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Erfolg Ausgabe Juni 2016

Ausgabe 6 / Juni 2016 / ERFOLG 15 Marken- und Patentschutz: Wichtiger, als Sie denken Wenn Sie ein Business starten, haben Sie alle Hände voll zu tun. Nehmen Sie sich aber auf jeden Fall die Zeit, eine Marke oder Idee zu schützen! Ansonsten schnappt Ihnen die Konkurrenz schnell die Rechte vor der Nase weg. Welches ist Ihr Lieblingsduschmittel? Viele Antworten sind möglich, aber dennoch kann ein spezifisches Duschmittel herausgepickt werden – dank der Marke. Doch was ist das überhaupt? Die Marke als Freund etablieren Eine Marke ist streng genommen ein Zeichen oder Schriftzug, die zur Unterscheidung von anderen Marken dienen. Immer öfter werden Marken aber so aufgebaut, dass beim alleinigen Hören oder Sehen Gefühle entstehen oder mentale Bilder erscheinen. Beispielsweise bei der Marke Mercedes, bei der man automatisch an Luxus und Sicherheit denkt. Das rührt auch vom Kommunikationsstil her. Welche Tonalität wird verwendet? Wie werden die Kunden angesprochen? Thomas Tönnesmann, Vizepräsident bei Hakle AG, sagte in einem Interview, Marken seien wie Freunde: Man fühle sich mit ihnen verbunden, könne sich auf sie verlassen und ihnen vertrauen. Kurz: Man weiss, was man hat, und kauft nicht die Katze im Sack. Klare Identität positioniert und profiliert Das Vertrauen ist der Kern einer Marke. Hinterlässt ein Waschmittel unschöne Streifen auf der Wäsche, wird es nicht mehr gekauft. Es sei denn, der Hersteller konnte bereits eine langfristige Bindung zum Kunden herstellen. Dies geschieht über eine eigene, individuelle und klar umrissene Identität. Sie besagt, wofür eine Marke steht. Beispielsweise für Innovation, für gute Qualität oder einen tiefen Preis. Nur über die klare Identität können die Unternehmen gleiche Dienstleistungen anbieten und sich dennoch klar voneinander differenzieren. Die Marke weiterentwickeln Mit einer Marke ist es wie mit einem guten Journalisten: Er muss immer up to date sein, wissen, was die Leser bewegt, was bereits geschrieben wurde und wo eine spannende Geschichte lauert. Genauso ist es bei einer Marke: Sie muss die Bedürfnisse der Zielgruppe jederzeit kennen und erfüllen. Wenn sich die Bedürfnisse verändern, muss es auch die Marke tun. Werfen wir einen Blick in die Übersetzungsbranche: Bisher wurden Dolmetscher gebucht, die ihren Job vor Ort ausführten. Da heute Schnelligkeit und Flexibilität priorisiert werden, müssen Dolmetscher jederzeit verfügbar sein. Deshalb wurde das Video-Dolmetschen eingeführt, bei dem die Dolmetscher sich von irgendwoher auf der Welt über den Computer zuschalten und so teure Anreisezeit einsparen können. Halten Sie also immer die Augen für neue Trends und Bedürfnisse offen und passen Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen dementsprechend an! Schützen Sie Ihre Marke! Haben Sie eine Marke aufgebaut? Dann lassen Sie sie lieber zu früh als zu spät schützen! Als Markeninhaber haben Sie das ausschliessliche Recht, Ihre Marke zur Kennzeichnung von Waren und Dienstleistungen zu gebrauchen und darüber zu verfügen. Und ganz wichtig: Sie können Dritten verbieten, ein identisches oder ähnliches Zeichen für gleichartige Waren oder Dienstleistungen zu verwenden. Als Mahnmal hierfür steht beispielhaft das Winterthurer Traditionsgetränk Rasputin, dessen Name weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt war. Wegen eines Namensstreits musste die etablierte, aber ungeschützte Marke in Serpentin umgetauft, neu vermarktet und angemeldet werden. Damit Ihnen und Ihrer Marke kein solcher Streit widerfährt, können Sie sich an einen Markenberater wenden. Er hilft Ihnen, frühzeitig die nötigen Massnahmen zu ergreifen. So tragen Sie Ihre Marke ein Ihre Marke können Sie beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum schützen lassen. Für den Schutz während zehn Jahren werden Gebühren in der Höhe CHF 550.– erhoben. Die Frist kann nach Ablauf auf Wunsch verlängert werden. Achten Sie bei der Markeneintragung auf die Eintragungsvoraussetzungen. Ein Markenname darf beispielsweise nicht beschreibend sein. Das heisst, ein Apfel kann als «Apfel» nicht eingetragen werden, ein Computer jedoch Marketing schon. Haben Sie nebst einer Marke auch eine Idee, die Sie schützen möchten? Diese können Sie als Patent anmelden. Ein Patent anmelden Mit dem Patent, das Sie ebenfalls beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum anmelden, können Sie eine technische Erfindung schützen. Zum Beispiel beheizbare Skischuhe oder eine chemische Verbindung ähnlich der Rezeptur des Aspirins. Anders als bei der Markeneintragung sind Sie während 20 Jahren geschützt. Während dieser Frist dürfen andere Anbieter Ihr Produkt weder herstellen, verwenden, verkaufen noch einführen. Dies gibt Ihnen die Chance, das in die Entwicklung investierte Geld wieder einzunehmen. Allerdings sind die Kosten entsprechen höher: Die Gebühren für die Patentanmeldung und -prüfung betragen CHF 700.–. Ab dem vierten Jahr nach der Anmeldung fallen Jahresgebühren von CHF 100.– an, die sich jährlich in 50er Schritten erhöhen, bis sie im 20. Jahr CHF 900.– betragen. Überlassen Sie den Erfolg Ihrer Marke nicht dem Zufall, denn die Konkurrenz ist gewieft und weiss, gebotene Chancen zu nutzen! Ergänzende Informationen zum Thema Marken- und Patentschutz finden Sie beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum. Weitere hilfreiche Infos und Tipps für KMU finden Sie in unserem KMU-Ratgeber unter: www.moneyhouse.ch/kmu-ratgeber Moneyhouse AG Lettenstrasse 7 6343 Rotkreuz www.moneyhouse.ch

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