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Erfolg Ausgabe Juni 2016

Ausgabe 6 / Juni 2016 / ERFOLG 19 Die Digitalisierung krempelt die Energiebranchen um Die Welt verändert sich und sie verändert sich schneller als je zuvor. Treiber dieser Veränderung ist die Digitalisierung. Sie erfasst unser privates wie berufliches Leben gleichermassen. Sie stellt so manches auf den Kopf und erfindet vieles von Grund auf neu. Wir erleben derzeit Veränderungen, deren Tragweite man wohl zu Recht mit der industriellen Revolu- tion gleichsetzt. Es ist keine 20 Jahre her, da äusserten sich Medienhäuser noch folgendermassen: «Das Internet? – Das geht wieder vorbei.» Und heute? 52 Prozent der 500 grössten Unternehmen (Fortune 500) aus dem Jahr 2000 existieren nicht mehr. Dafür sind unter den teuersten Firmen heute diverse Internet-Giganten wie Google, Amazon und Facebook, die kaum 20 Jahre alt sind. Praktisch jede Branche wird vom digitalen Wandel erfasst. Und wie ein roter Faden zieht sich durch, dass nicht die etablierten Branchenriesen den Wandel zuerst vollziehen. Im Gegenteil. Oft wehren sie sich vehement gegen eine Veränderung. Es sind die Quereinsteiger, die KMU, die Startups, die aus dem Nichts auftauchen und den digitalen Wandel als Chance nutzen. Häufig mischen die Newcomer die Branche gleich noch mit neuen Businessmodellen auf. Wie Airbnb, der mittlerweile weltweit grösste Anbieter von Unterkünften. Er besitzt selbst keine Immobilien, sondern eine Internetplattform, auf der Privatpersonen Unterkünfte vermieten. Oder Uber, das weltweit grösste Taxi-Unternehmen, das selbst keine Fahrzeuge besitzt, sondern eine App entwickelt hat, die es Privaten ermöglicht, Taxi-Dienstleistungen anzubieten. Mit dem Technologie-Freak Elon Musk mischt schon mal ein Branchenfremder die Auto- branche auf. Aber der Wandel ist mit Tesla noch längst nicht vollzogen. Das selbstfahrende Auto, das von einer vernetzten Verkehrs-Software gelenkt wird, kommt schon bald und wird radikale Veränderungen mit sich bringen. Selbstfahrende, vernetzte Autos sind deutlich sicherer, termintreuer und lassen die Reisezeit massiv effizienter nutzen. Es wird aber auch grossen Einfluss auf den öffentlichen Verkehr haben, denn das selbstfahrende Auto, das man nicht mehr besitzt, sondern bestellt, wenn man es braucht, wird die Attraktivität des Individualverkehrs gegenüber dem öV wieder massiv stärken. Das be- deutet, der Konkurrenzvorteil des Massen-öV verschwindet, was wiederum Einfluss auf die Immobilienbranche haben wird: Die zentrale Lage einer Immobilie, der gute öV-Anschluss, was heute noch ein Verkaufsargument ist, wird dadurch plötzlich irrelevant. Das selbstfahrende Auto holt jeden zu Hause ab. Energiewirtschaft wird digital Die Digitalisierung ist auch der eigentliche Treiber für die Veränderungen in der Energiewirtschaft. Eine dezentrale Energieproduktion ist nur auf der Basis intelligenter Steuerung denkbar. Daten und der Umgang damit werden deshalb zum Schlüssel für Energieunternehmen. Ihre Angebote müssen künftig immer stärker auf die Verarbeitung einer stetig wachsenden Menge von Daten ausgerichtet sein, etwa zu Energieverbrauch, Kundenverhalten, Strompreisen und Wetterprognosen. Die klassische Lieferanten-Kunden-Beziehung ändert sich, denn viele Kunden werden in Zukunft einen wachsenden Anteil der Energie selbst erzeugen. Es braucht demnach neue, vernetzte Angebote etwa für Smart Homes oder Mobilität. Angebote eben, die die dezentrale Energieerzeugung und den Verbrauch intelligent steuern. Während jahrzehntelang die Gesetzmässigkeit galt, dass Strom zentral in großen konventionellen Kraftwerken erzeugt wird, ist heute klar: Die ehemaligen treuen Kunden und Stromabnehmer werden selbstbewusst, nehmen ihre Energieversorgung selbst in die Hand und machen sie zu ihrer eigenen Sache: kleinteilig, ökologisch, dezentral. Der Kunde wird zum Prosumer, Energiepolitik der Konsument von früher wird zum Wertschöpfer. Überall entstehen neue Geschäftsmodelle und smarte, IT-getriebene Unternehmen drängen auf der Überholspur in den Markt. Die Energiewirtschaft ist gefordert und muss sich quasi neu erfinden. Der digitale Wandel und der technologische Fortschritt geben das Tempo vor. Wer nicht Schritt hält, wird ins Stolpern kommen und zunehmend Mühe haben, sich im Markt zu behaupten. Stefan Batzli, Geschäftsführer AEE SUISSE Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, www.aeesuisse.ch Über die AEE SUISSE Die AEE SUISSE vertritt als Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz die Interessen von 24 Branchenverbänden und deren rund 15‘000 Mitgliedern, der Unternehmungen und der Energieanbieter aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Ihr Ziel ist es, die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger zu informieren, für eine nachhaltige Energiepolitik zu sensibilisieren und sich aktiv an der Gestaltung der wirtschaftlichen und energiepolitischen Rahmenbedingungen auf nationaler und regionaler Ebene zu beteiligen. www.aeesuisse.ch

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