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Erfolg Ausgabe Februar/März 2017

6 Steuern Ausgabe 2/3 / Februar / März 2017 / ERFOLG Finanzierungen zwischen unabhängigen, verbundenen Personen Dr. Christoph Oesch zugelassener Revisionsexperte, Leiter Sektion Steuern des Schweizerischen KMU Verbandes Wie alle anderen Rechtsgeschäfte müssen auch die Gewährung von Darlehen zwischen verbundenen Gesellschaften dem Dealing at arm’s length Grundsatz, das heisst dem Drittvergleich standhalten. Aktivdarlehen der Gesellschaft Die AG oder GmbH gewährt dem Gesellschafter ein Darlehen. Auf diesem Wege kann eine steuerbare, sozialabgabenpflichtige Lohnzahlung oder auch eine reduziert besteuerte Dividende vermieden werden. Zur Bestreitung des Lebensunterhalts ist meist eine Kombination von Lohn, Dividende und Kontokorrentbezug = Darlehen an den Aktionär am günstigsten. Dividenden über 10 % des Steuerwerts der Stammanteile oder der Aktien gelten nach dem Merkblatt zum massgebenden Lohn der AHV vermutungsweise als übersetzt, liegen die Dividenden unter 10 % des Steuerwerts der Stammanteile oder der Aktien, so anerkannt die AHV die ausbezahlten Dividenden. Ein Darlehen wird nur dann als solches anerkannt und nicht in ein simuliertes Darlehen umqualifiziert, welches ins Hundert gerechnet dem Einkommen des Aktionärs zugerechnet wird. Der übersetzte Zufluss an den Aktionär ist bekanntlich der Nettozufluss, der steuerbare Bruttozufluss ist um die Verrechnungssteuer höher. Deshalb muss das nicht anerkannte Darlehen (oder ein Teil davon): 65 % x 100 % gerechnet werden um damit den steuerbaren Zufluss an den Gesellschafter zu berechnen. Um ein simuliertes Darlehen zu vermeiden, sind folgende Voraussetzungen wenn immer möglich einzuhalten: – Abschluss eines Darlehensvertrags, mit Amortisationen des Darlehens z. B. innert 10 oder 20 Jahren. Vereinbarung, dass Zins aktuell nach Merkblatt über geldwerte Leistungen bestimmt wird – Einzahlung der Darlehenszinsen und auch der im Darlehensvertrag vereinbarten Amortisationen, das heisst nicht nur Zuschlag zum Kontokorrent des Gesellschafters – Darlehen wird nicht konsumiert sondern sinnvoll investiert – Der Zins entspricht dem Drittverkehr und somit dem Merkblatt über geldwerte Leistungen Zurzeit sind dem Gesellschafter 0.25 % Zins zu belasten, wenn das Darlehen aus eigenen Mitteln der Gesellschaft stammt oder Selbst- kosten + Gewinnzuschluss wenn das Darlehen aus Fremdkapitalien der Gesellschaft finanziert ist. Man spricht im Zusammenhang mit der Dealing at arm’s length Ansicht hier von der Cost plus Methode. Passive Darlehen, womit der Gesellschafter seine Gesellschaft finanziert Der Gesellschafter kann seiner Gesellschaft die notwendigen operativen Mittel entweder als Stamm-, Aktien-, sonstiges Eigenkapital oder via Darlehen zur Verfügung stellen. Der Gesellschafter erhält nach dem Merkblatt über geldwerte Leistungen im Steuerjahr 2016 einen Zins von: a) bei einer Holdinggesellschaft 2.5 % b) bei einem produzierenden Unternehmen 3 % c) bei einem Handelsbetrieb 3 % Folgende Wirtschaftsgüter müssen mindestens mit folgenden Prozentsätzen mit Eigenmitteln finanziert sein: – Flüssige Mittel 0 % – Debitoren 15 % – Warenlager 15 % – Liegenschaften 20 – 30 % – Apparate 30 % – Betriebseinrichtungen Maschinen, Mobiliar 50 % – Beteiligungen 30 % Entscheidend sind die Verkehrswerte dieser Wirtschaftsgüter, somit nicht die oft wesentlich tieferen Bilanzwerte (Abschreibungen z. B. Sofortabschreibungen, Wertzuwachsgewinne). Werden diese minimalen Eigenfinanzierungen unterschritten, liegt in einem Teil der Aktiven verdecktes Eigenkapital vor und die darauf entfallenden Zinsen dürfen nicht als Aufwand der Gesellschaft abgesetzt werden, da sie dem Drittvergleich nicht standhalten. Dritte setzen für die Darlehensgewährung voraus, dass die Eigenmittel in einem gesunden Verhältnis zu den von ihnen zur Verfügung gestellten Fremdmitteln stehen. Verdecktes Eigenkapital darf nicht verzinst werden, sondern die Verzinsung von verdecktem Eigenkapital stellt eine geldwerte Leistung dar, die bei der Firma dem ausgewiesenen Gewinn zugerechnet und beim Aktionär mit der Einkommenssteuer erfasst werden, wie sie von der Gesellschaft ausgewiesen sind. Sollte die Unternehmenssteuerreform vom Volk angenommen werden, so werden für die Finanzierung verbundener Gesellschaften öfters eingesetzte Holdinggesellschaften steuerlich nicht mehr anerkannt. Die Darlehenszinsen an die Holding durch die operativen Gesellschaften sind kantonal im Gegensatz zu heute nicht mehr steuerfrei. Es lohnt sich im Hinblick auf die eigenzinsbereinigte Gewinnsteuer vermutlich die Gewinne nicht mehr an die Holding auszuschütten und sie bei den operativen Gesellschaften zu belassen. Es können dann neu die Zinsen auf dem übermässigen Eigenkapital von Gewinn in Abzug gebracht werden. Bei Annahme der Unternehmenssteuerreform 3 lohnt es sich die Eigenkapitalien bei den Tochtergesellschaften durch Umwandlung der Darlehen in Aktien- und Stammkapital zu erhöhen um den Zins für überschüssiges Eigenkapital in Abzug bringen zu können. Gerne stehen wir Ihnen bei der Optimierung der Finanzierung zwischen verbundenen Gesellschaften jederzeit gerne zur Verfügung. DIE 14 S-KONZEPT AG Dr. Christoph Oesch, 6301 Zug Telefon 041 720 00 85, Telefax 041 720 00 86 c.oesch@tic.ch, www.managementbymedia.ch

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