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Erfolg Ausgabe September 2016

16 Strategie Ausgabe 9 / September 2016 / ERFOLG Die Einstellung der Bevölkerung zur staatlichen Regulierung: Nutzen der Regulierung werden höher bewertet als Kosten Eine Studie im Auftrag der Stiftung Strategiedialog21 Nathaly Bachmann Geschäftsleiterin StrategieDialog21 & Unternehmerin Nathaly Bachmann (35) ist Gründerin der Kommunikationsagentur Essence Relations, essence-relations.ch, und Geschäftsleiterin der Stiftung StrategieDialog21, strategiedialog21.ch. Nach ihrem Studium der Wirtschaftspsychologie in Zürich und Madrid arbeitete sie im Swissnex in Singapur. Danach war sie in verschiedenen Führungsfunktionen bei der Credit Suisse im Private Banking tätig. Zudem engagiert sie sich als Mentorin für Wirtschaftsstudentinnen der HTW Chur, doziert an diversen Fachhochschulen wie dem SAWI und unterstützt Freiwilligenprojekte (zum Beispiel als Coach für Unternehmerinnen in Tansania). Es braucht Unternehmer, die sich wieder aktiv in die Politik einbringen und die Schweiz durch mutige Ideen und Initiativen mitgestalten. Menschen, die eine Meinung haben, Position beziehen und für individuelle sowie gesellschaftliche Freiheit einstehen. Es braucht diese glaubwürdigen Stimmen, wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen und Schweizer Innovationen auch in Zukunft weltweit Wirkung zeigen sollen. Genau das belegt die aktuelle Studie der Stiftung StrategieDialog21 (SD21). Denn die von der Universität Zürich durchgeführte Umfrage zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung die Nutzen der Regulierung höher bewertet als deren Kosten. Dies aber vor allem deshalb, weil die durch Regulierung verursachten Kosten nicht bekannt sind. Direkte Impulse der Wirtschaft – StrategieDialog21 als mögliches Forum Die Verständigung der Schweiz erfolgt heute immer weniger über etablierte Parteien, Verbände und Medien. Genau in diese Lücke springt der StrategieDialog21 (SD21). Der SD21 versteht sich als Dialog-Plattform mit dem Fokus auf eidgenössisch-freiheitliche Werte und daraus abgeleitete strategische Ansätze und Impulse für die Schweiz. Der SD21 wurde im Jahr 2013 vom Berner Unternehmer Jobst Wagner initiiert und setzt sich parteiübergreifend für eine sach- liche Auseinandersetzung mit der Zukunft der Schweiz ein. Dabei engagiert er sich insbesondere für unternehmerische Freiheit, liberale Werte und eine offene Volkswirtschaft. Der SD21 hat sich zum Ziel gesetzt, die öffentliche Debatte zu stimulieren und Lösungsideen für anstehende Herausforderungen zu diskutie- ren sowie abzuleiten. Staatliche Regulierungen sind dabei ein Schwerpunkt, mit dem sich die Stiftung regelmässig auseinandersetzt. Zur Beantwortung der Frage, welche Meinung die Bevölkerung zu diesem Thema hat, wurde das Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich beauftragt, eine auf eine repräsentative Befragung gestützte Studie zu erarbeiten. Regulierung und eine neuartige Studie Der Begriff «Regulierung» ist weitläufig. Üblicherweise bezeichnet Regulierung ein Bündel an verbindlichen Vorschriften, die von einer staatlichen Behörde zu einem bestimmten Zweck erlassen wurden. Aus einem breiteren Blickwinkel betrachtet, meint Regulierung jegliche zielgerichtete staatliche Einflussnahme auf wirtschaftliches und soziales Verhalten. Die vom SD21 in Auftrag gegebene Studie beschränkt sich auf staatliche Regulierungen, die spezifisch die Wirtschaft betreffen. Mit Regulierungen sind hier Eingriffe staatlicher Behörden in Form von Geboten und Verboten gemeint. Die dieser Studie zugrunde liegende zentrale Fragestellung lautet: Welche Einstellung hat die Schweizer Bevölkerung zur staatlicher Regulierung? Bisher analysierten zahlreiche Studien die Ursachen und Folgen von Regulierungen, berechneten Regulierungskosten und erarbeiteten Handlungsanweisungen für mehr oder weniger staatliche Regulierung – systematische Befunde dazu fehlen jedoch weitgehend. Für die Studie wurden 1213 zufällig ausgewählte stimmberechtigte Personen in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz befragt. Es wurde ein auf den aktuellen methodischen Erkenntnissen zum Fragebogendesign basie- render standardisierter Fragebogen erstellt und vorab ausführlich getestet. Die Feldarbeit erfolgte durch das Befragungsinstitut gfs.bern, welches die Interviews im Zeitraum März und April 2016 telefonisch durchführte. Die erhobenen Daten wurden vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich ausgewertet. Studie und Bericht wurden namentlich unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Widmer und Dr. Dominique Höglinger erarbeitet. Intelligente Regulierung ist erwünscht und Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bilden keine homogene Gruppe in der Beurteilung der Effektivität von Regulierung Erstmals in dieser Form zeigt die Umfrage, dass sich die Schweizer Bevölkerung nicht einfach mehr Regulierung der Wirtschaft wünscht, sondern eine zielgerichtete und intelligenter ausgestaltete. Eine deutliche Mehrheit spricht sich für einen Bürokratie-Abbau für die Wirtschaft aus und zieht eine grössere Selbstverantwortung der Unternehmen staatlichen Vorschriften vor. Der derzeitige Stand der Regulierung wird von einer knappen Mehrheit der Befragten als «gerade richtig» bewertet, während 42 Prozent das Mass als zu hoch erachten. Nur eine sehr kleine Minderheit fordert dagegen pauschal mehr Regulierung (siehe Grafik 1). Auffallend ist, dass vor allem ältere Menschen, besserverdienende Personen oder Führungskräfte der Regulierung kritisch gegenüberstehen, während die Altersgruppe der 18- bis 39-jährigen Personen mit tiefen Einkommen, Angestellte sowie Anhänger linker Parteien mit der Regulierungsdichte zufrieden sind oder in Einzelbereichen sogar mehr Regulierung wünschen. Abbildung : 1 Einschä�ung des Ausmasses der Regulierung in der Schweiz für die Wirtschaft 10% 47% 42% g g eher zu wenige/viel zu wenige gerade rich�g eher zu viele/viel zu viele 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Frage: «Schauen wir die aktuelle Situation in der Schweiz an. Wie schä�en Sie das Ausmass an staatlichen Regeln und Vorschriften für die Wirtschaft ein?» Die ausgewiesenen 95%-Vertrauensintervalle entsprechen dem Bereich mit den plausiblen Werten für die Grundgesamtheit. N = 1'138. Quelle: Höglinger, Dominic/Widmer, Thomas (2016): Die Einstellungen der Bevölkerung zu staatlicher Regulierung. Studie im Auftrag der Stiftung StrategieDialog21. Zürcher Politik- & Evaluationsstudien, Nr. 17, S. 13. Grafik 1

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