Get the FLASH PLAYER to view this magazine:

Get Adobe Flash player

- or -

View as HTML version

Erfolg Ausgabe Mai 2016

6 Steuern Ausgabe 5 / Mai 2016 / ERFOLG Chancen und Tücken bei der AHV und ALV Dr. Christoph Oesch, Leiter Sektion Steuern des Schweizerischen KMU Verbands und Unternehmens- und Steuerberater aus Zug Treuhänder und Steuerberater raten ihren Kunden oft zu Dividendenzahlungen statt Lohn. Da die Dividende beim Kanton nur zu 50 % und beim Bund nur zu 50 / 60 % besteuert wird, kommt sie ohne die dem Lohn eigenen Sozialversicherungsbelastungen etwas günstiger als Lohn. 60 % werden dann erfasst, wenn die Beteiligung zum Privatvermögen eines Steuerpflichtigen gehört, 50 % dann, wenn die Beteiligungserträge aus Firmen im Geschäftsvermögen eines Selbständigerwerbenden stammen, da hier auf der normalen Dividende noch 9.8 % AHV belastet werden. Die Ausgleichskassen setzen dem aber Grenzen. Zudem gefährden Sie auf diese Weise ihre berechtigten, späteren AHV Ansprüche. Ab einem Lohn von CHF 120‘000.– akzeptiert die Ausgleichskasse die Dividendenzahlungen normalerweise. Steuerlich interessanter als Lohn sind Einzahlungen in das BVG und in die Arbeitgeber- Beitragsreserven. Die normalen BVG Beiträge werden den Unternehmen immer Ende Jahr pro versicherten Arbeitnehmer via Leistungsblatt durch seine Vorsorgeeinrichtung mitgeteilt und sind in der Lohnabrechnung des Folgejahres zu berücksichtigen. Höhere BVG Beiträge vom Lohn abzuziehen, ist Diebstahl. Bei tieferen Beiträgen kommt der Arbeitgeber zu kurz, da er ja die vollen BVG-Rechnungen richtig bezahlen muss. Die Beiträge ans BVG und an die überobligatorische BVG-Versicherung dürfen 20 % des massgebenden Lohnes nicht überschreiten. Der (Beletage) Kaderplan muss folgenden Anforderungen gerecht werden: – Kollektivität (Keine Freiwilligkeit wenn Kriterien erfüllt sind) – Ausschliesslicher Zweck der Vorsorge – Planmässigkeit der Finanzierung und der Leistungen – Gleichbehandlung innerhalb Versicherungskategorien – Angemessenheit der Prämien und der versicherten Leistungen Man kann seinen Lohn z. B. um CHF 20‘000.– erhöhen und einen Einkaufbeitrag von CHF 20‘000.– ins BVG einbezahlen. Damit kann der Gewinn der AG oder der GmbH um CHF 20‘000.– reduziert werden, ohne dass der Eigentümer einen höheren Lohn zu versteuern hat, denn er tätigt ja gleichzeitig mit der Lohnerhöhung einen Einkaufsbeitrag. Zu klären ist das Einkaufspotential bei der Vorsorgeeinrichtung. Sinnvoll ist es ein betriebseigenes BVG Reglement (ordentliches BVG, überobligatorische Kadervorsorge = Bel étage) der Steuerverwaltung vor Anwendung zur Genehmigung einzureichen. Die Antwort sollte innert zwei Wochen kommen. Sollte es nämlich den Anforderungen des Kantonalen Steueramts nicht genügen, muss man sonst alle Löhne neu berechnen und die Lohnabrechnungen mit allen Angestellten korrigieren. So sind denn Auszahlungen an die Mitarbeiter erforderlich. Deshalb bilden wir eine Rückstellung AHV-Risiken in der Bilanz. Und auch eine Rückstellung BVG. Bei Rückstellungen ist Vorsicht am Platz, denn die Steuerverwaltungen lassen nur Rückstellungen zu für Risiken, die sich innerhalb eines Jahres verwirklichen. So lassen sie auch fälschlicherweise keine Rückstellungen für Mehrwertsteuerrisiken zu. Dies widerspricht den Kommentaren, die Rückstellungen für viele Jahre zulassen, es muss nur erhärtet sein, dass das Risiko, für welches eine Rückstellung gebildet wird, am Bilanzstichtag effektiv schon bestand. Nach dem Verlustantizipationsprinzip ist der Verlust zurückzustellen, wenn er effektiv am Bilanzstichtag droht, es muss eine konkrete Gefahr für den Eintritt des zurückgestellten Risikos bestehen. Nach dem Imparitätsprinzip darf ein Gewinn hingegen erst ausgewiesen werden, wenn er effektiv auch realisiert ist. Hier ist eine Lösung zu suchen in Kooperation mit dem Bund der Steuerzahler und mit der Sektion Steuern des SKV Schweizerischen KMU Verbands, dass der Staat sich an das von ihm erlassene Obligationenrecht hält und Rückstellungen auch für Risiken zulässt, die erst in vielen Jahren zu Zahlungen führen, z. B. Instandstellungskosten bei einem Werkhof oder bei einem langfristigen Mietvertrag (Wiederinstandstellungspflicht des Mieters in den ursprünglichen Zustand). Bei den Arbeitgeberbeitragsreserven sind die Lösungen der Kantone verschieden: Im Kanton Zug muss die Einzahlung in die Arbeitgeberbeitragsreserven bis zum 30. Juni des Folgejahres erfolgen. Im Kanton Zürich muss die Einzahlung in die Arbeitgeberbeitragsreserven bis am 31. Dezember des laufenden Geschäftsjahres erfolgen. Im Kanton Bern kann die Einzahlung in die Arbeitgeberbeitrags-Reserven bis und mit Einreichen der Steuererklärung des Vorjahres erfolgen. Es können maximal 5 Jahresbeiträge Arbeitgeber-Beitragsreserven einbezahlt werden. Im Kanton Zug muss die Einzahlung für 5 Jahresbeiträge auf einen Beitrag für 3, einen Beitrag für 2 Jahre aufgeteilt werden. Qualifiziert die AHV-Revision oder die Steuerprüfung einen Vorsorgebeitrag als Lohn, so erhebt sie die Sozialversicherungsbeiträge auf diesem Betrag. Eine Meldung an das Steueramt erfolgt nicht, da die AHV für die AHV und die Steuern für die Steuern schauen. Diese höchst unbefriedigende Zusammenarbeit zwischen diesen zwei Behörden ist auf das Fehlen einer gesetzlichen Grundlage zurückzuführen, die die Beamten zwingt und das Recht gibt zu melden. Eine Meldung an das Steueramt erfolgt auch nicht, wenn der AHV-Revisor einen nicht verbuchten Bonus entdeckt und diesen bei der AHV korrigiert. Es kann aber in gewissen Fällen auch zu unliebsamen Steuerfolgen: Strafsteuern und Nachsteuern kommen. Ehrliche Steuerpflichtige, welche einen Bonus bei der AHV-Abrechnung nicht gemeldet haben, melden diesen via Straffreie Selbstanzeige auch bei den Steuern, sollten sie ihn dort auch vergessen haben. Die Steuerbehörde sendet dann nach einigen Monaten eine Bestätigung,

Page 1
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11
Page 12
Page 13
Page 14
Page 15
Page 16
Page 17
Page 18
Page 19
Page 20
Page 21
Page 22
Page 23
Page 24
Page 25
Page 26
Page 27
Page 28
Page 29
Page 30
Page 31
Page 32