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Erfolg Ausgabe Juli/August 2016

8 Steuern Unternehmenssteuerrechtsreform III Dr. Christoph Oesch, Zug, Sektion Steuern sowie Betreuer des SKV Euro Think tanks Auf jahrelangen Druck der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) geben die schweizerischen Kantone frühestens im Jahre 2017 mit Uebergangsfrist, spätestens im Jahre 2020 ohne Uebergangsfrist die kantonal steuerprivilegierten Gesellschaften (Domizil-, Gemischte – und Holding Gesellschaften) auf. Unter einer Domizilgesellschaft versteht man z.B. eine Vermögens- oder Lizenzverwertungsgesellschaft, die kantonal keine Steuern bezahlt, wohl aber 8.5 % Bundessteuer. Die Kantone erhalten von diesen Bundessteuereinnahmen 17 % pro Jahr. Unter einer gemischten Gesellschaft versteht man eine Gesellschaft, die einerseits im Inland, andererseits im Ausland Erträge und Gewinne erzielt. Der schweizerische Umsatzanteil darf dabei meistens 20 % des Gesamtumsatzes nicht übersteigen. Miteinzubeziehen ist vielfach auch die Aufwandseite. Der schweizerische Gewinnanteil sowie eine Quote des im Ausland erzielten Gewinns unterliegen der kantonalen Ertragssteuer, der Bundessteuer unterliegt hingegen wie bei der Domizilgesellschaft der ganze Gewinn. Um die günstige Besteuerung zu erhalten und die Gesellschaften in der Schweiz zu halten, bestehen Uebergangsordnungen. Die Steuerausfälle wären sonst viel zu hoch, da die Gemischten Gesellschaften sehr sitzflexibel (mobil) sind und viele Arbeitsplätze verloren gehen würden. Unter einer Holdinggesellschaft versteht man eine Beteiligungsgesellschaft, welche neben den Dividenden ihrer Beteiligungsgesellschaften auch noch komplementäre Beteiligungserträge erzielt, nämlich primär Zinsen auf Darlehen an ihre Beteiligungsgesellschaften, wenn schlecht strukturiert auch noch Lizenzerträge. Wegen den Anforderungen an die Anerkennung als Holding (50 % oder 66.66 % der Akti- ven müssen Beteiligungen oder 50 % bzw. 66,66 % der Erträge müssen Dividendenerträge sein), war man meist schlecht beraten Lizenzen in einer Domizilgesellschaft zu halten, besser war das Halten zugekaufter Patente über eine separate Domizil- oder eine Gemischte Gesellschaft. Gäbe man diese kantonal steuerprivilegierten Gesellschaften nicht auf, landet die Schweiz einerseits auf der schwarzen Liste der diskriminierten Länder und kann auch nur schlechte Sockelsteuern auf Dividenden, Lizenzen und Zinsen in ihren Doppelbesteuerungsabkommen aushandeln. Unter Sockelsteuern versteht man die Quellensteuer, die auf Dividenden, Zinsen und Lizenzen ausländischer Tochtergesellschaften von der nationalen Quellensteuer nach Anwendung des Doppelbesteuerungs-abkommens verbleibt. Auch im innerschweizerischen Verhältnis wird die Holdinggesellschaft abgeschafft, d.h. die Zinsen werden bei der schweizerischen Holding neu besteuert, auch wenn sie von schweizerischen, beherrschten Gesellschaften bezahlt werden. Die besteuerten Zinsen entsprechen den Zinsaufwendungen der beherrschten operativen Gesellschaften. Die Schütt aus – Hol zurück Methode ist daher im Inland steuerlich nicht mehr sinnvoll, kann dies aber durchaus betriebswirtschaftlich bleiben. Im internationalen Verhältnis wird das Schütt aus- Hol zurück Verfahren auch angewendet um die im Ausland liegenden Mittel zu begrenzen und Nationali- sierungen, Verstaatlichungen und Devisentransferrestriktionen vorzubeugen. Ausgabe 7/ 8 / Juli / August 2016 / ERFOLG Die wirtschaftliche Doppelbelastung wird nach dem Nein des Stände- und Nationalrat Gott sei Dank bei der Gewinnsteuer der Gesellschaft und 50 % / 60 % auf der Dividende belassen. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der schweizerischen Unternehmen wird neu durch eine Patentbox gefördert, zudem durch einen mehrfachen Abzug der Forschungs- und Entwicklungskosten. Zurzeit spricht man von einem 1.5xigen Abzug dieser Kosten. Ob sie bei verbundenen Gesellschaften ebenfalls in dieser Höhe zum Abzug zugelassen werden, ist vom Steuerberater zu prüfen. Neu ist auch die zinsbereinigte Gewinnsteuer. Weist eine Gesellschaft zu viel Eigenkapital auf, so kann sie auf dem ihr zu viel zustehenden Eigenkapital fiktive Zinsen als Aufwand steuerlich geltend machen. Es gelten die Regelungen über das verdeckte Eigenkapital. Eines ist sicher, die Unternehmen müssen steuerlich entlastet werden, damit die Schweiz dank tieferen Steuern attraktiv bleibt. Denn die Schweiz ist ein Hochlohnland und muss diesen Nachteil z. B. mit tieferen Steuern kompensieren. Dies findet denn auf kantonaler Ebene auch massiv statt. DIE 14 S-KONZEPT AG Dr. Christoph Oesch 6301 Zug Telefon 041 720 00 85, Telefax 041 720 00 86 c.oesch@tic.ch, www.managementbymedia.ch

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