Get the FLASH PLAYER to view this magazine:

Get Adobe Flash player

- or -

View as HTML version

Erfolg Ausgabe Juni/Juli/August 2017

Ausgabe 6/7/8 / Juni, Juli, August 2017 / ERFOLG 9 Finanzielle und steuerrechtliche Auswirkungen bei Transaktionen ins Ausland Dr. Christoph Oesch zugelassener Revisionsexperte, Leiter Sektion Steuern des Schweizerischen KMU Verbandes Unternehmen versuchen sich in neuen Märkten mit ihren Produkten und Leistungen zu etablieren. Die Risiken und Herausforderungen an das Unternehmen sind je nach Exportland verschieden. Vor allem weil Politik und Steuergesetzgebungen sich stetig im Wandel befinden. Aus diesem Grund ist immer ein lokaler Steuerberater des betreffenden Exportlandes beizuziehen. Unternehmen, welche Materiallieferungen ins Ausland vornehmen, sollten neben den Anforderungen zur Erleichterung von Importen im Freihandelsabkommen auch über etwaige Importhindernisse wie Einfuhrlizenzen und zusätzliche Kosten wie z. B. Einfuhrumsatzsteuer, Liefergewinnbesteuerung bei Betriebsstätten in gewissen Ländern gute Kenntnisse haben um den ausländischen Anforderungen gerecht zu werden. Unternehmen mit komplexen Lieferketten müssen sich der ineinander greifenden Auswirkungen des Projektes «base erosion and profit shifting» (BEPS) der Organisation for Economic Cooperation and Development’s (OECD) auf Verrechnungspreise, Mehrwertsteuern und Zölle bewusst sein. Unternehmen, welche auch Leistungen vor Ort erbringen wollen, sollten sich auch der steuerrechtlichen Auswirkungen bewusst sein wie die Begründung einer Betriebsstätte, welche eine beschränkte Steuerpflicht im Niederlassungsland bewirkt. Die Betriebsstätte ist gemäss des OECD Standards als eine feste Geschäftseinrichtung definiert, durch die eine Tätigkeit eines Unternehmens ganz oder teilweise mit Personal ausgeübt wird. Die Basis der Betriebsstätte setzt eine räumliche Einrichtung voraus, die dem Steuerpflichtigen zur Verfügung steht. Im Gegensatz dazu gibt es auch Betriebsstätten, welche hingegen keine räumliche Einrichtung voraussetzen: – Die Vertreterbetriebsstätte setzt das Vorliegen und den Gebrauch einer Abschlussvollmacht voraus. Bei Entsendung eines Mitarbeiters ins Ausland, welcher über Vollmachten verfügt und im Namen des «Heimat»-Unternehmens rechtliche Bindungen eingehen kann, begründet der Mitarbeiter eine Vertreterbetriebstätte, die dem ausländischen Staat ein Besteuerungsrecht zuweist. – Die Bau- und Montagebetriebsstätte wird durch die Dauer der Tätigkeit (ca. sechs oder zwölf Monaten) bestimmt. Die lokale Gesetzgebung mag eine Betriebsstätte schon mit einer kürzeren Dauer begründen lassen. Die Begründung einer Betriebstätte im Ausland hängt oft nur von wenigen Tagen ab, wobei die Fristenberechnung unterschiedlich definiert sein kann. Auch hier ist die lokale Gesetzgebung unbedingt zu prüfen, da die lokale Definition vom DBA abweichen kann oder das DBA erst gar nicht beachtet wird. Das Verständigungsverfahren ist langwierig und führt deshalb nur unter hoher Kostenfolge zu Ergebnissen. Mit den Hauptexportländern besteht meistens das Musterabkommen der OECD und es bestehen keine Betriebsstättenqualifikationsprobleme. – Die Spezialregelung zur sog. Dienstleistungsbetriebstätte wird zum Teil explizit in den Doppelbesteuerungsabkommen aufgenommen. Bei dieser Besonderheit kann es zur Begründung einer Betriebstätte kommen, sofern Dienstleistungen im Ausland erbracht werden, ohne dass eine sog. «feste Geschäftseinrichtung» (z. B. Büro) vorliegt. Die Ausweitung des Betriebsstättenbegriffes ist das Ergebnis von BEPS indem anders als bisher Einrichtungen, welche nicht der direkten Erlöserzielung dienen, wie der Einkauf eine Betriebsstätte begründen können und somit der Tatbestand einer Tätigkeitsaufnahme entfällt. Das heisst, jede feste Geschäftseinrichtung, die dem Einkauf dient, kann eine Betriebsstätte sein. Ferner wird der Begriff der Vertreterbe- Steuern triebsstätte erweitert, wodurch eine Vertreterbetriebsstätte auch durch blosses faktisches Handeln entstehen kann. Die typische Form der Quellensteuer wird auf Dividenden (DBA Art. 10), Zinsen (DBA Art. 11), und Lizenzgebühren (DBA Art. 12) erhoben. In einigen Ländern wird Quellensteuer auf Leistungserbringungen im Ausland erhoben. Der Abzug der Quellensteuer erfolgt auf den Rechnungsbetrag d.h. die Quellensteuer wird an die Steuerbehörde abgeführt und die Zahlung erfolgt netto an das leistende Unternehmen. Nach lokaler Gesetzgebung und zum Teil auch im DBA unter Art. 12 Lizenzgebühren selbst definiert, kann die Quellensteuer auf folgende Leistungen wie z.B. Bau, Montage, Inbetriebnahme, Wartung, Betrieb und technische Beratung sowie Überwachung der Tätigkeiten erhoben werden. Die Quellensteuerthematik sollte unbedingt vorweg mit dem Auftraggeber abgestimmt und vertraglich geregelt werden. Je nach Definition der Quellensteuer kann der Abzug oder die Anrechnung an die Schweizer Steuer nicht gewährt werden, womit die Quellensteuern neben den schweizerischen Steuern für das leistende Unternehmen zusätzliche Kosten darstellen. Durch ein geeignetes Tax treaty Shopping über Drittländer können die Quellensteuern auf Dividenden, Zinsen und Lizenzen oft merklich verringert werden. Manuela Kahl, Betriebswirtin und LL.M. International Tax Law (internationale Steuerberaterin) und Dr. Christoph Oesch, dipl. Wirtschaftsprüfer, zugelassener Revisionsexperte Gerne stehen wir Ihnen bei der Optimierung der Finanzierung zwischen verbundenen Gesellschaften jederzeit gerne zur Verfügung. DIE 14 S-KONZEPT AG Dr. Christoph Oesch, 6301 Zug Telefon 041 720 00 85, Telefax 041 720 00 86 c.oesch@tic.ch, www.managementbymedia.ch

Page 1
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11
Page 12
Page 13
Page 14
Page 15
Page 16
Page 17
Page 18
Page 19
Page 20
Page 21
Page 22
Page 23
Page 24
Page 25
Page 26
Page 27
Page 28
Page 29
Page 30
Page 31
Page 32
Page 33
Page 34
Page 35
Page 36
Page 37
Page 38
Page 39
Page 40
Page 41
Page 42
Page 43
Page 44
Page 45
Page 46
Page 47
Page 48