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Erfolg Ausgabe September 2016

8 Steuern Steuerhinterziehung, Steuerbetrug, Steuerumgehung und Steuerersparnis Dr. Christoph Oesch Leiter Sektion Steuern des Schweizerischen KMU Verbands, Steuer- und Unternehmensberater, Zug Von einer Steuerhinterziehung spricht man, wenn ein Steuerpflichtiger dem Fiskus Einnahmen verschweigt oder aber fiktive Ausgaben mit gefälschten Belegen (Urkunden) vom steuerbaren Gewinn einer Einzelfirma oder einer juristischen Person zum Abzug bringt. Solche Tatbestände sind strafbar und können bei hohen Beträgen sogar mit Gefängnis bestraft werden. Von einer Steuerumgehung sprechen wir, wenn ein Steuerpflichtiger auf absolut ungewöhnlichem Weg das gleiche Resultat erzielt, der auf einem normalen Weg steuerbar ist. Von einer legalen Steuerersparnis spricht man, wenn ein Steuerpflichtiger die Vor- und Nachteile einer Lösung in Kauf nimmt und damit den steuerbaren Tatbestand vermeidet, er also auf die Realisation von Gewinn oder Einkommen verzichtet oder aber Ausgaben in Kauf nimmt. Er kann auch in die Vorsorge einbezahlen und somit legal Steuern sparen, sei es in die Säule 3a oder aber in die 2. Säule, d. h. die Berufliche Vorsorge. Jeder Steuerpflichtige hat einmal in seinem Leben das Recht von einer straffreien Selbstanzeige Gebrauch zu machen. Bis ins Jahr 2018 wird zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein das automatische Informationsaustauschverfahren eingeführt. Hat ein schweizerischer Steuerpflichtiger im Liechtenstein Vermögen, welches er in der Schweiz nicht deklariert, wird er spätestens ab dem Jahre 2018 mit dem Aufdecken dieses Vermögens rechnen müssen. Das Fürstentum Liechtenstein meldet nämlich alle Schweizern gehörende Vermögenswerte (Konti, Wertschriftendepots) an die Eidgenössische Steuerverwaltung in Bern. Diese meldet diese Vermögenswerte an die Kantone, in welchem der Depot- oder der Kontoinhaber seinen Wohnsitz in der Schweiz hat. Dieser Weg verursacht erheblich höhere Nach- und Strafsteuern als die Inanspruchnahme der straffreien Selbstanzeige. Die Staatsanwaltschaft des zuständigen Kantons nimmt mit dem fehl- baren Steuerpflichtigen Kontakt auf und eröffnet ein Nach- und Strafsteuerverfahren. Die Strafsteuer kann bis zum Fünffachen der normalen Nachsteuer auf hinterzogenen Einkommen und Vermögenserträgen führen. Die Coupon-, allenfalls Verrechnungssteuer kann nicht mehr zurückgefordert werden. Es ist daher dringend ratsam die Vermögenswerte noch in den Jahren 2016 und 2017 via straffreie Selbstanzeige zur Besteuerung zu bringen. Dabei genügt es nicht, die bisher nicht deklarierten Vermögenswerte neu einfach in der Steuererklärung, im Wertschriftenverzeichnis aufzuführen sondern es muss eine ausführliche Selbstanzeige erfolgen. Der Steuerpflichtige hat in einem separaten Verfahren somit Antrag auf eine straffreie Selbstanzeige zu stellen. Bei straflosen Selbstanzeigen durch Bevollmächtigte ist empfehlenswert wenn immer möglich die Selbstanzeige mit dem Steuerpflichtigen zusammen zu machen, notfalls unter Einbezug aller relevanten Personen des in seinem Lebensabend stehenden Kunden. Ein blosser Rücktritt des Bevollmächtigten ist nicht ratsam, da er als langjähriger Vertreter in den Verdacht des Mitwissers und somit Ausgabe 9 / September 2016 / ERFOLG des Mittäters kommt. Treuhänder und Steuerberater, die Rang und Namen haben, können sich schlichtweg keine solchen Strafverfahren leisten. Dies auch ihren ehrlichen Kunden und Unternehmen zuliebe, welche sie vertreten. Es ist Sache des Steuerberaters den Steuerpflichtigen auf die Möglichkeit der straffreien Selbstanzeige aufmerksam zu machen. Wenn der Steuerpflichtige nicht handelt, empfehlen wir die Anzeige vom Berater aus gestützt auf die Vollmacht vorzunehmen und sofort vom Mandat zurück zu treten. Dies unter Anzeige an die zuständigen Behörden. Wer AHV- und Mehrwertsteuerbeträge nicht ordnungsgemäss abrechnet, muss ebenfalls mit einem Strafverfahren rechnen. Die in den Strafverfahren eingezogenen Beträge sind wie bei den normalen Einkommens- und Ertragssteuern wesentlich höher als die bei einer normalen Nachdeklaration erhobenen AHV- und Mehrwertsteuerbeträge. Wir raten auch aus diesem Grunde zu einer freiwilligen Nachdeklaration. DIE 14 S-KONZEPT AG Dr. Christoph Oesch 6301 Zug Telefon 041 720 00 85, Telefax 041 720 00 86 c.oesch@tic.ch, www.managementbymedia.ch

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