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Fotos: Promo, Soenke Tollkuehn Gate 66 Kunst Metro „Ich wurde von drei Generationen gehasst.“ Mario Adorf hat 2009 sein Archiv der Akademie der Künste überlassen. Nun zeigt das Haus die Ausstellung „Mario Adorf... böse kann ich auch“. Auf mehr als 600 Quadratmetern fächert die Schau Adorfs Leben anhand von Fotos, Briefen, Kritiken und anderen Dokumenten auf. Wie fühlt es sich an, in der Ausstellung so durch das eigene Leben zu laufen? Mario Adorf: Hat mich schon sehr beeindruckt, was da zusammenkommt und handgreiflich ist, von dem, was sich sonst nur im Kopf abspielt. Was hat man gemacht, was ist vergessen, wie viel ist erinnert? Schon eindrücklich. Ich merke, wie wenig ich mich an die Filme erinnere, weil ich sie meist nur einmal bei der Premiere gesehen habe. Aber für mich ist es neu und interessant. Die Arbeit war mein Hauptlebensinhalt. Es gab wenig Privatleben. Meine ganzen Vorstellungen waren meine Arbeit. Ich habe mein Leben auch im Gedächtnis daran festgemacht, was ich gedreht habe, nicht, was ich privat gemacht habe. Wenn Sie mich fragen würden: Wo hast du Das Kunstwochenende. Gallery Weekend Berlin am 27. April. Für Kunstfreunde ist es das interessanteste Wochenende des Jahres. Denn das Gallery Weekend nutzen viele Kunst-Institutionen und Galerien, um ihre neuen Ausstellungen zu eröffnen. Oft sind auch die beteiligten Künstler zu Gast, wenn Fachbesucher und ganz normale Leute durch die Galerienstraßen von Mitte, Kreuzberg und Charlottenburg stromern, Kunst schauen und Prosecco trinken. Vor sieben Jahren wurde das Gallery Weekend als private Initiative von Berliner Galerien gegründet. Heute zieht es Sammler, Kuratoren und Kunstinteressierte aus der ganzen Welt in die Hauptstadt und hat sich als eines der wichtigsten deutschen Kunstmarkt-Ereignisse für Zeitgenössisches etabliert. Vom 27. April bis zum Silvester gefeiert? Oder mit welcher Frau warst du in der und der Zeit befreundet, da würde ich in große Schwierigkeiten kommen. Da liegt sogar Ihr Schulzeugnis von 1948. Sie haben da eine „20“ in Zeichnen… Mario Adorf: 18 ist sehr gut. 20 ist „cum laude“. …und in Biologie und Chemie jeweils eine 7. Mario Adorf: Interessierte mich eben nie! Es gibt virtuose Zeichnungen von Ihnen zu sehen. Warum sind Sie nicht Maler geworden? Mario Adorf: Ich habe anfangs auch Bühnenbilder und Plakate für die Studentenbühne entworfen. Dann bin ich irgendwann auf die Bühne gestiegen, und das Kapitel war abgeschlossen. Ausgestellt werden auch Kohlezeichnungen z.B. von Ihrer Rolle in „Die Blechtrommel“. Wie sind sie entstanden? Mario Adorf: Ich habe mir als Rollenvorbereitung vorgestellt, wie der Matzerath aussieht und das aufgezeichnet. Ich kritzel immer viel in meine Drehbücher. Die Trommel als Deckblatt war eine Spielerei. Ist es leichter, einen Mafiaboss oder einen Westernbösewicht zu spielen? Mario Adorf: Western waren mir natürlich viel fremder. Das System Mafia kannte ich ja aus der Heimat väterlicherseits, die kalabrische Mafia. Das hat mich viel mehr fasziniert. Eine Ihrer fiesesten Rollen war die des Santer bei Karl May. Bekamen Sie Drohbriefe, als sie Winnetous Schwester erschossen haben? Mario Adorf: Keine Briefe, aber ich wurde von drei Generationen dafür gehasst. Das ist der Unterschied: Als Mafiaboss in „Gewalt – Die fünfte Macht im Staate“ bekam ich von den sizilianischen Statisten Szenenapplaus, als ich den Staatsanwalt verspottet habe, und am nächsten Morgen sind sie alle an mir vorbeiflaniert und haben mir die Hand geküsst. Für sie war ich ein echter Mafioso. 31 Sie sind in ihrer Heimatstadt München Mitglied der Akademie der Schönen Künste, der AdK Berlin gehören Sie nicht an. Warum gaben Sie Ihren Vorlass nach Berlin? Mario Adorf: Der Präsident der Akademie hatte mich als Erster danach gefragt, warum also nicht? Ich bin kein guter Wegwerfer, aber ich hänge auch nicht dran. Bei mir liegt es nur herum. Den Rest werde ich auch noch irgendwann einmal herschaffen. Mit Mario Adorf sprach Dirk Krampitz. Akademie der Künste Pariser Platz 4 | Mitte | Bis 15.April | dienstags bis sonntags | 11-20 Uhr | Eintritt frei 29. April laden die 44 führende Berliner Galerien, von Arratia, Beer bis Zak Branicka, zu einem Rundgang durch die bunte Kreativszene der deutschen Hauptstadt ein. Zum achten Gallery Weekend haben Kunst- und Designliebhaber drei Tage lang die Möglichkeit, exklusive Vernissagen zu besuchen und zeitgenössische Kunst zu entdecken. Los geht es am Freitag, den 27. April um 16 Uhr. Am Wochenende öffnen die Galerien von elf bis 19 Uhr mit jeweils eigenen Veranstaltungen und Führungen. Dirk Krampitz Gallery Weekend | 27. April | www.gallery-weekend-berlin.de

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