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Erfolg Ausgabe Februar/März 2017

Ausgabe 2/3 / Februar / März 2017 / ERFOLG 39 Sprachspass – Beim Fischen im Wörtermeer Damit Sie Ihre chinesischen Geschäftspartner noch besser verstehen China besitzt eine rund viertausendjährige Geschichte. Die im Lauf dieser Zeit entstandene Kultur ist äusserst komplex. Hier im Westen sind zwar Begriffe wie «Gesichtswahrung» und «Gesichtsverlust» oder die eminent wichtigen «Guan-Xi», die «Beziehungen», bekannt. Was aber die Grundlagen der dahinter stehenden Denkweise bildet, ist für viele Nicht-Chinesen ein Rätsel. So auch das Ke-Chi, ein Höflichkeitskonzept, das in China alle Lebensbereiche durchdringt und dem im vorliegenden Buch ein ganzes Kapitel gewidmet ist. Da die Sprache als Schlüssel zu einer fremden Kultur dient, sind Chu Wen-Hueis Analysen von Sprichwörtern – seien es deutsche oder chinesische – ein idealer Einstieg in die Feinheiten des östlichen Denkens. Im Jahr des Hahns Nicht nur die Tierkreiszeichen, auch die Bewertungen der einzelnen Tierarten unterscheiden sich in Ost und West deutlich. Wird der Drache im europäischen Kulturraum als Bedrohung und Ungeheuer wahr genommen, repräsentiert er für die Chinesen Macht und Reichtum, galt früher gar als Symbol des Kaisers, so dass nur er selber und seine Angehörigen Gewänder mit Drachenmotiven tragen durften. Der Hase symbolisiert in China vor allem Schnelligkeit. Im Deutschen hingegen steht er eher für Unschuld, Erfahrung oder Ängstlichkeit. Auch der Hahn oder das Huhn werden unterschiedlich eingeschätzt: Viele Verwendungen im Chinesischen sind negativ besetzt, man sagt z. B. «Hühner lärmen und Gänse streiten»; im Deutschen wird das Tier kontrovers bewertet: Jemand, «der sein Huhn im Topf hat» muss keine Angst vor der Zukunft haben, mit dem Sprichwort «Selbst ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn» wird eher Dummheit verbunden. Chu Wen-Huei erzählt Geschichten Die Analysen des Autors sind nicht wissenschaftlicher Natur, sondern der Krimi-Autor Chu Wen-Huei verpackt seine Untersuchungen in viele kleine Geschichten, die immer auf eine Pointe hinaus laufen. Die Lektüre ist locker, luftig und erheiternd, denn die grosse Lebenserfahrung des «taiwanesischen Schweizers» schlägt sich überall im Buch nieder. Als er 2008 einen Artikel in der COOP-Zeitung über eine Umfrage mit dem Titel «Sich nach einem Fünfräppler bücken» liest, kommt ihm spontan das Sprichwort «Sich wegen fünf Dou Reis vor jemandem verbeugen» des chinesischen Dichters Tao-Yuanming in den Sinn. Chu setzt sich an den Schreib- Chu Wen-Huei Sprachspass – Beim Fischen im Wörtermeer 172 Seiten, Klappbroschur € 29,90 [D/A] / CHF 32,50* (*empf. VK) ISBN 978-3-906815-05-3 Prong Press, 2016 tisch und führt dort den Vergleich der beiden Redewendungen fort. Die helvetische Realität anfangs des 21. Jahrhunderts wird dabei in Bezug zur traditionellen chinesischen Beamtenkultur gesetzt. Die offenbar viele Ähnlichkeiten aufweisenden Sprüche führen dann aber zu ganz unterschiedlichen Resultaten. SPRACHSPASS BEIM FISCHEN IM WÖRTERMEER PRONG PRESS Buchtipp CHU WEN-HUEI Chu Wen-Hueis «Sprachspass» ermöglicht den hiesigen Lesern auf originelle und witzige Art einen vertieften Zugang zur chinesischen Lebens- und Denkweise, der gerade im Umgang mit Geschäftspartnern aus diesem Kulturraum eine grosse Hilfe sein kann. Der Autor Chu Wen-Huei, 1948 in Taitung, Taiwan geboren, studierte in Taipei Publizistik und Deutsche Literatur. 1975 Umzug in die Schweiz. 1983 – 1990 Sekretär im Kulturbüro der Republik China in Lausanne. 1990 – 2013 Handelsberater bei der taiwanesischen Handelskammer zuerst in Zürich, dann in Bern. Seit 2014 geniesst der eingebürgerte Autor die Freuden seiner Pensionierung. Chu Wen-Huei ist Verfasser von Kurzgeschichten und Krimis. In Taiwan veröffentlichte er diverse Kriminalromane und gewann damit auch mehrere Literaturpreise. Der «Sprachspass» ist sein erstes Buch in der Embracher Prong Press. Autor Chu Wen-Huei und Verleger Rolf Bächi, der ebenfalls fliessend Chinesisch spricht, können für Lesungen oder Veranstaltungen gebucht werden. Kontakt: info@prong-press.ch

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