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Erfolg Ausgabe März 2016

Ausgabe 3 / März 2016 / ERFOLG 33 Lokaler E-Commerce als Chance für den Detailhandel Der Online-Handel in der Schweiz wird immer mächtiger. Laut dem Bundesamt für Statistik ist innerhalb eines Jahrzehnts der Umsatz von einer Milliarde auf über sieben Milliarden Schweizer Franken gestiegen. Dadurch verstärkt sich die Konkurrenz für lokale Detailhändler gewaltig und viele davon fürchten um ihre Existenz. Das soll nicht heissen, dass ein eigener Online-Shop zwingend nötig ist um Konkurrenzfähig zu bleiben. Aber es ist hingegen essenziell, vom Internet zu profitieren und es im Geschäftsmodell zu integrieren, sei es nur die Vermarktung oder auch der Verkauf im Internet. Wir führen zwei Möglichkeiten auf, wie Detailhändler das Internet nutzen können um mit den Online-Giganten mitzuhalten. Der Service beim lokalen Händler ist besser Viele Menschen informieren sich gerne zunächst online, bevor sie losfahren um ein Produkt zu kaufen (Research Online, Purchase Offline). So können sie sicher sein, dass das gewünschte Produkt auch wirklich im Laden erhältlich ist. Interessant ist für viele der Kunden die Möglichkeit, die Waren wie beispielsweise Bücher online zu bestellen und einige Zeit später beim Händler selbst abzuholen. Ausserdem können sie die bestellten Waren einfacher zurückgeben, falls sie nicht passt oder doch nicht gefällt. Über- regionale Plattformen sind dagegen bei den Kunden nicht so beliebt, wie der lokale eCommerce. Warum ist das so? Lokale Händler punkten mit Umweltfreundlichkeit, schnellen Lieferungen und einer sympathischen Ausstrahlung. Allerdings kaufen die Kunden trotzdem nicht mehr: Sie wollen auf einer lokalen Plattform auf keinen Fall beim Einkauf mehr ausgeben, als beim überregionalen Kauf. Präsenz im Internet reicht oft noch nicht aus Nach Meinung der meisten Konsumenten sind die regionalen und lokalen Händler noch nicht ausreichend gut im weltweiten Netz vertreten. Da viele der lokalen Händler nicht über einen Online-Shop verfügen, kommen die Kunden in den Laden - oder sie bleiben irgendwann aus. Besonders für kleinere Händler ist der lokale eCommerce-Verbund eine gute Möglichkeit, an der sie sich mit kleinem Budget beteiligen können, so dass sie in ihrer Präsenz gestärkt werden. Das Konzept des lokalen eCommerce Verbundes trifft den Wunsch vieler Menschen, die lieber im Laden bei ihrem Händler kaufen würden als anonym im Internet zu bestellen. Branchenprimus Amazon hat allerdings in Punkto Funktionalität und Service einen hohen Standard für derartige Plattformen vorgelegt, an den die Kunden gewohnt sind. Lokale Online-Marktplätze Entscheidet sich der Detailhändler für den Online-Verkauf, könnte er seinen Standort zum Vorteil zu nutzten um lokale Kunden zu akquirieren. Zum Beispiel könnte man Dienstleistungen anpassen und taggleiche Lieferungen anbieten oder Warenabholungen ausserhalb der Öffnungszeiten ermöglichen. So bietet man lokalen Kunden vorteilhafte Bedingungen und steigert die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den grossen internationalen Online-Händlern. Zur Zeit entwickelt sich im Internet ein neuer Trend im Kampf gegen online Riesen wie Amazon, Ebay oder Zalando: lokale Online-Marktplätze. Ihr Ziel ist es, das Shopping im Netz mit dem in der Stadt zu verbinden, um die ans Internet verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen. Sie bieten lokalen Händlern eine Plattform um ihre Produkte zu verkaufen und können optimale Lieferleistungen erbringen, da sich die Waren bereits vor Ort befinden. Die Deutsche Stadt Wuppertal beweist sich als gutes Beispiel, denn ihre Plattform Atalanda ist seit gut einem Jahr online und erfolgreiche Verbesserungen der lokalen Wirtschaft konnten beobachtet werden. Der Vorsitzende der Stadtinitiative, Thomas Gauss, ist der Meinung, dass grosse Online-Händler bei Kunden sowieso nicht so beliebt seien wie lokale Händler. Dies sei auf Image-Probleme zurückzuführen, unter Ande- Marketing rem wegen schlechten Arbeitsleistungen und Steuerhinterziehungen. Gauss ist davon überzeugt, dass Kunden lokale Plattformen bevorzugten, wenn diese eine entsprechende Alternative bieten würden. Durch den Zusammenschluss der kleinen Händler zu einem starken Verbund ist ein konzertiertes Marketing möglich und auch kleinere Händler haben eine gute Chance, am eCommerce teilzuhaben. Konsumenten können sich umfassend informieren, bevor sie stationär kaufen. Dafür müssen sich allerdings Detaillisten zusammenschliessen und gemeinsam einen lokalen E-Commerce Marktplatz betreiben. Der Vorteil liegt auf der Hand: mit geteilten Kosten und kombinierter Reichweite, können kleinere Händler damit im Netz sichtbarer werden und müssen gleichzeitig die Kosten für ihren professionellen Werbeauftritt nicht alleine stemmen - somit profitieren alle gleichermassen. Roger Basler ist Betriebsökonom FH und Unternehmens-Architekt. Seine Fachspezialisierungen sind Business-Development, New Media, Social-Commerce und Digitales Marketing. Er ist Inhaber der Digital Marketing Agentur Gustav & Paul, Geschäftsführer der Swiss E-Commerce Academy und berät und finanziert Startups in der Schweiz und im nahen Ausland. Gustav & Paul GmbH E-Commerce Architekten Bahnhofsplatz 17 8400 Winterthur

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