Get the FLASH PLAYER to view this magazine:

Get Adobe Flash player

- or -

View as HTML version

Erfolg Ausgabe März 2016

10 SKV Nigeria – ein Markt mit Potential für Schweizer Firmen Nigeria ist ein Bundesstaat in Westafrika der an Benin, Niger, Tchad und Kamerun grenzt. Er ist mit 177 Mio Einwohner mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und versucht sich nach Jahren der Miltärdiktatur an seiner Demokratisierung und wirtschaftlichen Entwicklung. Seine Unabhängigkeit erlangte das Land am im Oktober 1961 von Grossbritanien. Präsident Muhammadu Buhari hat als demokratisch gewählter Präsident das Amt im Mai 2015 übernommen. Er hatte mit 2,5 Mio Stimmen mehr gegen seinen Vorgänger (Präsident Goodluck Ebele Jonathan) gewonnen. Präsident Buhari war bereits einmal Präsident und hat das Land nach einem Militäcoup im Dezember 1983 geführt, als Diktator mit dem Ziel die Korruption zu bekämpfen. Als moderater Moslem, geboren im nördlichen Nigeria, in Daura, glaubt man dass er «Boko Haram» (westliche Bildung ist Sünde) unter Kontrolle bekommen würde was kein einfaches Unterfangen sein wird. Dies geschieht via den direkten Nachbarländer Niger, Tchad etc. da diese mit dem ISIS Netzwerk global verbunden sind. Der Norden, repräsendiert die grösste Volksgruppe mit 29 % Hausas, gefolgt von den Yorubas mit 21 % im Südwesten und den Ibos mit 18 % im Südosten. Hinzu kommen etwa 400 zum Teil kleine ethnische Minderheiten. 50 % der Gesamtbevölkerung sind Moslems 45 % Christen und 5 % bekennen sich zu einer traditionellen afrikanischen Religion. Wirtschaftlich gesehen, strebt das Land offiziell für 2020 den Aufstieg in die 20 grössten Volkswirtschaften der Welt an mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von USD 4000. Die EU sieht Nigeria im Jahr 2050 sogar unter den Top 10 der Weltspitze. Nigeria wird oft als ein Land mittleren Einkommens eingeschätzt wobei ein extremes Ungleichgewicht in der Bevölkerung herrscht. Lagos und Abuja passen in das typische Bild eines «emerging market» mit einer entstehenden kaufkräftigen Mittelschicht wobei andere Teile des Landes insbesondere der muslimisch geprägte Norden eher mit Afghanistan zu vergleichen ist. Deshalb auch der Grund und Nährboden für die extremistische und erfolgreiche Bewegung von «Boko Haram» in diesem Gebiet. Bemerkenswert und positiv ist, dass das Wachstum im letzten Jahrszehnt stärker vom Nicht- Öl-Sektor als vom Öl-Sektor angetrieben wurde. Es gab auch grosse Probleme in der Transparenz von den Finanzflüssen mit den oft ungenauen Informationen über die tatsächlich geförderten Ölmengen und wieviel davon verkauft wurden. Deshalb hat Präsident Buhari den Ölsektor direkt unter seine persönliche Verantwortung gestellt. Nigeria ist der 13 grösste Ölproduzent der Welt und verfügt über die 10 grössten Reserven. Mit der Grösse des Landes und der Grösse der Bevölkerung ist ein grosses landwirtschaftliches Potential ungenutzt. Hingegen haben sich die Telekommunikation, IT, Banken etc. in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Die Bevölkerung ist sehr jung mit 42,5 % zwischen 0–14 Jahren und nur 5 % über 65 Jahren. Wie beurteilt die Handelskammer Schweiz- Afrika die Möglichkeiten für die schweizerische Industrie, speziell für KMU in Nigeria? Nigeria mit 16 % der Bevölkerung von ganz Afrika und wesentlich die generell führende Region dominiert, so ist es wichtig dass man von der Schweizer Industrie dieser Tatsache mehr Beachtung schenkt. Es ist auch klar dass die Infrastruktur, Sicherheit etc. Probleme stellen kann aber gerade die mangelnde Infrastruktur gibt für die Schweizer Industrie grosse Geschäftsmöglickeiten. Für einen Markteinstieg sollte man sich auf die grossen Städte Lagos und Abuja konzentrieren wo rund 17 Mio Menschen leben, zusätzlich wachsen alle Städte in Afrika überdurschnittlich und mit ihnen die Agglomerationen. Dieser Trend heisst Investitionen und Know-how Transfer hinsichtlich Wasser, Strom, Verkehr, Hausbau, Haustechnik etc., ebenso stehen Umwelt (Abfall) Ausgabe 3 / März 2016 / ERFOLG und Gesundheit im zentralen Interesse. Die Handelskammer verfügt über praktische Erfahrung in Nigeria und kann Firmen beraten, kann auch vor Ort helfen um Risiken und Schwiergkeiten bei einem Markteinstieg zu minimieren oder auch ein Projekt «schlüsselfertig» zu übergeben. Bei den Beurteilungen von Nigeria liest man alle Schattierungen von «High risk – high returns» wobei «risk» mehr betont wird aber je länger man wartet umso teurer wird der Einstieg, da die grossen «player» in Afrika wie China, Indien und vermehrt auch die Türkei die wirtschaftlichen Möglichkeiten erkannt haben und investieren. Das Image von der Schweiz in Nigeria ist sehr gut und man schätzt die bekannten Vorzüge von «Swissness» und weiss auch dass dies etwas mehr kostet gegenüber Waren vom fernen Osten aber Nigerianer sind bereit sich mit «Swissness» auf eine gute und lange geschäftliche Partnerschaft mit Schweizer Firmen einzulassen. Die traditionellen Exportmärkte von Schweizer KMU sind meistens gut abgedeckt und deshalb sind wir überzeugt dass Afrika mittel- und lang-fristig einen erfolgreichen Firmenbeitrag bringen wird und sehen in diesem Kontext Nigeria als ausgezeichnete Möglichkeit. Handelskammer Schweiz-Afrika Peter Hartmann, Präsident c/o Handelskammer beider Basel St. Jakobsstrasse 25, 4002 Basel p.hartmann@swisschamafrica.ch www.swisscham-africa.ch

Page 1
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11
Page 12
Page 13
Page 14
Page 15
Page 16
Page 17
Page 18
Page 19
Page 20
Page 21
Page 22
Page 23
Page 24
Page 25
Page 26
Page 27
Page 28
Page 29
Page 30
Page 31
Page 32
Page 33
Page 34
Page 35
Page 36
Page 37
Page 38
Page 39
Page 40
Page 41
Page 42
Page 43
Page 44
Page 45
Page 46
Page 47
Page 48