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Erfolg Ausgabe Juli/August 2016

10 Kolumne Auch ein Zoo ist ein KMU Foto: Jean-Luc Grossmann Dr. med. vet. Alex Rübel ist seit 1991 Direktor des Zoo Zürich. Unter seiner Leitung hat sich der Zoo zum Kompetenzzentrum für Naturschutz gewandelt, unter anderem mit dem Bau richtungsweisender Anlagen wie dem Masoala Regenwald, dem Kaeng Krachan Elefantenpark und der derzeit geplanten Lewa Savanne. Von 2001 bis 2003 war Alex Rübel zusätzlich Präsident des Weltzooverbandes WAZA. Ebenfalls engagierte er sich in der Internationalen Welt-Naturschutzunion IUCN. 2006 erhielt er den Jahrespreis der Stiftung für abendländische Ethik und Kultur, 2012 den Heini-Hediger-Award. Moneycab: Herr Rübel, wussten Sie, dass Ihre Zoo-Aktie die höchste Dividenden- rendite der Schweiz hat? Alex Rübel: Als Non-Profit-Organisation zahlt der Zoo Zürich direkt keine Dividende, aber jeder Aktienbesitzer darf einmal im Jahr seine Institution besuchen. Ja, ein Zoobesuch lohnt sich immer und deshalb könnte der «Ertrag» einer Aktie auch kaum höher sein. Darüber hinaus ist die Aktie mit ihrem Raubkatzenfell auch optisch ein Hingucker. Aber jetzt einmal zur Betriebswirtschaft. Einen Zoo zu betreiben geht ja gewaltig ins Geld. Wie solide ist Ihre Bilanz? Die Bilanz ist sehr solide, allerdings unterstützen uns auch Stadt und Kanton Zürich. Diese Beiträge machen 20–25 % unseres Betriebsbudgets aus. Und Investitionen nehmen wir nur in Angriff, wenn die Finanzierung gesichert ist. Der Förderverein Tiergarten-Gesellschaft Zürich (TGZ) finanziert einen Teil. Gibt es Schwankungen im Spendenaufkommen? Unsere grössten Spendenbeträge bekommen wir aus Legaten und von Stiftungen, aber auch die Tiergarten-Gesellschaft Zürich und das Zoofäscht unterstützen uns regelmässig mit namhaften Summen. Konnten Sie in letzter Zeit einen grossen neuen Sponsor gewinnen? Unsere Sponsoren helfen uns, den Zoo Zürich noch bekannter zu machen und tragen unsere ideellen Ziele mit. Mit der ZKB, der Migros und dem EWZ sind wir seit vielen Jahren verbunden. Seit drei Jahren haben wir nun mit der Mobiliar den ersten Hauptsponsor, der schweizweit tätig ist. In diesem Jahr steht der Umbau der Aquarien vor dem Abschluss. Sind Sie im Zeitplan? Die Arbeiten dazu sind weit fortgeschritten, wir werden das Aquarium zeitgerecht Ende September wiedereröffnen können. Bei den Langfristprojekten steht ja immer noch die Seilbahn von Stettbach zum Zoo hoch auf der Wunschliste. Ist das denn noch Ausgabe 7/ 8 / Juli / August 2016 / ERFOLG realistisch? Die Besucher dürften doch kaum bereit sein, von Norden den Zoo anzusteuern… Nicht nur aus dem Nordosten der Schweiz, auch von allen Bahnhöfen im ZVV-Bereich ist man bis zu eine halbe Stunde schneller und auf attraktiverem Weg im Zoo Zürich und das auch noch sehr nachhaltig. Wir sind zuversichtlich, diese Bahn realisieren zu können, auch wenn die gerichtlichen Hürden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. «Wir haben das Ziel erreicht, jede Art selbst nachzüchten können.» Alex Rübel, CEO Zoo Zürich AG Der Zürcher Zoo hat sich weltweit einen Namen für die Erhaltungszucht seltener Tiere gemacht. Wie sieht da Ihr Wunsch- programm aus? Unser Ziel ist es, jederzeit in der Lage zu sein, Tiere für Wiederansiedlungen zur Verfügung stellen zu können, wenn solche Aktionen Sinn machen. Das Ziel, dass wir jede Art selbst nachzüchten können und keine Tiere aus der Wildnis beziehen müssen, haben wir erreicht und wollen wir absichern. Welche Rolle spielen Erlebniswelten wie das Pantanal in Ihrem Marketingmix? Der Zoo Zürich ist eine Bildungsinstitution. Je besser wir das Tier auf attraktive Art in seinem Umfeld darstellen können, desto mehr bekommt der Besucher auch über das Erlebnis mit. Hier spielt auch eine Rolle, dass wir Tiere nur erhalten können, wenn langfristig ein Der Zoo Zürich ist die meistbesuchte Kultur- und Weiterbildungsinstitution der Schweiz. Er will Menschen für Tiere begeistern und sie anregen, sich aktiv für den Natur- und Artenschutz einzusetzen. Denn: «Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen». Der Zoo Zürich beherbergt auf 27 Hektaren rund 380 Tierarten. Sie leben in naturnah gestalteten Anlagen, die den Besuchern nicht nur die Tiere, sondern auch ihre natürlichen Lebensräume näher bringen. Ausstellungen und Tierpräsentationen ergänzen das Zooerlebnis.

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