Get the FLASH PLAYER to view this magazine:

Get Adobe Flash player

- or -

View as HTML version

Erfolg Ausgabe März 2016

12 SKV SKV ThinkTank zur Europroblematik Dr. Christoph Oesch, Leiter Sektion Steuern des Schweizerischen KMU Verbands und Unternehmens- und Steuerberater aus Zug Am 26.2.2016 fand im Hotel City in Zürich der 1. ThinkTank Abend zur Europroblematik statt. Insgesamt 15 Personen, darunter Alt-Nationalrat Hans Fehr und Guido Bulgheroni vom Volkswirtschaftsdepartement Zug nahmen an diesem 1. ThinkTank unter der Leitung von Dr. Christoph Oesch, Leiter Sektion Steuern des Schweizerischen KMU Verbands und Unternehmens- und Steuerberater aus Zug teil. Gemäss Umfrage Provida, publiziert in der Ausgabe Februar 2016 S. 16 der Zeitschrift Erfolg, haben nur 10 % der schweizerischen Unternehmen keine Probleme mit dem Euro, 25 % sehen im Euro ein grosses, 60 % sehen im Euro ein mittleres Problem. Dies als anhaltendes Problem. Die rund 10 % Reduktion des Euro-CH-Wertes von 1.20 auf momentan 1.07 macht also den allermeisten Schweizer Unternehmen zu schaffen. Sie können in mannigfaltiger Weise vom harten Schweizer Franken betroffen sein: a) Schweizerische Exportunternehmen, welche ihre Rechnungen an ihre ausländischen Kunden in Euro ausstellen aber ihre Personal- und Sachaufwendungen in CHF bezahlen müssen; b) als unter verschärftem Kostendruck der Exportfirmen leidende Zulieferanten; c) als vom Einkaufstourismus betroffene meist grenznahe Unternehmen z. B. Detailhandel Kleider, Schuhe, Lebensmittel; d) Schweizerische Unternehmen, welche unter dem Investitionsaufschub leiden, (zum Beispiel zeitlicher Aufschub von EDV-Releasen). Die Investitionsaufschübe im Investitionsplan erfolgen primär im Hinblick auf eine höhere, angestrebte Liquidität, z. B. zur Finanzierung möglicherweise vorübergehender Verluste; e) Schweizerische Unternehmen, welche unter dem günstigeren Euroimportpreis vergleichbarer Güter in die Schweiz oder auch in benachbarte Länder (Exportländer der Schweiz) leiden; f) Exportunternehmen welche auf ihren Auslandsmärkten unter der eurobedingt härteren Konkurrenz aus anderen Euro-Ländern leiden. Da der Euro bleibt (Bofinger, Zurück zur DM? Deutschland braucht den Euro) und der von Nouriel Roubini geforderte Nord- und Südeuro leider nur eine politische Illusion bleibt (Nouriel Roubini, Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft), wird die Relation Euro-CHF die schweizerische Wirtschaft noch Jahre belasten. In den letzten 5 Jahren entwickelte sich der Euro- devisenankaufskurs von 1.38 auf 1.07, von einer auch weiterhin sinkenden Tendenz muss wie bei anderen Fremdwährungen wie USD, GB- Pfund und aufgrund der im Euro steckenden Konstruktionsfehler wohl ausgegangen werden. Die Probleme des starken Schweizer Franken oder des eine politische Fehlkonstruktion bleibenden schwächelnden Euros bleiben somit als Belastung für 90 % unserer Unternehmen bestehen, sie dürften sich noch verstärken. Wir raten zu einer wesentlich höheren Prozentzahl der einen Businessplan erstellenden Firmen (Erkennen neuer Ertrags- und Kosteneinsparpotentiale) sowie der Firmen mit einem professionellen, monatlichen Vorschlagswesen für die MitarbeiterInnen. Von einer Abwärtsentwicklung des Euros muss ausgegangen werden, entsprechende