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Erfolg Ausgabe März 2016

38 Versicherung Risikomanagement als Erfolgskonzept Mit traditionellen Anlagestrategien ist es in den letzten 15 Jahren immer weniger gelungen, ein für Investoren tragbares Risiko-Rendite-Profil zu generieren. Die traditionelle Vermögensverwaltung baut mehrheitlich auf Long-only Anlagen in Aktien und Obligationen auf. Die Ansätze basieren auf der gezielten Suche von Renditen durch Wertzunahme, sowie der Diversifikation in verschiedene Anlageklassen. Traditionelle Vermögensverwaltungsportfolios haben in der Zeitachse der letzten 15 Jahre mehrfach viel Geld verloren. Zusätzliche Portfolioabsicherungen wie Rohstoffe haben in den Krisenjahren 2008 und 2011 versagt. Erschwerend kommt dazu, dass die Diversifikation innerhalb der Anlageklasse von Aktien, also eine Streuung über Länder, Themen und Sektoren, nicht mehr den gewünschten Effekt bewirkt, da Aktien untereinander und Obligationen insgesamt hoch korreliert (gleichgeschaltet) waren und sind. Natürlich ist nach wie vor Tatsache, dass langfristig mit Aktien am meisten Geld zu verdienen ist. Tatsache ist dennoch ebenso, dass eine Verlustbandbreite von Minus 25 % bis Minus 50 % (wie 2001 – 2002, und 2008 – 2009), nur schwer aufzuholen ist. Je grösser der Verlust, desto mehr Gewinn muss erzielt werden, um den ehemaligen Wert einer Investition wieder zu erreichen. Einmal erlittene Verluste wieder auszugleichen, ist aber ein oftmals langwieriger und schmerzhafter Weg. Es ist daher sinnvoll, grosse Verluste möglichst zu vermeiden. Das Kapitalmarktjahr 2015 war das Jahr, in dem die Anleger vollkommen in den Bann der Notenbankpolitik gezogen wurden. Draghi & Co haben eine «schöne neue Welt» geschaffen und ganze Arbeit geleistet. War früher noch der Zusammenhang von Konjunktur und Aktienmarkt unumstritten, so wird dieses Grundgesetz der Börse in Zeiten von Nullzinsen massiv in Frage gestellt. Es hat sich eine Haltung entwickelt, die davon ausgeht, dass es keine Alternativen zu Aktien gibt. Dies bewirkt, dass viele Probleme ausgeblendet werden. Der Wandel von einstigen Werten und Regeln hat dazu geführt, dass die Risiken an den Kapitalmärkten erheblich gestiegen sind. War passives Investieren ein gutes Rezept der letzten Jahre (so auch 2015), wird künftig ein ausgefeiltes Risikomanagement die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Anlegen bilden. Dass die Strategie der Nullzinspolitik für die Anleger unangenehm ist, kann an der Tatsache erkannt werden, dass wir alle für diese Form von Finanz-Politik einen hohen Preis zahlen: – Nullverzinsung der Privat- und Sparkonten. – Negativverzinsung für die Parkierung von grossen Beträgen (z. B. für PK’s und Fonds). – Reduktion des techn. Zinssatzes von Lebensversicherungen (von über 3 % auf aktuell ca. 1.25 %). – Nullverzinsung der Säule 3a Konten. – Grosse Herausforderungen für Pensionskassen in der Schweiz, da es für sie immer schwieriger wird, ansprechende Renditen erzielen zu können. Wir fahren also auf einer Bergstrasse mit Rutschgefahr. Die Empfehlung der Politik lautet dennoch «Vollgas». Das dies nicht sinnvoll ist, sollte allen klar sein, wenn man nicht weiss, welche Gefahren hinter der nächsten Kurve lauert. Unzweifelhaft haben die Risiken in den Finanzmärkten enorm zugenommen. Das Ausbleiben von grösseren Betriebsunfällen sollte dennoch keineswegs als Zeichen für fehlende Risiken missverstanden werden, im Gegenteil. Die aktuelle Politik der Nullzinsen hat vordergründig die Ausgabe 3 / März 2016 / ERFOLG 1000% 900% 800% 700% 600% 500% 400% 300% 200% 100% 0 –100% 11% 25% 43% 67% 100% 0 –10 –20 –30 –40 –50 –60 –70 –80 –90 150% 900% 400% 233% Verlust in Prozent notwendiger Gewinn in Prozent, um den Verlust zu kompensieren Bewertung von Anleihen auf extreme Höhen getrieben. Gleichzeitig sind aber alle Anlagen miteinander über die Zinsmärkte verbunden. Zudem ändert sich das Anlegerverhalten: Jeder Investor ist gezwungen, seine Anlagestrategie den neuen Gegebenheiten anzupassen. Es besteht die Gefahr, risikoreichere Anlagen zur Lösung der Anlageprobleme einzusetzen. Risikomanagement-Komponenten als Lösung: Der Entscheid eine stabile, auf mittlere Sicht vom Marktgeschehen unabhängige, positive Rendite anzustreben, bedeutet ein eigentlicher Paradigma Wechsel für die Vermögensverwaltung. Anstatt in Anlageklassen sollte der Anleger künftig in Anlagekonzepten zu denken versuchen. Die Zielsetzungen der einzelnen Komponenten des Portfolios werden nicht mehr an Anlageklassen gebunden. Im neuen Denkansatz muss die Aufgabe der Basis-Allokation nicht mehr zwingend mit Allokationen in Obligationen und Aktien erzielt werden, sondern mit den sinnvollsten Instrumenten, welche diese Aufgabe lösen können. Durch Disziplin, systematische, streng regelbasierte Entscheidungswege und eine konsequente Limitierung von Verlusten, werden die typischen Verlustfallen vermieden. Begründung: Die Finanz-Märkte entwickeln sich dynamisch und teils irrational. Die Ursachen dafür liegen in systematischen Fehlern bei Preisfindungspro-

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