schon ein Blick auf unser Reiseverhalten.
Zum Konzert fliegen wir nach London.
Für Museen nach Paris. Und zum Strand
nach Mallorca. Und dann wollen wir auch
noch etwas Neues kennenlernen. Wie heißt
noch mal die estnische Hauptstadt? Richtig,
Tallinn. Los geht’s! Für uns sind Kurztrips in die
europäischen Metropolen selbstverständlich
geworden. Das liegt auch daran, dass die Preise
für Flüge vor zehn Jahren einen Sturzflug hingelegt
haben. Zu verdanken ist dies vor allem den
Billigfliegern, die das Reisen revolutioniert haben.
Und der Flughafen in Schönefeld hat bei dieser
Entwicklung ganz vorne mitgespielt.
Ein Grund ist die britische Airline easyJet, die im
Mai 2004 zum ersten Mal von der Startbahn in
Berlin-Schönefeld rollte – und damit den Luftverkehrsmarkt
ordentlich in Turbulenzen brachte.
EasyJet, die viertgrößte Airline in Europa, ist
im Billigflieger-Segment neben Germanwings
der Platzhirsch in Schönefeld.
Dabei war der Aufschwung, den die Billigflieger
nach Schönefeld brachten, gar nicht zu erwarten.
Zu DDR-Zeiten startete hier die Staatslinie
Interflug. Hier auf dem Rollfeld von Schönefeld
war es, wo Leonid Breschnew kurz nach seiner
Ankunft Erich Honecker auf den Mund küsste.
Im Intershop, einem schmucklosen Flachbau
zwischen Bahnhof und Terminal, konnten die
Westdeutschen bis zum Mauerfall billig Zigaretten
und Alkohol kaufen, während die Waren für
die meisten DDR-Bürger dagegen unerreichbar
blieben.
Nach der Wende verbrachte der ehemalige Zentralflughafen
der DDR einige Jahre im Dornröschenschlaf.
In einem teuren Dornröschenschlaf
allerdings. Bevor easyJet nach Schönefeld kam,
betrug der Betriebsverlust 2003 rund 32 Milli-
Ligatur /
onen Euro. Nur 1,7 Millionen Fluggäste wurden
abgefertigt – so wenige wie seit 1977 nicht
Wicker
mehr. Als der ehemalige Bahn-Chef Hartmut
Mehdorn am Bahnhof in Schönefeld ankam, fiel
Günter
ihm spontan ein: „Abreißen!“ Eine Äußerung,
die er durchaus auch auf das Terminalgebäude Fotos: