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Erfolg Ausgabe September/Oktober 2017

Ausgabe 9/10 / September / Oktober 2017 / ERFOLG 5 Rentenreform 2020 – Pro und Kontra Die letzte Phase vor der Abstimmung zur Rentenreform 2020 ist eingeläutet und die verschiedenen Parteien und Verbände haben dazu Stellung genommen. Bei der Analyse der Medien scheint es auf den ersten Blick, als ob es ein klares Nein geben könnte. Spricht man aber mit verschiedenen Protagonisten so erkennt man schnell, dass sich in den einzelnen Lagern gar nicht alle einig sind und in manchen Verbänden einzelne Sektionen, teilweise gar ganze Regionen nicht mit der Meinung des Gesamtverbandes einverstanden sind. Auch in der Geschäftsstelle des SKV ist man sich uneins und so haben sich Josef Rothenfluh als Präsident des Verbandes und Roland M. Rupp als Leiter der Geschäftsstelle an den Tisch gesetzt und Pro und Kontra aufgelistet. PRO KONTRA «Je länger keine Rentenreform mehr durchkommt, desto radikaler muss die nächste sein» Ich bin für ein JA zur Rentenreform, denn diese Revision stärkt die AHV und sichert die Sozialwerke für die nächsten Jahre. Klar gibt es einige «Kröten», welche von jungen Arbeitnehmern, Frauen oder Pensionierten geschluckt werden müssen, aber die Revision jetzt abzulehnen bedeutet nur, die Probleme weiter zu verschieben und eines ist sicher: Je länger keine Renten-Reform mehr durchkommt, desto radikaler muss die nächste sein. Jetzt die Rentenreform anzunehmen bietet die Möglichkeit, kurzfristig Massnahmen einleiten zu können und so Zeit zu gewinnen um später mit etwas Finetuning eine langfristig stabile und sichere Lösung zu haben. Aber bitte nicht falsch verstehen: Dies wäre noch lange kein Grund, die Revision anzunehmen. Aber bisher wurde fast der ganze Abstimmungskampf vom NEIN-Lager nur mit dem Argument geführt, dass die Revision nicht allen gerecht würde und es «irgendwann mal» (Anm.: Einen Plan «B» gibt es nicht) eine bessere Lösung geben wird, welche dann wohl alle Kompromisse berücksichtigt und es nur Gewinner gibt… Als Leiter des Geschäftsstelle des SKV habe ich mir natürlich die Argumente angeschaut, welche direkt die KMU Betriebe betreffen und diese sind meines Erachtens für die Betriebe absolut tragbar, ja bieten sogar die Möglichkeit, sich später einfacher neuen Begebenheiten, Geschäfts- und Arbeitsplatzmodellen anzupassen. Die heutige berufstätige Generation finanziert die Rentnerinnen und Rentner jährlich mit CHF 1,3 Milliarden in der beruflichen Vorsorge. Mit der Senkung des Umwandlungssatzes wird diese ungerechte Umverteilung reduziert und sichert das heutige Rentenniveau. Von den Ausgleichsmassnahmen profitieren aber vor allem auch Einkommensschwache, Teilzeitarbeitende und Frauen. Die Altersvorsorge wird flexibilisiert und der modernen Arbeitswelt angepasst. Diese Argumente sind für mich ausschlaggebend für ein JA, denn auch wenn gewisse Kreise bereits damit liebäugeln, das Rentenalter zu entpolitisieren und man die Leute einfach dann pensioniert, wenn sie 80 % der Lebenserwartung erreicht haben, denke ich müssen wir heute etwas für die Sicherung unserer Vorsorge tun und nicht weiter zuwarten. Eine Akademikerin tritt später ins Berufsleben ein, leidet weniger unter körperlichen Belastungen und hat eine höhere Lebenserwartung als eine Putzfrau. Ich denke, dass wir diese Diskussionen über altersangepasste Pensionierungen in den nächsten Jahren führen werden müssen. Jetzt müssen wir aber handeln! Unsere Sozialwerke sind jetzt schon auf dem Krankenbett. Die Ablehnung dieser Rentenreform bedeutet nur eines: Dem Patienten jetzt benötigte wichtige Mittel vorzuenthalten, so dass eine Besserung nicht möglich ist, in der Hoffnung dass man in einigen Jahren eine Lösung findet, welche allen Recht ist und dann schnelle Heilung bringt. SKV «Gute Politik ist nie am Ende! Sie findet Lösungen da, wo die echten Probleme beginnen. Das Nein zwingt uns, besser zu sein und wir sind besser» Es gibt sehr wohl einige gute Argumente, um zur Rentenreform JA zu sagen. Einige Argumente sind aber klare Bankrotterklärungen von selbstzufriedenen Politikern in Bern. Reformen bei der Altersvorsorge wären schon vor Jahren notwendig gewesen. Aber, die Politik hat seine Arbeit nicht gemacht! Politikerinnen und Politiker sind gewählt, damit sie Probleme in unserer hohen Streitkultur lösen. Viel zu oft belegen diese Politiker, dass sie nichts aber auch gar nichts zustande bringen. Da hat man zum Beispiel jahrelange Arbeit für ein Präventionsgesetz in den Sand gesetzt. Zeit und Geld landet im Papierkorb. Oder das Gesundheitswesen leidet seit Jahren darunter, dass sich nichts für bezahlbare Krankenkassenprämien bewegt. Und dann zeigt man in Bundes Bern, wie man Volksentscheide (Masseneinwanderung) am Volk vorbei umsetzt. Das ist wahrlich kein Leistungsausweis. Wenn unsere KMU, unsere Unternehmer so arbeiten würden, wäre die Schweizer Wirtschaft längst am Boden. Was sollen wir davon halten, wenn unser Bundesrat und Sozialminister reumütig eingesteht, dass man am Anschlag ist und wir bei einem «NEIN» unsere Sozialwerke in Gefahr bringen. Die Frage ist, was ist diese Aussage wert? Wenn ich einen andern Bundesrat zitiere, der allen Ernstes vor nicht allzu langer Zeit sagte, dass sich da alle an unserem Bankgeheimnis noch die Zähne ausbeissen werden, dann ist alles offen. Was die Aussage Wert ist, wird die Zukunft zeigen. Es ist vorab eine Bankrotterklärung, die zuerst Angst macht und motiviert, Kröten zu schlucken. Herr Bundesrat Berset weiss besser als ich, dass wir auch bei einem Ja zur Initiative sehr schnell mit unseren Sozialwerken wieder in Notlage geraten werden. Herr Berset blendet aus, dass wir in weniger als fünf Jahren eine ganz andere Situation haben werden. Da werden viel mehr Frauen und Männer freiwillig, mit Freude, bis 70 arbeiten wollen. Wir werden parallel dazu hoffentlich auch eine gezielte Besteuerung der Roboterarbeit haben. Das sind Beispiele die unsere Sozialwerke auf starke Beine stellen werden. Ich sage NEIN zur Initiative, weil ich will, dass die Politik in der Schweiz Probleme lösen will und, so schwierig es auch ist, diese nicht nur verwaltet. Ein Ja löst die wirklichen Probleme leider nicht. Es verschiebt sie nur in die Zukunft. Ich sage NEIN, weil es auch noch Macher in der Politik gibt. Ich vertraue auf diese Kräfte. Der Ausgang der Abstimmung wird sehr eng werden. So unschuldig Herr Bundestat Berset mit der Vorlage dasteht, wir bezahlen ein Ja viel zu teuer. Die Jungen, die Frauen, die heutigen Rentner sind unsere Zukunft. Deshalb ist ein NEIN besser als ein ängstliches Schlucken von Kröten. Wir kleinen Unternehmerinnen und Unternehmer beweisen jeden Tag, dass wir die Zukunft meistern können.

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