Get the FLASH PLAYER to view this magazine:

Get Adobe Flash player

- or -

View as HTML version

Erfolg Ausgabe Februar/März 2017

Ausgabe 2/3 / Februar / März 2017 / ERFOLG 11 Inkasso in heiklen Fällen Als Partner bei meinJurist KmG vertritt Daniel Hofmann die rechtlich relevanten Interessen der KMU-Mitglieder im Raum Basel und Ostschweiz Nur etwa 53 % der Schweizer Unternehmen zahlen ihre Rechnungen pünktlich. Die Rede ist hier von einer «schleppenden Zahlungsmoral». Darunter fällt ein grosser Anteil heikler Fälle, wo langjährige Beziehungen mit Bestandskunden berührt werden. Vielfach ist die Ursache bedingt durch eine (vorübergehende) verminderte Liquidität, welche das Unternehmen daran hindert, die Rechnungen pünktlich zu bezahlen. Mit dem Bewusstsein an Reputation einzubüssen, wird lange darüber geschwiegen und dadurch den Kreditor in Unwissen über den möglichen Anlass gelassen. Langjähriger Bestandskunde zahlt nicht Wie reagieren, wenn ein langjähriger Bestandskunde nicht zahlt? Oftmals ist es eine Gratwanderung zwischen Eintreibung der offenen Rechnung und Kundenpflege. Wie schnell kann doch eine mühsam aufgebaute, langjährige Kundenbeziehung durch ein zu eng gehaltenes Inkassoprozedere beeinträchtigt – oder gar zerstört werden. Bei langjährigen Bestandskunden sollte mit dem nötigen Fingerspitzengefühl die Ursache der Zahlungsverzögerung ergründet werden, bevor rechtliche Schritte eingeleitet werden. Wer über einen entsprechenden Interessensnachweis (SchKG 8a) in Form eines Auftrags oder einer Bestellung verfügt, ist jederzeit legitimiert, beim zuständigen Betreibungsamt des Kunden einen Betreibungsauszug einzufor- dern. Damit hat man bereits eine umfassende Übersicht über allfällige pendente Betreibungsverfahren und Grösse der Ausstände. Weiter kann man sich auch die Chancen ausrechnen, das Geld noch vor einem drohenden Konkurs zu erhalten. Das schweizerische Betreibungs- und Konkursrecht bedient sich einer Rangfolge und unterteilt die ausstehenden Forderungen in drei Konkursklassen, sogenannte Kollokation (vgl. SchKG 244 ff.). Die ersten beiden Klassen sind privilegiert und beinhalten Arbeitnehmerforderungen und Forderungen aus der Vorsorge (BVG) sowie Beitragsforderungen aus AHV / IV / EO. Alle anderen Forderungen sind nicht privilegiert und teilen sich die dritte Konkursklasse. Ist ein Kunde bereits finanziell in Schieflage geraten, empfiehlt sich das persönliche Gespräch, um ausserhalb des Betreibungsprozesses eine Lösung zu finden. Eine Lösung, sich schadlos zu halten wären zum Beispiel Teilzahlungen, Rücknahmen oder Ausgleich mit Gütern des Kreditors. Ein Betreibungsprozess fördert zusätzliche vorschusspflichtige Kosten und kann sich über Monate hinausziehen. Oftmals wird unbegründet Rechtsvorschlag (SchKG 74) gegen die Betreibung (Zahlungsbefehl) erhoben um zusätzliche Zeit zu gewinnen. Liegt dann keine explizite Schuldanerkennung (SchKG 82 I) seitens des Kunden vor, bleibt nur noch der langwierige und teure Weg im ordentlichen Verfahren (SchKG 79) über den Friedensrichter mit anschliessender Klage an die erste Gerichtsinstanz (BezGer). Manche Inkassofirmen verstärken das Risiko des Zahlungsausfalls Zahlreiche Unternehmen lagern ihr Forderungsmanagement an spezialisierte Inkassofirmen aus. Sie unterschätzen dabei deren Bedeutung. Eine Inkassofirma handelt im Auftrag des Kreditors – und somit gegen die Interessen des Schuldners, zum Beispiel in Ruhe gelassen zu werden. Es ist ein verlängerter Arm des Unter- Rechtsberatung nehmens und alle Tätigkeiten, begonnen von der Kommunikation bis hin zur Durchsetzung, wirken positiv oder negativ auf die gewachsene Kundenbeziehung aus. Inkassofirmen fokussieren sich auf den formalen Prozess des Schuldbetreibungsrechts. Sie bieten wenig Handelsspielraum für persönliche Abstimmung. Zudem veranschlagen sie ihre eigenen Kosten als «Verzugsschaden» oder «Forderung gemäss Art. 106 OR». Dies ist unrechtmässig: Gemäss Art. 27 Abs. 3 SchKG, dürfen die Kosten des gewerbsmässigen Gläubigervertreters, in diesem Fall das Inkassobüro, dem Gläubiger nicht überbunden werden. Die Rettung der Kundenbeziehung durch Mediation Beziehungen entstehen durch Austausch von Vertrauenshandlungen. Dies gilt auch für eine gute Geschäftsbeziehung. Die Liquidität in einem Unternehmen unterliegt einem natürlichen Rhythmus zwischen Liquiditätsüberhang und -Manko. Besonders bei langjährigen Geschäftsbeziehungen empfiehlt es sich, einen mediativen Ansatz durch professionelle Anbieter zu verfolgen. Damit erhöhen sich die Chancen, Teile der Forderung doch noch einzuholen und die Kundenbeziehung für die Zukunft zu sichern. Eine Mediation kann die Beziehung sogar stärken, indem sich zwei Geschäftspartner wieder auf gleicher Augenhöhe begegnen. meinJurist Orientierung. Sicherheit. meinJurist KmG Klostergutstrasse 4 8252 Altparadies Telefon 079 430 50 71 info@meinjurist.ch Für Ihre Orientierung und Sicherheit Mitglieder des Schweizerischen KMU-Verbandes profitieren von der Möglichkeit, bei auftretenden Rechtsfragen eine kostenlose Erstberatung am Telefon zu erhalten.

Page 1
Page 2
Page 3
Page 4
Page 5
Page 6
Page 7
Page 8
Page 9
Page 10
Page 11
Page 12
Page 13
Page 14
Page 15
Page 16
Page 17
Page 18
Page 19
Page 20
Page 21
Page 22
Page 23
Page 24
Page 25
Page 26
Page 27
Page 28
Page 29
Page 30
Page 31
Page 32
Page 33
Page 34
Page 35
Page 36
Page 37
Page 38
Page 39
Page 40
Page 41
Page 42
Page 43
Page 44
Page 45
Page 46
Page 47
Page 48