Szenarien sind vorzubereiten. Vermutlich kommen grössere Firmen nicht um eine teilweise Verlagerung ihrer Produktionseinheiten ins Ausland herum, um so wenigstens einen erheblichen Teil ihres Unternehmens in der Schweiz aufrecht erhalten zu können. Ich halte den gegenwärtigen Rückzug des EU-Beitrittsgesuchs für zeitlich kritisch, da wir noch lange vom Euro-Markt abhängig bleiben werden. Bei einem weiteren Eurowertzerfall mit Problemen für die Schweizerische Industrie kann die Stimmung des Schweizerischen Volkes zur EU eventuell ändern. David Cameron meint zu einem Alleingang für Grossbritannien, dass es ein Schritt ins Dunkle sein dürfte. Die Abstimmung über den Verbleib in der EU findet am 23.6.2016 statt und könnte einen negativen Einfluss auf die Relation CHF-Euro haben. Ausgabe 3 / März 2016 / ERFOLG Eine Verlagerung des Absatzmarktes der Schweiz nach China, Iran, ASEAN Region wie Indone- sien, Philippinnen, Singapoore, Vietnam ist leider nur sehr langsam machbar, die Schweiz bleibt somit stark euroabhängig. Die heutige Situation verlangt ein absolut konse- quentes Leben der 14 Schlüsselfaktoren des unternehmerischen Erfolgs, welche alle mit S anfangen: – Strategie (Businessplan); – Strategische Allianzpartner; – Strukturen, Systeme, Produktionsprozess- verlagerungen z.B. Teilverlagerungen schweizerischer Unternehmen ins Ausland (aktuell z.B. Firma Schindler, Ebikon etc.); – Sparen, Effizienzsteigerungen, Steuern sparen, Schlanke Strukturen; – Sales; – Ständiger Verbesserungsprozess; – Seriosität und Ethik; – Seriöse Finanzierungen; – Supermotivierte (und somit produktive) MitarbeiterInnen; – Selektion von Lieferanten, Kunden und MitarbeiterInnen), Spürnase und Innovation; – Serviceleistungen; – Speditivität oder Speedmanagement; – Ständiger Verbesserungsprozess (KVP). Das 14 S-Führungsmodell ist eine Innovation des 7 Konzepts. Erstmals publiziert haben wir es im Jahre 2005. Aus diesen Erfolgsfaktoren ableitbar ist, dass Service- und Innovationsstrategien neben Nischen- und Premiumstrategien die erfolgreichsten Strategien sind. Devisenkursabsicherungen helfen nur kurzfristig und vorübergehend, aber immerhin dies. Sie erzielen dann praktisch den heutigen Devisenankaufskurs Euro. Dies wenn Sie die in einem Jahr erwarteten Euros auf ein Jahr auf Termin verkaufen. Ein Unterlassen von Devisenabsicherungen ist Casino «unternehmertum» und wurde uns bereits bei der Wirtschaftsprüferausbildung als möglicherweises Unternehmertum mit Gefängnisfolgen beschrieben, auch wenn direktes Gefängnis heute kaum mehr droht, wohl aber aufgrund von Geldbussen umgewandelte Gefängnisstrafen, da die Geldbussen durch Gläubigerklagen eventuell nicht bezahlt werden können. Am 2. ThinkTank Abend werden wir uns mit der Association of Southeast Asian Nations: ASEAN Region befassen. Dieser findet Mitte – Ende Mai statt, also nach dem Anlass Euro im KKL Luzern vom 2.5.2016, wo diverse Kapazitä-

Page 1
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11
Page 12
Page 13
Page 14
Page 15
Page 16
Page 17
Page 18
Page 19
Page 20
Page 21
Page 22
Page 23
Page 24
Page 25
Page 26
Page 27
Page 28
Page 29
Page 30
Page 31
Page 32
Page 33
Page 34
Page 35
Page 36
Page 37
Page 38
Page 39
Page 40
Page 41
Page 42
Page 43
Page 44
Page 45
Page 46
Page 47
Page 48